Großer Preis von Monaco: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 24.05.2014

Silber-Duell eskaliert: Pole für Rosberg in Monaco

Auf den Spuren des Schumacher-Parkmanövers holt Nico Rosberg die Pole-Position für den Grand Prix von Monaco - FIA-Kommissare haben Untersuchung eingeleitet



Da werden Erinnerungen an Michael Schumachers Rascasse-Parkaffäre im Jahr 2006 wach: Nico Rosberg sicherte sich im heutigen Qualifying zum Grand Prix von Monaco die Pole-Position - aber unter denkwürdigen Umständen. "Diese Pole-Position hat einen Schönheitsfehler", findet Experte Marc Surer und befürchtet: "Jetzt ist der Krieg entbrannt."

Was war passiert? Rosberg hatte sich mit einer Bestzeit von 1:15.989 Minuten bereits im ersten Q3-Run an die Spitze gesetzt - und verbremste sich im zweiten Versuch bei Mirabeau in den Notausgang. Wegen der gelben Flaggen hatten die nachfolgenden Fahrzeuge keine Chance mehr, sich zu verbessern. Aber Mercedes-Sportchef Toto Wolff versichert zu "120.000 Prozent", dass keine Absicht im Spiel war: "Das sind Verschwörungsthemen. Nico hat sich verbremst. Das kann in Monaco passieren, wenn man so Druck macht."

Rosberg nickt: "Man sieht ja auch auf den Daten, dass alles sehr ähnlich ist wie auf der schnellen Runde. Ich habe halt minimal später gebremst und blockiert. Von daher gibt es nix zu diskutieren. Es ist einfach eine schwierige Kurve da oben und da habe ich mich verbremst, blockiert. Ich habe es noch versucht, aber ich wäre in die Reifenstapel geflogen, also habe ich im letzten Moment noch rausgelenkt." Die FIA hat inzwischen trotzdem eine offizielle Untersuchung eingeleitet.

Hamiltons Laune in Pressekonferenz unterirdisch

Das scheint Hamilton ein bisschen anders zu sehen, denn der um 0,059 Sekunden geschlagene Brite würdigte seinen deutschen Teamkollegen während Pole-Foto und Pressekonferenz keines Blickes - überzeugt davon, dass er noch Bestzeit gefahren wäre. Es sei "ironisch", dass Rosberg mit einem Fehler die Pole fixiert hat, sagt der WM-Leader, aber Rosberg freut sich über den für ihn wichtigen ersten Startplatz und meint in Richtung seines Teamkollegen: "Tut mir leid für Lewis. Ich dachte eigentlich, meine Chance sei damit dahin."

Zumindest steht Mercedes beim Grand-Prix-Klassiker im Fürstentum in der ersten Startreihe, gefolgt von Red Bull. Wieder war Daniel Ricciardo (+0,395) schneller als Sebastian Vettel, und zwar um 0,163 Sekunden. Dabei erwischte der Australier keine perfekte Runde: "In Kurve acht habe ich am Ausgang die Kontrolle über das Heck verloren. Danach war die Runde dahin. Es ist frustrierend, wir hätten viel näher sein können."

Vettel meldete bereits vor Q3 Probleme mit der Energierückgewinnung, die aber für die Entscheidung fast aus der Welt geschafft werden konnten: "Er kam ein bisschen zurück, aber wir hatten bis zum Schluss keine volle Leistung", berichtet er. "Der Elektro-Boost hat nicht denn Boost gegeben, den er liefern sollte. Warum wissen wir nicht. Wir konnten das Problem nicht beheben. Wir haben natürlich viel probiert, sind dann letztendlich mit einer Einstellung gefahren, die schlechter ist, aber zumindest ein bisschen Leistung gebracht hat."

Klare Verhältnisse zwischen Alonso und Räikkönen

"Ein Auto in der ersten Reihe hätten wir uns erwartet", seufzt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber 'Motorsport-Total.com', aber zumindest war die Performance gut genug, um Ferrari auf Distanz zu halten. Zwischen Fernando Alonso (+0,697) und Kimi Räikkönen (+1,400) liegt zwar kein weiterer Gegner, aber jede Menge Zeit. Stark auch die Toro-Rosso-Junioren auf den Positionen sieben (Jean-Eric Vergne/+1,551) und neun (Daniil Kwjat/+2,101).

Besonders die Leistung von Kwjat kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn der Russe ist zuvor noch nie in Monaco gefahren - auch nicht in den Nachwuchsserien. In Q1 leistete er sich zwar einen Abflug eingangs Hafenschikane, aber das Auto wurde dabei nur so leicht beschädigt, dass es schnell repariert werden konnte. Auch Kevin Magnussen (McLaren/+1,566) und Sergio Perez (Force India/+2,338) dürfen sich über Top-10-Platzierungen freuen.

Hülkenberg zieht gegen Perez knapp den Kürzeren

Nico Hülkenberg (Force India) schrammte um 91 Tausendstelsekunden an der Q3-Qualifikation vorbei. "Es ist schwierig und ein bisschen schade und enttäuschend, aber Elfter ist noch eine gute Ausgangsposition, um Punkte zu holen", tröstet er sich. Landsmann Adrian Sutil (Sauber) hatte "ein bisschen Pech mit den gelben Flaggen. Die letzten beiden Runden, die für mich wichtig waren, konnte ich nicht mehr fahren." Das bedeutete am Ende Platz 18.

Denn am Ende des ersten Qualifyings kam es zu einem äußerst unglücklichen Zwischenfall in Mirabeau, den die FIA-Rennkommissare noch untersuchen werden. Felipe Massa (Williams) scherte aus, um für den schnelleren Caterham von Marcus Ericsson Platz zu machen - aber der Schwede bremste zu spät, rutschte außen in die Barrieren und riss Massa gleich mit. "Das ist unglaublich. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen", tobt der enttäuschte Williams-Routinier.

Untersucht werden übrigens auch noch mögliche Blockade-Zwischenfälle zwischen den beiden Mexikanern Perez und Esteban Gutierrez (17./Sauber) sowie zwischen Pastor Maldonado (15./Lotus) und Kwjat. Für Jenson Button (12./McLaren) und Lotus verlief das Qualifying ebenso enttäuschend wie für Williams, denn auch Valtteri Bottas kam nicht über den 13. Platz hinaus. Und ganz hinten, wie so oft in dieser Saison: Marussia vor Caterham.

Fotoquelle: xpbimages.com

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