Großer Preis von Monaco: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 25.05.2014

Monaco: Rosberg schlägt zurück, Hamilton chancenlos

Diesmal ohne Kontroverse: Nico Rosberg lässt Lewis Hamilton beim Grand Prix von Monaco keine Chance - Sebastian Vettels WM-Chancen schwinden dahin



Viermal hintereinander musste sich Nico Rosberg zuletzt Lewis Hamilton geschlagen geben, aber beim klassischen Grand Prix von Monaco gelang ihm ein wichtiger Sieg im Psychoduell mit dem eigenen Teamkollegen. Der Deutsche kontrollierte das Rennen von der ersten bis zur letzten Runde und gewann letztendlich 9,2 Sekunden vor Hamilton. Pech hatte Sebastian Vettel: Für den Red-Bull-Piloten war der Arbeitstag schon nach vier Runden beendet.

Dass mit Rosberg trotzdem wieder ein Deutscher gewann, dafür wurde der Grundstein schon am Start gelegt. Denn der Polesetter ließ sich vom Gerede über die Umstände des hitzig diskutierten Qualifyings nicht verunsichern, kam optimal von der Linie weg und geriet so nicht einmal ansatzweise in Gefahr, von Hamilton attackiert zu werden. Hinter den beiden Silberpfeilen bog Vettel in die erste Kurve ein - aber dessen Freude über den guten Start währte nur kurz.

Denn beim Restart nach der ersten Safety-Car-Phase in der vierten Runde wurde der Weltmeister plötzlich langsamer. "Ich hatte keinen Ladedruck mehr - und ein Turbomotor ohne Ladedruck ist kein Motor", ärgert er sich. "Es ist natürlich schade, weil nach dem guten Start und der guten ersten Runde Platz drei möglich gewesen wäre." Der Sieg allerdings nicht - den machten die zerstrittenen Silberpfeil-Piloten untereinander aus.

Hamilton: Wieder miese Laune am Boxenfunk

Hamilton folgte Rosberg bis zum ersten Boxenstopp wie ein Schatten. Dann eine kontroverse Phase, als der Brite eigentlich forderte, früher Reifen zu wechseln, dies aber vom Team unterbunden wurde. Als dann während der zweiten Safety-Car-Phase logischerweise zum einzigen Boxenstopp gerufen wurde, hatte Rosberg als Führender den Vortritt. Mercedes reagierte aber geschickt, Hamilton ließ sich zurückfallen, kam in der gleichen Runde an die Box und verteidigte so zumindest Platz zwei.

Aber das schmeckte ihm überhaupt nicht: "Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch?", fragte er, und als man ihm wenig später den Vorsprung zum drittplatzierten Daniel Ricciardo (Red Bull) durchgab, meckerte er: "Der Abstand zu Ricciardo ist mir egal. Sagt mir, wie weit ich hinter Nico liege!" Aber diese Aussage wäre ihm beinahe auf den Kopf gefallen, denn am Ende rettete er nur 0,4 Sekunden Vorsprung auf Platz drei über die Ziellinie.

Der Rückstand auf Rosberg wuchs auf 9,2 Sekunden, als er in den letzten zehn Runden über Probleme mit dem linken Auge klagte. Mercedes reagierte: "Herbie (Blash; Anm. d. Red.) hat dir schon einen Arzt organisiert, Lewis." Aber dessen Sichtprobleme waren kurz bevor er bei der Siegerehrung den Helm abnehmen musste wieder weg. Am Ende meint er zu dem Thema nur: "Mir geht's gut. Irgendwas kam durch das Visier, aber das ist jetzt nicht wichtig."

Rosberg auch ohne Hamiltons Probleme zu stark

"Ich war sehr stark, aber auf dieser Strecke ist das Überholen schwierig. Leider hat Nico keine Fehler gemacht", muss Hamilton anerkennen. Die Stimmung zwischen ihm und Rosberg ist aber unübersehbar weiter vergiftet - während der Siegerehrung in der Fürstenloge würdigten sie einander keines Blickes. Rosbergs erster Kommentar: "Lewis ist richtig gut gefahren. Ich hatte die ganze Zeit Druck von ihm, aber ich bin cool geblieben und konnte gewinnen."

Der Kampf um Platz drei wurde ebenfalls während der zweiten Safety-Car entschieden, als der an dritter Stelle liegende Räikkönen wegen eines Reifenschadens ein zweites Mal zur Box kommen musste. Dadurch erbte Ricciardo kampflos sein erstes Monaco-Podium. "Platz drei war das Beste, was wir rausholen konnten", strahlt der Australier. Im Finish war er der schnellste Mann auf der Strecke; um an Hamilton vorbeizukommen, fehlte aber der nötige Topspeed.

Räikkönen: Starke Leistung bleibt unbelohnt

Pechvogel Räikkönen fiel durch den unplanmäßigen zweiten Boxenstopp ans Ende des Feldes zurück, fuhr aber weiterhin ein tolles Rennen und zeigte einige mutige Überholmanöver. Glück hatte er, als er beim Anbremsen der Hafenschikane beinahe von Kamui Kobayashi (Caterham) abgeräumt worden wäre - aber am Ende reichte es nicht mehr für Punkte, weil er beim Überholversuch gegen Kevin Magnussen (McLaren) geradeaus in die Loews-Barrieren rutschte.

Das wiederum war eine gute Nachricht für das Marussia-Team, das heute endlich zum ersten Mal in die WM-Punkte fuhr - im fünften Jahr seit der Premiere in der Formel 1! Jules Bianchi hatte schon das ganze Wochenende geglänzt und konnte das auch heute umsetzen. Als er mit nach Rennende anzurechnender Fünf-Sekunden-Strafe 2,9 Sekunden vor Romain Grosjean (Lotus) an zehnter Stelle lag, tat er vielen Zuschauern noch leid - am Ende profitierte er aber von den Fehlern der Konkurrenz.

Beinahe hätte sogar Marcus Ericsson (Caterham) noch einen Punkt abgestaubt, die Antriebsprobleme von Magnussen reichten aber nicht aus, um den McLaren-Rookie ganz aus dem Rennen zu werfen. Magnussen und Teamkollege Jenson Button hatten kurz zuvor noch Nico Hülkenberg (Force India) gejagt, der aber schlussendlich den fünften Platz ins Ziel brachte - und das, obwohl er seinen Supersoft-Reifen einen 51-Runden-Stint zumuten musste.

Tolle Manöver von Hülkenberg und Sutil

Unmittelbar nach dem Boxenstopp waren die weicheren Pneus freilich noch ein Vorteil, den Hülkenberg in der Kurve vor dem Tunnel zu einem sehenswerten Überholmanöver gegen Magnussen nutzte. "Ich hatte ein paar wirklich heikle Situationen, aber ich bin einfach nur happy, zehn Punkte geholt zu haben", strahlt er. "Ich hatte die letzten Runden wirklich Druck. Erst von Magnussen, dann von Jenson. Boah, die waren schnell! Am Ende war nicht mehr viel übrig vom Hinterreifen."

Für die meiste Überhol-Action sorgte wie schon im Vorjahr Adrian Sutil, der während der ersten Safety-Car-Phase zu einem frühen Boxenstopp kam und von da an bärenstark durch das Feld pflügte. Erst schnappte er sich Grosjean, dann Ericsson, schließlich auch noch Max Chilton (Marussia) - entschlossen, aber mit positivem Ausgang. Ein paar Runden später flog er jedoch ausgangs Tunnel bei hoher Geschwindigkeit ab.

"Der typische Unfall an dieser Stelle, obwohl sie diese Kuppe abgeflacht haben", analysiert Experte Marc Surer. Und Sutil ärgert sich: "Eine erneute Enttäuschung. Eigene Fahrfehler tun immer weh. Mehr kann ich dazu nicht sagen." Dass Sauber auch das Auto von Esteban Gutierrez an achter Stelle liegend wegen eines Fahrfehlers verlor, ist doppelt bitter. Pastor Maldonados Lotus gab schon vor der Aufwärmrunde den Geist auf. Insgesamt sahen nur 14 Autos die Zielflagge.

Bittere Pille für Toro-Rosso-Junioren

Einen bitteren Doppelausfall gab es nach dem starken Qualifying mit beiden Autos in den Top 10 für Toro Rosso: Daniil Kwjat überstand zwar in der Anfangsphase einen Schubser von Hülkenberg, in der zwölften Runde war das Rennen aber trotzdem gelaufen. Und Jean-Eric Vergne kassierte erst eine Strafe wegen unsicherer Freigabe (Beinahe-Crash in der Boxengasse mit dem aufmerksamen Magnussen) und schied dann mit Antriebsschaden aus.

Weitere Ausfälle waren Valtteri Bottas (Antrieb) und Sergio Perez (Force India), der schon in der ersten Runde nach Berührung mit Button bei Mirabeau in die Mauer krachte. "Das hat er selbst verschuldet", lautet der Befund von Experte Surer. Dass Felipe Massa (Williams) als Siebter WM-Punkte holte, obwohl er während der Safety-Car-Phase nicht zum Reifenwechsel gekommen war, hatte in erster Linie mit den vielen Ausfällen zu tun.

In der Fahrer-WM führt nach sechs von 19 Rennen Rosberg mit 122:118 Punkten vor Hamilton. Dahinter folgen Alonso (61), Ricciardo (54) und Hülkenberg (47). In der Konstrukteurs-WM ist der Vorsprung von Mercedes noch imposanter: 240:99 im Vergleich mit Titelverteidiger Red Bull - das Resultat von fünf Doppelsiegen in sechs Rennen. Weiter geht's am 8. Juni mit dem Grand Prix von Kanada auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Montreal.

Fotoquelle: xpbimages.com

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