In Bahrain kam es zu einem Rad-an-Rad-Duell um den Sieg

Formel 1 2014

— 26.05.2014

Mercedes im Glück: Freies Racing nur wegen Überlegenheit

Mercedes schließt Teamorder aus, obwohl das Stallduell zu brenzligen Situationen führen kann - Die Überlegenheit ist Trumpf im Kampf Hamilton gegen Rosberg



Das Thema Stallorder gibt es in der Formel 1 seit es die Königsklasse gibt. Nachdem sie einige Jahre lang verboten war, ist sie wieder erlaubt und kann von den Teams eingesetzt werden. Bei Mercedes kam es im vergangenen Jahr in Malaysia zu hitzigen Diskussionen, denn der damalige Teamchef Ross Brawn gab über Funk den Befehl an Nico Rosberg, dass er Lewis Hamilton in den letzten Runden nicht überholen dürfe. Es war damals das zweite Saisonrennen und der Brite erzielte mit Hilfe dieses Befehls seinen ersten Podestplatz für die Silberpfeile.

Vor einem Jahr kämpfte Mercedes allerdings nicht um den WM-Titel. Bislang sprachen die Teamverantwortlichen auch in dieser Saison keine Teamorder aus. Hamilton und Rosberg durften frei fahren. Allerdings birgt das auch einige Risiken. "Wir haben interessante Erkenntnisse aus diesem Rennen mitgenommen", wird Teamchef Toto Wolff nach dem Grand Prix von Monaco von der 'Bild' zitiert. "Wir hatten uns ja entschieden, die beiden frei fahren lassen."

"Und plötzlich sind wir durch das harte Duell der beiden fast in Reifen-Not geraten. Das war eigentlich ein viel ernsteres Problem als der Spritmangel bei Nico! Eine gefährliche Situation. Denn wenn plötzlich etwas Unerwartetes passiert, zum Beispiel als Lewis etwas ins Auge geflogen ist, haben wir im Nu den Red Bull mit Ricciardo im Nacken sitzen." Hamilton konnte in der Schlussphase die Angriffe des Australiers abwehren.

Diese Situation zeigt aber auch, dass die Konkurrenz bei Fehlern zur Stelle ist. Würde es eine Absprache geben, könnte Mercedes die Doppelsiege absichern. Obwohl es bislang nicht soweit kam, wurde das bereits in Erwägung gezogen. "Darüber haben wir nachgedacht, ja! Dann hätten wir das Ergebnis nach der Hälfte des Rennens eingefroren und Lewis verboten, Nico anzugreifen", gibt Wolff zu. "Den Luxus dieses Duells können wir uns auch nur erlauben, weil wir noch eine gewisse Lücke zu den Teams hinter uns haben."

Damit spricht der Österreicher den entscheidenden Faktor an, denn sollte ein anderes Team auf Augenhöhe sein, dann könnten die Mercedes-Verantwortlichen klare Vorgaben aufstellen. Der WM-Titel ist das große Ziel. Diesem müssen sich alle unterordnen, auch die Fahrer. Solange von anderen Teams aber keine Gefahr droht, wird das Stallduell Hamilton gegen Rosberg auch weiterhin die Schlagzeilen beherrschen.

"Natürlich werden wir keine Teamorder ausgeben, denn es soll bis zum letzten Rennen ein offener Wettbewerb bleiben", sagt Daimler Vorstand Dieter Zetsche bei 'Sky'. Er gibt aber auch zu: "Für die Nerven ist das aber nicht gut." Wolff ergänzt, welche Auswirkungen eine Teamorder hätte: "Die beiden nicht mehr frei fahren zu lassen und die Formel 1 damit langweilig machen. Also Teamorder in bestimmten Situationen."

Diese Situation will Mercedes so gut wie möglich vermeiden, denn das Stallduell elektrisiert die Fans und sorgt weltweit für viel Aufmerksamkeit. "Ich hoffe, dass bis zum letzten Rennen beide Piloten noch Chancen im Kampf um den Titel haben", wünscht sich Zetsche eine weiterhin spannende Saison. "Dann wollen wir ein ganz spannendes letztes Saisonrennen sehen. Das wäre das Beste für die Serie. Das bedeutet dann aber auch, dass sich die beiden bis zum letzten Rennen nicht um den Hals fallen werden."

Fotoquelle: xpbimages.com

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