Alessandro Zanardi hat eine klare Vorstellung davon, er die WM gewinnt

Formel 1 2014

— 02.06.2014

Zanardi: "Rosberg ist stark, Hamilton ein Champion"

Der Ex-Formel-1-Pilot setzt seine Jetons im Titelrennen auf den Briten und glaubt, dass Mercedes in Monaco nur knapp an einem Eklat vorbeigeschrammt ist



Unter den Formel-1-Experten hat sich im Mercedes-Teamduell, das längst eines um den WM-Titel ist, ein Favorit herauskristallisiert: Lewis Hamilton. Klar, dass der Vollblut-Motorsportler aus Großbritannien auch der Tipp einer Rennlegende ist, die sich mit ihren Überholmanövern einen Platz in den Geschichtsbüchern sicherte. Alex Zanardi deutet gegenüber 'Gazzetta dello Sport' an, dass Hamilton im Gegensatz zu Nico Rosberg über das gewisse Etwas verfügt.

Der Italiener wählt deutliche Worte, wenn es darum geht, die beiden Mercedes-Stars zu vergleichen: "Ich sage nur eines: Nico ist ein sehr starker Fahrer, aber Lewis ein Champion. Diesen Unterschied zwischen den beiden halte ich im Titelrennen für entscheidend", so Zanardi. Der frühere IndyCar-Champion und heutige GT-Pilot in den Diensten von BMW hatte nicht damit gerechnet, dass nach dem Monaco-Grand-Prix die silberne Eiszeit im Parc ferme so demonstrativ zur Geltung kommt, wie es letztendlich der Fall gewesen ist.

Zanardi schreibt es der Professionalität des 29-Jährigen zu, dass ein Eklat ausblieb: "Ich war erstaunt, dass Hamilton nach dem Rennen so durch den Wind war. Es sah so aus, als hätte er explodieren und einige kleine Bemerkungen machen wollen", meint der Paralympics-Sieger aus Bologna. "Offenbar ist etwas vorgefallen, aber als Profi hat er die Fassung gewahrt." Hamilton selbst ist bemüht, die Causa Rosberg nicht zu dramatisieren, leugnet aber auch nicht die Spannung bei den Silberpfeilen.

Im Gespräch mit 'NBC' tastet er sich vor: "Es ist sehr intensiv. Es hilft, dass wir uns schon lange kennen. Wir wissen, wie wir uns verhalten, wie wir reagieren, kennen Stärken und Schwächen", analysiert Hamilton, der seinen Kumpel aus Kindheitstagen weder in Watte packt noch mit zusätzlicher Aggressivität an die Sache herangeht: "Ich betrachte ihn wie jeden anderen Fahrer. Da ist ein Ziel, da will ich sein. Es gibt nicht mehr Emotionen, nicht mehr Freundschaft, nicht mehr Wut."

Fotoquelle: BMW

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