Einer oben auf, der andere ordentlich zerknirscht: die beiden Mercedes-Stars

Formel 1 2014

— 06.06.2014

Mercedes-Psychothriller: Klammert sich Hamilton an Lauda?

Sutil-Manager Zimmermann glaubt, dass ein verunsicherter Lewis Hamilton nach Verbündeten sucht - Brundle von Rosbergs Tempo und Härte überrascht



Die Formel 1 könnte so langweilig sein: Ein Auto ist allen anderen im Feld komplett überlegen, nur zwei Fahrer machen sämtliche Grand-Prix-Siege unter sich aus. Die Art, wie die Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg ihr Teamduell derzeit führen, sorgt jedoch für Hochspannung im Paddock. Die Experten und Kiebitze in der Boxengasse haben ihre ganz eigenen Theorien, was bei Silber hinter den Kulissen geschieht. Manfred Zimmermann etwa glaubt an einen desillusionierten Hamilton.

Gegenüber 'Auto Bild motorsport' erklärt der Manager von Adrian Sutil, der den Briten aus der gemeinsamen Formel-3-Zeit mit seinem Schützling bestens kennt: "Das Problem, das Lewis jetzt hat: Er dachte bis Monaco wirklich, dass er weiß, wie Nico tickt. Dass er ihn einordnen kann und dass Nico nie fähig wäre, über die Grenzen zu gehen wie er selbst." Zimmermann unterstellt Rosberg keine Absicht beim Geradeausfahren in der Mirabeau-Kurve. Er denkt aber, dass alleine Hamiltons Glaube daran Gift ist.

Der Sutil-Manager weiter: "Die Erkenntnis, dass er Rosberg falsch eingeschätzt hat, verunsichert ihn zutiefst." Außerdem vermutet er, dass Hamilton die Nähe von Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda, der vom 29-Jährigen regelmäßig in den höchsten Tönen schwärmt, sucht. Ist es der Versuch, den Beistand einer mit allen Wassern gewaschenen Rennlegende zu gewinnen, wie ihn Rosberg bei Papa Keke findet? Zimmermann vermutet, dass zwischen Vater und Sohn "alle Tricks auch neben der Piste" ausgetauscht werden.

Martin Brundle gibt im Gespräch mit 'Auto Bild motorsport' zu, Rosberg unterschätzt zu haben: "Wie er sich in Monaco gegen Lewis durchgesetzt hat, war beeindruckend. Das zeugt von einem gewissen Killerinstinkt hat, den ich bis dato nur Lewis zugetraut habe", meint der Ex-Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte, der seinen WM-Tipp zugunsten des Wiesbadeners korrigiert hat: "Weil Nico eben annähernd diesen irren Speed hat wie Naturtalent Hamilton, dazu analytisch ein Auto auf den Punkt abstimmen kann und härter auf der Piste sein kann, als ich dachte", so Brundle.

Fotoquelle: xpbimages.com

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