Noch ist unklar, wie oft Newey noch an der Rennstrecke zu sehen sein wird

Formel 1 2014

— 08.06.2014

Turbo-Frust: Newey hatte genug von der "neuen" Formel 1

Red-Bull-Berater Helmut Marko erklärt, wieso der Stardesigner künftig an anderen Projekten arbeitet, schweigt sich über Details aber weiter aus



Die große Bombe platzte kurz vor dem Start des Kanada-Grand-Prix: Adrian Newey steht bei Red Bull als Formel-1-Designer und Technikdirektor künftig nicht mehr in erster Reihe, sondern widmet sich anderen Projekten. Worum es genau geht, darüber schweigen sich die Verantwortlichen des Weltmeister-Teams aus. Auch Helmut Marko bleibt bei 'Sky' kryptisch: "Er wird in einem neu zu gründenden Advanced-Technology-Center arbeiten", erklärt der Red-Bull-Motorsportberater.

Spekulationen zufolge könnte es Verbindungen zu Neweys geliebtem Segelsport und dem America's Cup geben. Klar ist aber: Zumindest ist die Einrichtung an die Königsklasse angeschlossen: "Dieses wird verschiedenste Projekte - aber in Verbindung mit der Formel 1 unter Ausnützung unserer Anlagen wie CFD, Windkanal und Simulatoren - als Basis haben", so Marko weiter. Die Aufgabenteilung sei noch nicht ganz definiert und jeweils projektabhängig. Der 55-Jährige soll einen geeigneten Spielplatz vorfinden.

Dabei ist das Design- und Aerodynamikgenie den Österreichern im Planfall wieder nützlich: "Das, was Newey auszeichnet - seine Genialität und sein ungeheurer Erfahrungsschatz - steht weiter zur Verfügung", so Marko. Für ihn ist der Abschied des früheren Williams- und McLaren-Mitarbeiters nach fast über Jahrzehnten Formel 1 eine Folge der neuen Philosophie. "Der Grund, warum wir diese Lösung gewählt haben: Newey ist wie Vettel von den Restriktionen enttäuscht", poltert Marko.

Scheiterte ein Ferrari-Wechsel an italienischer Ungeduld?

Seiner Meinung nach haben die klugen Köpfe nicht mehr die Freiheiten, die ihnen zustehen: "Was immer er kreiert hat, wurde durch das Reglement verboten oder eingeschränkt. Für einen genialen Konstrukteur sind die Möglichkeiten so limitiert, das hat ihn frustriert." Christian Horner begreift die Umschichtung als Chance für die zweite Reihe der Ingenieure und die gesamte Truppe: "Wir haben immenses Potenzial auch in der Breite. Die Situation ist großartig: Die Jungs haben eine tolle Gelegenheit, das ist fantastisch für Red Bull, aber auch für Adrian", sagt er 'Sky Sports F1'.

Laut Horner fungiert Newey zumindest in beratender Rolle weiter im Formel-1-Team. Damon Hill ist angetan von der Entscheidung: "Dass er seinen Horizont erweitert und neue Erfahrungen in anderen Lebensbereichen sammelt, ist großartig", findet der Ex-Weltmeister, der selbst mit Newey arbeitete. "Die Leute in der Formel 1 ziehen immer weiter, neue kommen hinzu. So entwickelt sich das Ganze. Interessant ist jetzt, wie der Rest des Teams darauf reagiert. Ferrari hat die Chance vertan, Adrian zu bekommen."

Wie im Fahrerlager gemunkelt wird, scheint Newey tatsächlich konkrete Verhandlungen mit Ferrari geführt zu haben. Die Sache soll daran gescheitert sein, dass der Brite mindestens zwei Jahre Schonfrist verlangte, um ein konkurrenzfähiges Auto auf die Beine zu stellen. Als Nachfolger wird James Key gehandelt: Neweys 42-jähriger Landsmann stieß vor knapp zwei Jahren von Sauber zum Schwesterteam Toro Rosso und gilt in der Szene als einer der talentiertesten Techniker. Er gilt seit geraumer Zeit als Thronfolger.

Fotoquelle: xpbimages.com

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