Großer Preis von Kanada: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 09.06.2014

Ricciardos Sieggeheimnis: Breites Grinsen, breite Brust

Der Australier kann nicht fassen, auf dem Anti-Red-Bull-Kurs schlechthin gewonnen zu haben - Teamverantwortliche treten auf Euphoriebremse: "Hatten Glück"



Mit dem Sieg beim Kanada-Grand-Prix am Sonntag war es vollbracht: Daniel Ricciardo krönte sich nach Jack Brabham, Alan Jones und Mark Webber zum vierten Australier der Formel-1-Geschichte, der ein Rennen für sich entschied. Nach dem Coup des 24-Jährigen sind sich seine Chefs und die Experten im Fahrerlager sicher, dass er seinen Platz in dieser illustren Reihe absolut verdient. "Es ist etwas surreal, aber wirklich cool", erklärt Ricciardo selbst über seine Sternstunde auf der Ile de Notre-Dame.

Die Zieldurchfahrt hinter dem Safety-Car sei überwältigend gewesen: "Wir haben ja nicht das ganze Rennen über geführt, also hatte ich keine Zeit, zu verstehen, dass ich gewinne. Deshalb braucht es wohl noch eine Weile, bis es in meinem Kopf angekommen ist", so Ricciardo weiter. Er lässt emotionale Momente Revue passieren: "Ich dachte mir lediglich: 'Yes, yes!' Ich wollte nur den Pulsschlag und das Adrenalin kontrollieren." Selbst in der Stunde des Triumphes hatte er noch Zeit, an die Kollegen zu denken.

Schließlich hatte es zuvor eine Schrecksekunde gegeben: "Ich war mir nicht sicher, ob es den beiden Fahrer auf der letzten Runde (Sergio Perez und Felipe Massa, die heftig miteinander kollidierten; Anm. d. Red.) gut geht. Das wollte ich wissen, bevor ich feiere", sagt Ricciardo, der die Entwarnung über Funk erhielt. Über das kuriose Zustandekommen des Erfolges ist er froh: "Toll, dass sich mein erster Sieg in einem spannenden Rennen ereignete, an das sich die Leute lange erinnern werden."

Glaube ist alles

Christian Horner ist am Mikrofon von 'Sky Sports F1' begeistert von der Leistung seines neuen Schützlings: "Er verdient den Sieg und ist die ganze Saison über absolut tadellos gefahren. Schön, dass Sebastian (Vettel; Anm. d. Red.) mit ihm auf dem Podium war, um zu feiern. Das gibt auch dem Team einen massiven Schub." Für den Rennleiter ist es auch ein Beweis, dass das interne Junior-Programm um Berater Marko funktioniert: "Helmut macht einen fantastischen Job. Daniel war ein junger Pilot aus Australien, der wenig Aussichten hatte, seine Karriere voranzutreiben."

"Die Leute haben sich gewundert, als wir ihn neben Sebastian einsetzten, aber er hat gezeigt, dass er es voll verdient", so Horner weiter. Ricciardo betont, dass es der interne Rückhalt ist, der ihn zu so einer Leistung befähigt: "Es ist Selbstvertrauen. Umso länger ich hier in der Formel 1 und dieser Umgebung bin, umso sicherer fühle ich mich. In jedem Sport kommt es letztendlich auf den Glauben an. Wenn man fest von etwas überzeugt ist, dann scheint es einem auch zu gelingen."

Geduld und bessere Reifen als Schlüssel

In der Tat, schließlich kommt ein Red-Bull-Erfolg auf dem Circuit Gilles Villeneuve laut Horner fast einem Wunder gleich: "Montreal ist die Strecke, wo ein Erfolg am unwahrscheinlichsten war", wundert sich der Brite. "Auf dem Papier war es die schlimmste Bahn. Wie Herr Ecclestone sagen würde: Ich hätte euch 43:1 darauf gegeben, dass das nicht passiert." Die Österreicher blieben nach vielen Pannen von der Defekthexe verschont, während die Konkurrenz auf dem bremsenmordenden Kurs in die Knie ging.

Horner bleibt zurückhaltend: "Wir sollten nicht vergessen, dass Mercedes heute wieder schneller war. Wir waren auf der Geraden zwölf oder 15 Kilometer pro Stunde langsamer als ein Williams oder Force India." Mit Renault geht er weiter hart ins Gericht, lobt die Franzosen aber gleichzeitig: "Wir sind sechs Monate hinter dem zurück, wo wir eigentlich ein sollten. Wenn man sieht, wo wir vor drei Monaten standen, dann ist es aber eine wahnsinnige Leistung." Auch Chefdesigner Adrian Newey weiß: "Wir hatten Glück. Aber noch haben wir einige neue Teile in petto."

Dass die Mercedes-Siegesserie gebrochen wurde und die Silberpfeile definitiv nicht alle Rennen gewinnen, überrascht Horner nicht: "Ich sagte: Theoretisch können sie das, aber wahrscheinlich werden sie es nicht." 'Sky'-Experte Marc Surer schließt sich den Lobeshymnen auf Ricciardo an: "Er war geduldig und hatte gute Reifen am Schluss, während Rosberg ja alles geben musste, weil sein Auto auf der Geraden zu lahm war", sagt der Schweizer über das Duell um den Sieg: "Das hat er ausgenutzt und im Windschatten war es einfach, weil wir ja gesehen haben, dass der Mercedes nicht mal mehr 300 lief. Das ist in der heutigen Zeit nichts."

Fotoquelle: xpbimages.com

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