Paul Hembery würde Bernie Ecclestone gern von neuen Konzepten überzeugen

Formel 1 2014

— 10.06.2014

Hembery kritisiert Social-Media-Dilemma der Formel 1

Bernie Ecclestone wehrt sich nach wie vor gegen Vermarktungsformen abseits des Fernsehens - Pirelli-Sportchef Paul Hembery zeigt Alternativen auf



Sonntag, 14:00 Uhr: Vater und Sohn sitzen auf dem Sofa und warten gespannt auf den Rennstart zum nchsten Formel-1-Rennen. In vielen Haushalten wird es sicherlich noch so aussehen - wie bereits vor 20 Jahren. Vielerorts ist es allerdings nicht mehr so. Eine neue Generation ist mittlerweile herangewachsen, die seit frhster Kindheit mit dem Internet lebt. Somit hat sich auch das Nutzungsverhalten der Fernsehzuschauer in den vergangenen Jahren verndert - eigentlich nichts Neues.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone verschliet jedoch nach wie vor die Augen vor "Innovationen" wie etwa Video-on-demand oder eben Social Media. Erst krzlich hatte er gegenber 'Autosport' verlauten lassen: "Ich glaube, die Vernderung, die gerade passiert, ist uerst kurzlebig. Diese Social-Media-Leute beginnen gerade zu realisieren, dass das Ganze nicht so gut ist, wie sie gedacht haben." Nach dem Monaco-Grand-Prix sollte er es eigentlich besser wissen.

Denn Stargast Justin Bieber hatte ein Foto von sich und dem 83-Jhrigen getwittert - und damit potenziell ber 52 Millionen Menschen erreicht. Das sind mehr als die Follower aller Formel-1-Piloten zusammen. Trotzdem bleibt Ecclestone stur, obwohl es Formate wie etwa die neue Formel E vormachen. Bis heute besitzt die Formel 1 nicht einmal eine offizielle Facebook-Seite.

Ecclestone hat iPhone wieder begraben

Ein Beispiel aus dem Alltag verdeutlicht Ecclestones Unmut gegenber neuen Techniken. So hat der Zampano sein neues iPhone bereits nach kurzer Zeit wieder gegen seinen altmodischen Vorgnger ausgetauscht: "Es ist weg. Bei diesem wei ich, wie ich es benutze, deshalb habe ich es wiederbelebt", meint Ecclestone gegenber 'Independent'. Selbst seine Ehefrau Fabiana Flosi hat inzwischen erkannt: "Wenn etwas passiert, steht es zuerst bei Twitter."

Nun meldet sich Pirellis Motorsportchef Paul Hembery zu Wort und verweist auf andere Vorbilder im Sport: "Du musst das Ganze auch aus einer Businessperspektive verfolgen. Nehmen wir das Beispiel Fuball. Besonders die Premier League (erste englische Liga; Anm. d. Red.) hat sich sehr stark in den asiatischen Markt hineingepusht", stellt der Brite zunchst fest. Diese Bewegung gehe aber hauptschlich von den Vereinen selbst aus, nicht vom Ligaverband.

"Die Website von Machester United zum Beispiel ist in sieben verschiedene Sprachen bersetzt. Sie produzieren spezifische Inhalte fr jeden Markt", rumt Hembery ein: "Wenn sie einen Spieler aus einem speziellen Markt haben, dann erzeugen sie ordentlich Content und stellen es auch auf ihre Seite. Die Vereine versuchen somit, ihr eigenes Profil und ihre eigene Marke zu schaffen, ohne unter den Mantel der Premier League zu fallen." Die kmmere sich natrlich weiterhin um den TV-Aspekt.

Teams und Verantstalter sollen zusammenarbeiten

In der Formel 1 seien jedoch nur ein paar Teams in der Lage, ein solches Modell umzusetzen, glaubt Hembery: "Ferrari ist natrlich eine der strksten Marken - in jeder denkbaren Geschftsform. Dann gibt es Mercedes als globale Marke, es gibt McLaren und natrlich Red Bull - mit einem etwas anderen Ansatz. Diese Teams haben die besten Chancen, auf diese Art ein globales Profil aufzubauen." So spielt er etwa auf das Magazin Bulletin von Red Bull an: "Du reist um die Welt und siehst, dass sie dieses globale Interesse anstreben."

Allerdings knne ein Kampf mit Einzelkmfern nicht zum Gesamterfolg fhren: "Du musst dir im Klaren ber die Plattform sein - dass die Leute heute weniger richtiges Fernsehen schauen", gibt Hembery zu bedenken. "Stattdessen nutzen sie immer mehr mobile Endgerte und Computer, laden Filme oder Shows herunter und schauen sie unterwegs. Physisch vor dem Fernseher sitzen wird immer seltener. Ich wei gar nicht mehr, wann ich zuletzt ferngeschaut habe. Aber ich sehe sehr viel online."

Immerhin wisse er, dass sich die FOM, Promoter der Knigsklasse, ein neues Produkt anschaut, das den Zugang fr unterwegs vereinfachen soll. "Wenn das so funktioniert, wie es soll, dann wird das bestimmt eine interessante Weiterentwicklung. Wir mssen nur abwarten, wann das passiert. Aber in genau diese Richtung mssen wir uns bewegen. Wir sind im Endeffekt nichts anderes, als ein multinationales Unternehmen", so Hembery.

Fotoquelle: xpbimages.com

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