In den Fahrzeugen von Gene Haas könnte ein halber Ferrari stecken

Formel 1 2014

— 11.06.2014

Dallara ist raus: Haas will Chassis selber bauen

Gene Haas sucht für seinen Rennstall einen Technik-Partner aus der Formel 1, will das Chassis aber nun doch nicht von Dallara beziehen



Bisher schien es als ausgemacht, dass Gene Haas beim Formel-1-Einstieg eines Teams unter anderem auf die Hilfe von Dallara zurückgreifen würde. Die Italiener sollten das Chassis für die Haas-Boliden bauen, die nach der Verschiebung des Einstiegs ab 2016 in der Formel 1 antreten sollen. Doch nun erklärt Haas, dass diese Option verworfen wurde.

"Wenn wir schon 2015 gestartet wären, hätten wir das mit diesem Paket gemacht", sagt Haas. Doch nachdem dem Team nun ein Jahr mehr zur Vorbereitung beleibt, soll der das Chassis in Eigenregie gebaut werden. "Wir haben 50 Prozent von dem, was wir brauchen, um unsere eigenen Autos zu bauen. Das ist unser Ziel, und das werden wir erreichen", sagt Haas.

Während des Chassis im eigenen Haus entstehen soll, will Haas viele andere Bauteile von externen Partnern beziehen. Deshalb sucht der US-Amerikaner derzeit nach einem Formel-1-Team, welches ihn beim Einstieg in die Formel 1 unterstützt. "Wir suchen einen Technologie-Partner", sagt Haas, und deutet einmal mehr an, wohin die Reise gehen wird: Ferrari. "Wir haben lange mit Ferrari gesprochen und kurz mit Mercedes." Zwar stehe eine offizielle Einigung mit dem Hersteller aus Maranello noch aus, doch sind offenbar nur noch Detailfragen offen.

Die Italiener sollen dann nicht nur den Antriebsstrang für die Haas-Boliden liefern. "Wir werden die Aufhängungen und all diese Teile von unserem Technik-Partner beziehen", erklärt der designierte Teamchef Günther Steiner, "denn der Appendix 6 verändert sich im nächsten Jahr." Dieser Anhang des Technischen Reglements legt fest, welche Teile ein Team selber herstellen muss und welche es von anderen Herstellern beziehen darf. Im nächsten Jahr wird letztere Möglichkeit deutlich ausgebaut.

Dies sei laut Steiner auch einer der Gründe, warum sich die Verhandlungen mit Ferrari in die Länge ziehen. Denn einerseits werde die Liste der Teile, die Haas beziehen möchte, immer länger, zum anderen habe noch kein Formel-1-Team Erfahrung mit der Bereitstellung solch umfangreicher Materialien. Laut Haas soll der Partnerschaft aber in den nächsten Wochen besiegelt werden, denn: "2016 wird recht bald da sein, deshalb ist es wichtig, dass wir die Zusammenarbeit beginnen."

Fotoquelle: NASCAR

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