Gerhard Berger in zivilem Dress: So bald wird es ihn nicht im Teamoutfit geben

Formel 1 2014

— 20.06.2014

Berger: Weder Laufbursche noch Ferrari-Workaholic

Der Österreicher kann es nicht vorstellen, Nachfolger Bernie Ecclestone zu werden oder bei der Scuderia in leitender Funktion tätig zu sein



Jahrelang war Gerhard Berger in verschiedenen Rollen eine Führungsperson in der Formel 1 - seit er sich für den Automobil-Weltverband FIA um den Nachwuchs kümmert, ist der Österreicher nur noch häufig gehandelter Kandidat für prominente Jobs, dabei aber offenbar nicht unglücklich. Das gilt auch für die Tatsache, dass er wohl nicht der Nachfolger Bernie Ecclestones an der Spitze der Königsklasse wird. "Diese Schuhe wären mir zwei Nummern zu groß", winkt Berger bei 'Auto Bild motorsport' ab.

Der 54-Jährige befürchtet, im Gehege der Alphatiere zum zahnlosen Tiger zu werden. "Mit Jean Todt (FIA-Präsident; Anm. d. Red.) und Bernie Ecclestone treffen zwei knallharte Persönlichkeiten aufeinander", warnt Berger. "Da bist du schnell zwischen den Fronten und nur noch Laufbursche." Nur mit finanzieller Unabhängigkeit und Formel-1-Anteilen im Besitz sieht er eine Perspektive, dass jemand eines Tages in die Rolle des Zampanos schlüpft. Dabei ist Berger durchaus routiniert im Umgang mit Eminenzen.

Auf einen Manager verzichtete er als Aktiver stets und handelte seine Verträge selbst aus. Bei Ferrari saß er dem Commendatore Enzo und später dem heutigen Präsidenten Luca di Montezemolo gegenüber. Berger erinnert sich an die Erfüllung eines Traums, bei der er sich große Forderungen sparte: "In Enzos Büro war es immer dunkel, Kerzen brannten. Er hat ständig in sein Taschentuch gespuckt. Das ging kurz und schmerzlos." Die Gespräche mit di Montezemolo hätten sich deutlich schwieriger gestaltet.

Kürzlich standen die beiden wieder im Dialog. Es ging um den Teamchef-Posten bei der Scuderia, eine konkrete Option war die Aufgabe für Berger aber nie: "Ferrari zu machen bedeutet nämlich: Du musst den Rest deines Lebens wieder aufgeben. Denn du musst 20 Stunden am Tag arbeiten." Berger kann sich höchstens vorstellen, ein eigenes Team zu betreiben oder bei einem Konzern eine Formel-1-Funktion anzutreten. Für ihn ist Marco Mattiacci alleine keine langfristige Ferrari-Lösung.

Wenn dann nur in Zusammenarbeit mit einem Renninsider. Für Berger gibt es trotzdem auch noch heute den Mythos Ferrari, wie er seiner Meinung nach für Sebastian Vettel nie bestand. Zu Toro-Rosso-Zeiten Mentor des Heppenheimers, schätzt er seinen ehemaligen Schützling kühl und kalkulierend ein: "Vettel wird immer da versuchen zu fahren, wo er sich den meisten Erfolg verspricht", glaubt Berger. "Und das sieht er, so glaube ich, auch in nächster Zeit bei Red Bull. Es ist sein Team."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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