Großer Preis von Österreich: Pre-Events

Formel 1 2014

— 22.06.2014

Silber feiert im Bullen-Land: Perfektes Heimspiel der Chefetage

Während Nico Rosberg sein Ziel in Spielberg erreicht hat, spricht Lewis Hamilton von Schadensbegrenzung - die Österreich-Fraktion hat hingegen doppelt Freude



Am Ende strahlt doch Silber am "Heimspielberg", wie das Mercedes-Team vor dem Rennwochenende auf dem Red-Bull-Ring so plakativ titulierte. Die Silberpfeile versauten Red Bull den Heim-Grand-Prix in Spielberg und fuhren einen souveränen Doppelerfolg nach Hause. Großer Gewinner des Wochenendes war dabei wieder einmal Nico Rosberg, der mit seinem dritten Saisonsieg die Weichen in Richtung WM-Titel stellte.

"Ich bin echt happy mit dem Sieg, das ist echt cool gelaufen", strahlt der Wiesbadener nach seinem Triumph in der Steiermark. "Eins und zwei ist schön für das Team. Es freut mich, dass wir das nach dem schwierigen Rennen in Montreal geschafft haben. Mein Ziel, die WM-Führung auszubauen, ist für dieses Wochenende erreicht."

Zwar konnte Teamkollege Lewis Hamilton nach dem verpatzten Qualifying mit Rang zwei immerhin noch Schadensbegrenzung betreiben, dennoch verlor der Brite weitere sieben Punkte auf seinen WM-Rivalen. "Nico hat einen großartigen Job gemacht, er kam bisher immer in die Punkte", muss Hamilton anerkennen, dennoch hadert er ein wenig mit der erneuten Niederlage: "Dass ich Nico am Ende so unter Druck setzen konnte, zeigt die Pace, die ich an diesem Wochenende hatte."

Lauda: Zufrieden nach schwierigem Rennen

Bei Mercedes ist es eh egal, welcher Fahrer am Ende vorne steht, wichtig ist nur, dass erneut zwei F1 W05 an der Spitze fuhren - und das im Red-Bull-Land. "Ein Doppelsieg ist immer perfekt, aber gerade hier ist es großartig", meint Motorsportchef Toto Wolff, der sich keinen besseren Heim-Grand-Prix hätte wünschen können, während Landsmann und Aufsichtsratschef Niki Lauda einfach nur erklärt: "Ich bin jetzt zufrieden."

Dass es am Ende wieder auf ein teaminternes Duell herausgelaufen ist, war am Anfang noch nicht abzusehen. Denn die Konkurrenz machte Mercedes das Leben so schwer wie möglich. "Das Rennen war für Mercedes heute viel schwieriger, als alle in der Vergangenheit", muss Lauda eingestehen. Doch die Konkurrenz hieß heute nicht Red Bull sondern Williams, die in den ersten beiden Renndritteln gut mithalten konnten. "Die Williams standen immer im Weg, aber sie haben einen guten Job gemacht", so der Österreicher weiter.

Zwar war sich Rosberg sicher, dass er die beiden weißen Boliden knacken können würde, doch es hat länger gedauert als erwartet. Am Start war der Deutsche sogar schnell am ersten Williams vorbei, doch dieser konnte umgehend kontern: "Ich habe gedacht, dass ich Valtteri schon am Start bekommen würde, was ich auch habe, aber er war ziemlich schnell auf der Gerade, deswegen ist er wieder vorbeigekommen. Aber ich wusste, dass die Chance auf den Rennsieg auch so sehr gut sein würde, weil wir mehr Pace und weniger Reifenabbau haben."

Raketenstart von Hamilton

"Ich war schneller als sie, daher konnten wir mit der Strategie etwas aggressiver rangehen und immer ein wenig früher stoppen. So konnte ich sie dann mit der Strategie schlagen", erklärt Rosberg, warum es am Ende doch für den Erfolg reichte. Doch warum kam er zuvor lange nicht an den Führenden vorbei? "Die superweichen Reifen haben uns nicht gelegen, damit hatten wir ein paar Schwierigkeiten. Im Verkehr war es dann auch so, dass ich verschiedene Sachen schonen musste. Das hat es schwierig gemacht", erklärt Rosberg.

Zumal der Wiesbadener auch schnell Lewis Hamilton im Nacken wusste - schneller als erhofft. Obwohl der Brite nur von Rang neun ins Rennen gegangen war, hing er nach nur einer Runde bereits direkt in Rosbergs Getriebe. "Der Start war unglaublich", lobt Wolff die ersten Meter Hamiltons, die entscheidend für den Ausgang gewesen sind. "Wir müssen uns anschauen, was er da gemacht hat. Danach war er schon dran und voll motiviert, so schnell wie möglich aufzuholen."

Von da an wussten die Mercedes-Jungs, dass sie im Grunde am Ende wieder gegeneinander um den Sieg fahren würden. Heiße Kämpfe hat es in diesem Jahr schon öfters zwischen den beiden gegeben, doch in Spielberg nahm dieser erst gegen Ende seine Form an. Zuvor ließ man es im Lager der Silbernen doch etwas ruhiger angehen - weil man die Vorkommnisse aus Montreal noch im Hinterkopf hatte. "Wir haben im zweiten Stint ein wenig zurückgenommen, vor allen wegen den Bremsen hatten wir Sorgen", bestätigt Wolff, "aber im dritten Stint war es wieder volles Rohr."

Die Lehren aus Montreal im Kopf

"Es war ein Problem während des ganzen Rennens und ich wurde vom Team eingebremst", schildert Hamilton dazu. "In den letzten Runden musste ich vorsichtig sein, und ich bin dankbar, dass ich ins Ziel gekommen bin - im Gegensatz zum letzten Rennen. Dort waren es allerdings die hinteren Bremsen, hier waren es die vorderen." Reifen und Benzinverbrauch seien hingegen in Ordnung gewesen.

Doch besonders Kühlung und eben Bremsen haben den Kommandostand von Mercedes zwischenzeitlich wieder ins Schwitzen gebracht. "Aber das haben die dann ganz gut gemanagt", meint Wolff. Damit war der Weg für ein spannendes Finale frei. Hamilton konnte auf Rosberg aufschließen, doch am WM-Führenden ging einfach kein Weg vorbei. Dabei sah es anscheinend von außen knapper aus, als es war - zumindest für Rosberg.

"In den letzten Runden habe ich mich sehr wohl gefühlt. In der letzten Runde sind meine Reifen ein wenig eingebrochen, aber sobald ich die ersten Haarnadeln passiert hatte, wusste ich, dass es okay sein würde", hat er sich keine Sorgen gemacht. "Es war nicht so knapp wie in anderen Rennen. Bisschen intensiver war es die Runden zuvor, denn wenn er fünf Runden vor Ende in die DRS-Zone kommt, dann hat er drei oder vier Runden, um anzugreifen."

Hamilton: Nächste Chance Silverstone

Doch Hamilton selbst glaubt, dass er auch nicht an Rosberg vorbeigekommen wäre, wenn das Rennen fünf Runden länger gewesen wäre. Dazu hätte er Samstag besser sein müssen: "Wenn ich die Qualifying-Runde hinbekommen hätte, wäre es anders gelaufen. Aber es ist okay", so der Brite. Und so konnte Rosberg seinen Vorsprung locker bis ins Ziel verteidigen, was - trotz eines kleinen Fehlers in der letzten Runde - für Zufriedenheit in der Chefetage sorgte.

"Man muss zu Nico wieder sagen: Wenn es in den letzten Runden drauf ankommt, dann kriegt er genau dieses Quäntchen Speed wieder heraus, das er braucht, damit Lewis nicht vorbeikommt", applaudiert Lauda. "Nico war heute der Bessere, das muss man ganz klar sagen. Lewis knabbert jetzt dran und wird in Silverstone versuchen, das Ganze wieder herumzudrehen."

"Ich freue mich auf Silverstone und die ganzen Fans und darauf, die ganze Energie und Unterstützung zu empfangen", stimmt Hamilton zu. "Ich hoffe, dass ich es für sie dort besser machen kann." Das muss er auch, denn mittlerweile liegt er schon mehr als einen Rennsieg in der WM-Tabelle zurück. "29 Punkte sind eine gute Lücke, aber es ist noch sehr früh in der Saison", sagt Rosberg, der sich ebenfalls auf das Gastspiel in Großbritannien freut: "Ich komme nach Silverstone und weiß: Wenn ich einen guten Tage habe, hole ich die Pole und gewinn mit dem Auto. Das passt alles momentan."

Fotoquelle: xpbimages.com

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