Nico Rosberg und Lewis Hamilton durften in Spielberg nicht bis ans Limit gehen

Formel 1 2014

— 23.06.2014

Mercedes und die Kühlprobleme: Besserung in Silverstone?

Auch in Spielberg hatte Mercedes wieder mit Kühlproblemen zu kämpfen - Nico Rosberg und Lewis Hamilton durften nicht die volle Leistung des W05 abrufen



Nur kein Risiko eingehen! - So lautete in Österreich das Gebot der Stunde bei Mercedes. Denn auch in Spielberg hatte der W05 erneut mit den aus Montreal bekannten Kühlproblemen zu kämpfen. Für Nico Rosberg und Lewis Hamilton galten daher während des Rennens verschärfte Regeln, die volle Power ihres jeweiligen Silberpfeils durften beide nicht abrufen.

"Es war merkwürdig, denn ich habe keine Ahnung, was da passiert ist. Es ging nur darum, ein bisschen mehr Boost zu verwenden. Aber sie wollten nicht, dass wir das machen", berichtet Rosberg nach dem Rennen und ergänzt: "Keine Ahnung, warum das so war. Ich weiß nicht, was genau dahinter steckt, das war für mich etwas verwirrend."

Hintergrund: Rosberg wurde in Spielberg per Funk dazu aufgefordert, den sogenannten Überholknopf seines W05 nicht zu verwenden. Hamilton erhielt die gleiche Ansage. "Wir haben ganz genau aufgepasst, dass beide Fahrer die gleichen Ansagen bekommen, damit keiner benachteiligt wird", erklärt Teamchef Toto Wolff. Am Ende reichte es trotz dieser Fahrt auf "Sparflamme" für einen weiteren Doppelerfolg.

Kein Spielraum mehr

Nach dem Desaster in Kanada wollte sich Mercedes wohl nicht erneut ins eigene Fleisch schneiden. Dort waren Rosberg und Hamilton der Konkurrenz bereits weit enteilt, durften allerdings trotzdem weiterhin mit voller Leistung gegeneinander fahren. Das Ergebnis: An beiden Autos fiel wegen einer Überhitzung die jeweilige MGU-K aus und es fehlten plötzlich 160 PS. Das Rennen gewann anschließend Daniel Ricciardo im eigentlich unterlegenen Red Bull.

Auf die Frage, ob Mercedes daher in Österreich bewusste den Antrieb schonte, antwortet Rosberg: "Das macht jeder, wenn man die Möglichkeit dazu hat, denn die Saison ist sehr lang. Natürlich versucht man dann, hier und da den Motor etwas zu schonen. Aber wir hatten eine Menge Druck von Williams und haben hart gepusht." Trotzdem verschärfte Mercedes in Spielberg seine Vorschriften.

Während es bis Kanada noch gewisse Toleranzbereiche gab, in denen sich die Temperaturen bewegen durften, wurde auf dem Red-Bull-Ring eine klare Obergrenze festgelegt. 'auto motor und sport' berichtet währenddessen, dass man bei Mercedes die Streckencharakteristik für das Problem verantwortlich gemacht hat. So gibt es in Montreal und Spielberg viele Stop-and-Go-Passagen, wodurch die MGU-K in kürzester zunächst ge- und dann entladen wird - eine extrem hohe Belastung.

Stimmt diese Theorie, dann sollte das Problem beim kommenden Rennen in Silverstone von alleine wieder verschwinden. Fraglich ist dann allerdings, warum das Problem nicht schon früher in der Saison aufgetreten ist. Schließlich fand gleich das erste Saisonrennen im Albert Park in Melbourne statt. Der Kurs gilt ebenfalls als klassische Stop-and-Go-Strecke.

Rosberg freut sich auf Silverstone

In Spielberg jedenfalls musste Rosberg laut eigener Aussage sowieso nicht ans Limit gehen, um Hamilton - der allerdings ebenfalls gedrosselt fuhr - hinter sich zu halten: "Ich hatte es unter Kontrolle. In den letzten Rennen habe ich gesehen: Wenn er es versuchen will, dann kommt er in mein Getriebe. Das ist heute nie der Fall gewesen, er ist immer zwei Sekunden oder anderthalb hinter mir und damit aus dem DRS-Bereich raus gewesen. Da habe ich gesehen, dass ich das im Griff habe. In der letzten Runde hat er dann ein bisschen aufgeholt, weil meine Reifen ein bisschen abgebaut haben, aber auch das war kein Problem."

Zum kommenden Rennen in Silverstone sagt der WM-Führende: "Für mich ist es ein Rennen wie jedes andere. Es ist natürlich das Heimrennen des Teams und das macht es sehr wichtig. Ich würde dort gerne einen weiteren Doppelsieg holen, das wäre großartig. Natürlich mit der gleichen Reihenfolge wie heute! Das wäre das beste Geschenk, das wir ihnen machen könnten. Das werden wir versuchen." Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die heimischen Fans dann zwei Silberpfeile sehen werden, die auch wirklich mit voller Leistung fahren dürfen.

Das wird aber natürlich auch davon abhängig sein, ob die Konkurrenz Mercedes in Silverstone erneut so unter Druck setzen kann, wie es Williams in Spielberg tat. Anschließend steht dann übrigens das Rennen in Hockenheim an, zu dem Wahlmonegasse Rosberg mit einem Lachen anmerkt: "Ich habe mein Heimrennen bereits gewonnen (Monaco; Anm. d. Red.). Es kommt aber noch eins, ich habe zwei."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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