Ja, schlag mich doch mal einer: Sebastian Vettel erlebt eine frustrierende Saison

Formel 1 2014

— 24.06.2014

Pechmarie Vettel: Horner glaubt an Wende, Villeneuve an Ende

Christian Horner lobt Sebastian Vettel für dessen Motivation in schwierigen Zeiten, doch Jacques Villeneuve glaubt, dass er nur aufs Abstellgleis geschoben wird



Sebastian Vettel klebt das Pech weiter an den Fersen. Der Ausfall von Spielberg war bereits der dritte in dieser Saison. In der WM-Wertung hat der Heppenheimer erneut Boden auf Teamkollege Daniel Ricciardo verloren und liegt nun 23 Zähler hinter dem Australier. Vettel ist frustriert, wie sich in der Interview-Runde nach dem Rennen zeigte, als er meinte, er habe keine große Lust zum Reden.

Teamchef Christian Horner leidet mit seinem Piloten, der in den vergangenen Jahren so viele Erfolge einfahren konnte: "Für Sebastian ist das natürlich ziemlich hart. Er hat in diesem Jahr unglaublich viel Pech gehabt. Er ist bereits dreimal nicht ins Ziel gekommen und hat häufig technische Probleme", sagt er bei 'ServusTV' und macht erneut Motorenpartner Renault dafür verantwortlich: "Die große Mehrzahl der Probleme konnten wir nicht beeinflussen, die kamen vom Motor", seufzt er.

Doch in der Stunde der Not zeige sich auch die große Stärke des vierfachen Weltmeisters. Laut Horner komme Vettel mit dieser Situation "unglaublich gut" klar: "Viele andere Fahrer hätten jetzt den Kopf hängen lassen, und ihre Motivation wäre futsch - bei ihm nicht. Er arbeitet hart und pusht das Team sogar noch", lobt er seinen Piloten. Horner ist überzeugt, dass sich das Blatt für den Deutschen, der auch in der Qualifikation deutlich gegenüber Ricciardo zurückhängt, wieder wenden wird. "Wenn sich das dann für ihn dreht, dann richtig, und dann kommen auch die Ergebnisse wieder."

Lauda: Vettel "unbestritten der Beste"

Das fürchtet auch die Konkurrenz von Mercedes. Für Aufsichtsratschef Niki Lauda ist Vettel sowieso "unbestritten der beste Rennfahrer, den wir heute haben", was allerdings Nico Rosberg und Lewis Hamilton nicht gerne hören dürften. Doch der Österreicher ist überzeugt: "Er hat alles, um Weltmeister zu sein, und er hat es auch bewiesen." Christian Horner stimmt zu: "Er hat seine Fähigkeiten natürlich nicht verloren. Das, was ihn erfolgreich gemacht hat, das hat er immer noch."

Somit sei es nur eine Frage der Zeit, bis Vettel wieder in die Erfolgsspur zurückfindet. Die Erfolge von Daniel Ricciardo sollten ihn dabei sogar noch beflügeln, meint Lauda, denn der Australier zeige, dass man mit dem RB10 noch schneller fahren kann. Deswegen wird der Sebastian im Nu wieder in seiner Höchstform fahren, und dann wird vielleicht er (Ricciardo; Anm. d. Red.) sich die Zähne ausbeißen. Das wird bald kommen."

Villeneuve glaubt: Red Bull will Vettel "killen"

Einer ist davon allerdings ganz und gar nicht überzeugt: Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt sogar daran, dass Red Bull seinen Starpiloten mit Absicht in die Rolle seines ehemaligen Teamkollegen Mark Webber dränge, an dessen Auto ebenfalls immer wieder etwas kaputtging, während Vettel von Sieg zu Sieg fuhr. "Er ist viermaliger Weltmeister, aber jetzt behandelt Red Bull ihn, wie sie Mark Webber behandelt haben", sagt der Kanadier zu 'Omnicorse'.

Das heißt: Red Bull scheint den Fokus auf Daniel Ricciardo gelegt zu haben, meint Villeneuve. "Jetzt wollen sie Sebastian 'killen', weil er für das Red-Bull-Image nicht richtig ist." Als Beweis sieht er die Tatsache, dass selbst Motorsportkonsulent Helmut Marko angefangen hat, ihn zu kritisieren. "Wenn man den Glauben an das Team verliert und die politischen Spielchen anfangen ins Gewicht zu fallen, dann ist man am Ende", sagt er und rät Vettel dringend zu einem Teamwechsel.

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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