Journalisten sollten die Schumacher-Akte nicht veröffentlichen, sagt der DJV

Formel 1 2014

— 24.06.2014

DJV warnt vor Veröffentlichung der Schumacher-Akte

Nach dem Diebstahl der Krankenakte von Michael Schumacher warnt der Deutsche Journalisten-Verband vor der Veröffentlichung der Unterlagen



Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat an alle Journalisten appelliert, die gestohlene Krankenakte von Michael Schumacher, der am 29. Dezember 2013 beim Skifahren im französischen Meribel verunglückt war, auf keinen Fall zu veröffentlichen. Wie die 'Bild'-Zeitung gestern berichtet hatte, wurde Schumachers Krankenakte aus der Uniklinik in Grenoble gestohlen und verschiedenen Medien zum Kauf angeboten.

"Die Veröffentlichung dieser Akte wäre Sensationsjournalismus ohne Substanz und Relevanz. Der Inhalt dieser Akte hat schließlich weder politische noch gesellschaftliche Bedeutung", sagt DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. An seine Journalisten-Kollegen gerichtet warnte Konken: "Die Veröffentlichung wäre ein vollkommen inakzeptabler und äußerst schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Michael Schumacher."

Konken sagte weiter, er hoffe, dass die Medienmacher ihre ethischen Grenzen kennen würden, wie sie unter anderem in Ziffer 4 und Ziffer 8 des Pressekodex definiert sind. Zuvor hatte schon Schumachers Managerin Sabine Kehm erklärt: "Der Ankauf solcher Unterlagen/Daten sowie deren Veröffentlichungen sind verboten. Gegen die Veröffentlichung von Inhalten aus der Krankenakte werden wir daher in jedem Einzelfall Strafanzeige wegen der Verwirklichung aller in Betracht kommender Straftatbestände stellen."

Doch auch für die Klinik in Grenoble könnte der Diebstahl nach Einschätzung eines Medienrechtlers noch rechtliche Folgen haben. Es sei denkbar, dass Schumachers Familie Schadenersatzansprüche wegen einer "Verletzung der Verpflichtungen gegenüber einem Patienten" geltend machen könne, wird Matthias Prinz von der 'dpa' zitiert.

Fotoquelle: xpbimages.com

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