Christian Horner ist mit der Leistung von Renault überhaupt nicht einverstanden

Formel 1 2014

— 01.07.2014

Schießt Red Bull Renault ab? Horner: "Haben Optionen..."

Auf geht's in die nächste Runde: Red-Bull-Teamchef Christian Horner übt wieder einmal Kritik an Renault und droht den Franzosen indirekt sogar mit einem Abschied



Renault wird die Rolle des Sündenbocks einfach nicht los. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hat seine Kritik an dem Motorenhersteller noch einmal bekräftigt und droht indirekt sogar mit einer Trennung. Der 40-Jährige glaubt, dass Renault sich das Leben selbst schwer gemacht hat, da man sich nicht auf eins der vier Kundenteams, zu denen neben Red Bull auch Lotus, Toro Rosso und Caterham gehören, konzentriert hat.

"Das kann ein Punkt sein, denn du kannst niemals alle zufriedenstellen", sagt Horner und erklärt: "Wenn man sich den Antrieb anguckt, den Ferrari gebaut hat, dann mussten die Kunden ihre Autos daran anpassen. Bei Mercedes ist das auch so. Renault hat hingegen versucht, alle Kunden zufriedenzustellen. Das ist lobenswert, aber es ist nicht der beste Weg, um konkurrenzfähig zu sein."

"Schon Ende 2012 haben wir unsere Bedenken an der Richtung, in die das Projekt ging, geäußert. Allerdings ist das Bauen von Motoren nicht unsere Kernkompetenz - und das sollte sie auch nicht sein. Wir sind ein Chassishersteller. Ich denke, keiner von uns hätte sich vorstellen können, dass Renault so weit hinterher sein würde, wie sie es jetzt sind."

Große Änderungen unmöglich

Horner geht noch einen Schritt weiter und erklärt: "Das tolle an einem Team wie Red Bull ist, dass wir immer Optionen haben. Natürlich werde ich hier nicht verraten, wie die aussehen. Aber wir wollen vorne dabei und konkurrenzfähig sein. Damit wir das schaffen, müssen wir einen vernünftigen Antrieb haben."

In den Ohren der Renault-Verantwortlichen muss das wie eine Drohung klingen: Entweder ihr baut einen besseren Antrieb oder wir suchen uns einen anderen. Möglicherweise blufft Horner aber auch nur, denn die anderen beiden aktuellen Motorenhersteller der Formel 1 - Mercedes und Ferrari - würden den Fokus bei ihrer Entwicklung schließlich auch nicht auf Red Bull legen.

Horner berichtet weiter: "Wir hatten einige Diskussionen mit Renault und sie akzeptieren komplett, dass die Situation, in der sie sich befinden, nicht die ist, in der sie sein sollten. Wir können nur versuchen, ihnen zu helfen und sie mit unseren Ressourcen zu unterstützen, damit sich die Dinge verbessern. Die Schwierigkeit besteht darin, dass die aktuellen Regeln signifikante Veränderungen sehr schwierig machen."

"Ich denke, dass der Sprit der Schlüssel bei dieser Entwicklung sein wird. Total hat etwas in Arbeit, das uns Mut macht. Renault fängt allerdings gerade erst damit an, dorthin aufzuholen, wo Mercedes bereits vor sechs Monaten war." Fraglich ist allerdings auch, wie lange sich Renault noch zum Sündenbock machen lässt.

Red Bull gibt nicht auf

Bereits seit Saisonbeginn hacken Horner und Co. gefühlt pausenlos auf die Franzosen ein. Das ging sogar so weit, dass zwischenzeitlich einmal von Schadenersatzforderungen seitens Red Bull die Rede war. Bis 2016 ist Red Bull vertraglich noch an Renault gebunden, doch möglicherweise könnte es bei weiteren Misserfolgen zu einer einvernehmlichen Vertragsauflösung kommen. Denkbar scheint momentan alles zu sein.

Aktuell konzentriert man sich bei Red Bull allerdings zunächst einmal auf den bevorstehenden Grand Prix in Silverstone. Gegenüber 'The Guardian' erklärt Horner: "Ich denke, Silverstone wird uns mehr entgegenkommen als zum Beispiel Österreich oder Montreal. Am dichtesten waren wir dieses Jahr in Malaysia, Monaco und Barcelona an Mercedes dran. Silverstone ist ähnlich und hoffentlich können wir die Lücke durch die Verbesserungen, die wir momentan anstellen, noch etwas weiter schließen."

Trotzdem ist die Favoritenrolle für ihn wieder einmal klar vergeben: "Die Jungs, die (in Österreich; Anm. d. Red.) auf Platz eins und zwei gelandet sind, sind bei diesem Rennen natürlich die Favoriten. Aber wir haben gesehen, dass sich die Dinge ändern können, wenn sie unter Druck stehen, so wie in Montreal. Wir versuchen einfach, sie einzuholen. Unser Job ist es, sie zu jagen."

Dabei will auch Weltmeister Sebastian Vettel helfen, der in dieser Saison immer wieder von seinem RB10 im Stich gelassen wurde: "Seb hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Er ist noch immer sehr konzentriert. Er hatte in diesem Jahr einen fürchterlichen Start. So läuft es manchmal eben, aber er lässt den Kopf nicht hängen und ist noch immer sehr hungrig und motiviert und die Dinge können sich schnell ändern."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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