Susie Wolff wird morgen im ersten Training für Valtteri Bottas fahren

Formel 1 2014

— 03.07.2014

Frauen halten zusammen: Williams hat Vertrauen in Wolff

Claire Williams macht sich vor dem Freitagsdebüt von Susie Wolff keine Sorgen über die Fähigkeiten der Schottin und betont, dass kein PR-Gag dahinter steckt



Morgen steht für Susie Wolff einer der aufregendsten Tage in ihrer Rennfahrerkarriere an. Zum ersten Mal wird die Schottin eine Session im Rahmen eines Formel-1-Wochenendes abhalten und für Williams im Freitagstraining auf die Strecke gehen. Dort soll die Rennamazone ihre ersten richtigen Schritte gehen und für Valtteri Bottas die Arbeit übernehmen. "Morgen ist für Susie ein großer Tag", erklärt Teamchefin Claire Williams. "Sie geht in einer konkurrenzfähigen Situation auf die Strecke. Wir machen viel Setup-Arbeit und fahren Longruns mit viel Benzin."

Auf der ehemaligen DTM-Piloten lastet dann eine Menge Verantwortung: Sie muss das Auto des Finnen richtig abstimmen und den Boliden für die weiteren Sessions optimal vorbereiten, doch Williams ist davon überzeugt, dass das für Wolff kein Problem darstellen wird: "Sie kennt das Auto und hat viel Vorbereitung im Simulator gemacht. Außerdem hat sie viel Zeit mit den Ingenieuren sowie Valtteri und Felipe verbracht. Sie ist absolut kompetent, um die morgige Session zu begehen, ohne das Team in irgendeiner Weise zu behindern."

Nachdem die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff in den vergangenen Jahren langsam vom Team aufgebaut wurde, und erst Geradeaustests und dann die Young-Driver-Tests bestreiten durfte, stand auch ein Trainingseinsatz lange im Raum, meint Claire Williams. In diesem Jahr sollte es soweit sein, und Silverstone ist für die Schottin und das Team der ideale Ort dafür: Einerseits ist es ihr Heimrennen und andererseits ist sie hier schon einmal im Wagen gesessen. "Und wir wollen Valtteri nicht auf einer Strecke Zeit wegnehmen, auf der er kaum Erfahrung hat", wirft Williams ein.

Training kein PR-Gag

Gleiches trifft im Übrigen auch auf den Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring zu. Auch dort kann Wolff aus der DTM eine Menge Vorerfahrung aufweisen und wird dort ein zweites Mal am Training teilnehmen, bevor GP2-Pilot Felipe Nasr die Rolle als dritter Fahrer wieder ausfüllen wird. Doch natürlich erregt der Brasilianer nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie Wolff, deren erster Trainingseinsatz natürlich eine willkommene PR-Spritze für das Traditionsteam aus Grove ist.

Doch die Teamchefin betont, dass nicht ihre gute Vermarktungsfähigkeit im Vordergrund stand: "Man wäre naiv, nicht zu wissen, dass ein paar Männer nicht den kommerziellen Erfolg bringen würden. Aber jeder weiß, dass Williams ein ernstzunehmendes Rennteam ist, und dass wir nichts machen würden, das ein reiner Marketing-Gimmick ist und uns ein paar Dollar bringen würde", so die Tochter von Teamgründer Frank Williams. "Susie hat sich nicht eingekauft, und wir hatten auch gar nicht die Erwartung, dass sie es machen würde."

"Wenn wir ihre Weiblichkeit nutzen können, um mit den Partnern zu reden, und es etwas bringen würde, dann wäre das fantastisch", ergänzt sie, "aber sie muss auch liefern. Es ergibt keinen Sinn, Susie zu haben und sie kommerziell zu nutzen, wenn sie nichts auf der Strecke macht, dass sie den Leuten erzählen kann. Sie muss technisch liefern, was sie gemacht hat. Wenn sie das nicht gemacht hätte, dann hätten wir ihr nicht erlaubt, in die Testfahrerrolle zu schlüpfen und in diesem Jahr ein Freitagstraining zu bestreiten."

Wolff eine "wichtige Rolle" bei Williams

Das Training morgen ist der vorläufige Höhepunkt für Wolff bei Williams, doch wie es mit ihrer Karriere beim Team weitergeht, steht noch in den Sternen. Die Aussicht auf ein Renncockpit scheint sehr klein zu sein, weswegen es ihr Claire Williams auch nicht verübeln würde, wenn sie bei einem entsprechenden Angebot die Fronten wechselt: "Susie ist eine ambitionierte Rennfahrerin, und wenn ihr irgendwo ein Renncockpit angeboten wird, das wir ihr nicht bieten können, dann würde ich ihr viel Glück und Erfolg wünschen", so die Teamchefin.

"Wir wären natürlich enttäuscht, weil sie in unserem Team eine wichtige Rolle spielt. Sie ist Teil unserer Fabrik, so wie jeder andere Fahrer oder wie Pat (Symonds; Anm. d. Red.) oder jeder andere. Aus dieser Sicht her wäre ich wirklich traurig, wenn sie gehen würde." Doch damit will man sich bei Williams vorerst nicht beschäftigen. Schließlich stehen morgen wichtigere Dinge auf dem Programm...

Fotoquelle: xpbimages.com

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