Sebastian Vettels RB10 blieb in dieser Saison schon mehrfach stehen

Formel 1 2014

— 04.07.2014

Antriebseinheiten: Vettel und Co. drohen erste Strafen

Den ersten Fahrern drohen aufgrund ihrer bisher eingesetzten Antriebseinheiten bereits in den kommenden Rennen erste Strafen - Auch Sebastian Vettel bedroht



Dass es aufgrund der neuen Antriebsregelung in diesem Jahr zu Strafen kommen würde, das war bereits früh abzusehen. Überraschend ist jedoch, dass einige Fahrern sich bereits jetzt - also nach nicht einmal der Hälfte der Formel-1-Saison 2014 - fast schon am Limit der erlaubten fünf Antriebseinheiten befinden. Auf dieser Liste der gefährdeten Piloten finden sich auch große Namen wie der von Sebastian Vettel.

Da die Antriebseinheiten in der Formel 1 so extrem komplex sind, ist es auch das Reglement. Dort wird zwischen insgesamt sechs Komponenten unterschieden: Der eigentliche Verbrennungsmotor, Turbolader, MGU-K, MGU-H, die Batterie und die Kontrollelektronik. Von all diesen Komponenten stehen jedem Fahrer pro Saison jeweils fünf zur Verfügung.

Überschreitet ein Fahrer dieses Limit und setzt beispielsweise einen sechsten Turbolader ein, so muss er beim entsprechenden Rennen in der Startaufstellung zehn Plätze weiter hinten starten. Für jede weitere sechste Einheit gibt es eine weitere Strafversetzung um fünf Plätze. Kann ein Fahrer in dem entsprechenden Rennen nicht um so viele Plätze versetzt werden, nimmt er die Strafe mit in den nächsten Grand Prix.

Gleiches gilt bei der Verwendung einer siebten oder weiteren Einheit: Zehn Plätze für das erste und fünf für jedes weitere Teil. Wer sich jetzt fragt, ob es da nicht mehr Sinn ergibt, gleich die ganze Einheit zu tauschen, der liegt nicht ganz falsch. In diesem Fall muss der entsprechende Fahrer aus der Boxengasse starten.

Viele Fahrer fast schon am Limit

Das ist aber wohl sinnvoller, als nach und nach jede Komponente einzeln zu tauschen. Dann droht nämlich bei den insgesamt sechs Komponenten eine Gesamtstrafe von bis zu 35 Plätzen. Doch egal, welche Strafe es geben wird: Dass es schon bald zu ersten Sanktionen kommen wird, steht wohl außer Frage.

Sebastian Vettel hat vor dem Silverstone-Wochenende bereits vier Verbrennungsmotoren eingesetzt, gleiches gilt für Pastor Maldonado, Daniil Kwjat und Jules Bianchi. Kimi Räikkönen benutzt bereits seine vierte MGU-K, Kamui Kobayashi seine vierte Elektronik. All diesen Fahrern steht nun also nur noch eine Einheit der entsprechenden Komponente zur Verfügung, bevor es eine Strafe geben würde.

Ein Rechenbeispiel zu Vettel: Der Weltmeister verbrauchte in den acht bisherigen Grand Prix je vier Motoren, Turbolader und MGU-H. Das macht im Durchschnitt jedes zweite Rennen eine neue Einheit. Bei 19 Saisonrennen ergibt das hochgerechnet bis zu zehn Einheiten - also doppelt so viele, wie laut Reglement erlaubt sind. 2015 werden dann sogar nur noch vier Einheiten erlaubt sein. Damit wäre Vettel bereits jetzt am äußersten Limit angelangt.

"Vier Antriebseinheiten waren schon immer das Ziel. Vier Antriebseinheiten pro Fahrer pro Saison, das war unsere Absicht", erklärt Renndirektor Charlie Whiting und fügt hinzu: "Fünf Einheiten waren ein Zugeständnis, da es das erste Jahr ist. Es ist nicht so, dass wir jetzt von fünf auf vier wechseln, wir folgen einfach nur dem ursprünglichen Plan."

Renault mit den größten Problemen

Gerade bei Renault wird man das wohl gar nicht gerne hören, denn vier der sechs Fahrer, die bereits vier Einheiten einer Komponente verwendet haben, sind mit Renault-Antrieb ausgestattet. "Diejenigen, die sich besser auf die Saison vorbereiten konnten, sind jetzt auch in besserer Verfassung. So läuft das eben leider", sagt Whiting, der damit natürlich auf Mercedes anspielt, bei denen alle acht Fahrer bisher maximal drei Einheiten einer Komponente eingesetzt haben.

Trotzdem ist sich der Renndirektor sicher, dass es sich bei den Problemen von Renault und Ferrari vor allem um Kinderkrankheiten der neuen Aggregate handelt: "Die Probleme, die manche Autos mit der Elektronik haben, waren eine ziemliche Überraschung. Aber ich bin mir sicher, dass es im zweiten Jahr ganz anders laufen wird."

Allerdings weiß auch er, dass es 2014 für einige Piloten sehr eng werden wird: "Einige Fahrer haben Schwierigkeiten. Es sieht so aus, dass es zwischen dem zehnten und dreizehnten Saisonrennen die ersten Strafen geben wird. Das ist eine Schande." Denn vor allem gegen Saisonende könnte das für absurde Bilder sorgen.

Man stelle sich nur vor, dass gleich mehrere Teams zu einem Wechsel der gesamten Einheit gezwungen sind. Dann könnten wir ein Rennen erleben, bei dem gleich mehrere Autos aus der Boxengasse starten müssen. Außerdem sorgte die Regel zuletzt in Spielberg dafür, dass Sebastian Vettel seinen RB10 freiwillig abstellte, da er seinen Antrieb schonen wollte. Auch andere Teams könnten diesem Beispiel demnächst in einer ähnlichen Situation folgen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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