Der neue Frontmann von Caterham: Ex-Formel-1-Pilot Christijan Albers

Formel 1 2014

— 04.07.2014

Neue Caterham-Macher: Von Rettung und Plänen

Teamchef Christijan Albers und Berater Colin Kolles über die plötzliche Übernahme von Caterham und die kurzfristigen Ziele mit der Mannschaft aus Leafield



Kurz vor dem Grand-Prix-Wochenende in Silverstone hat das Caterham-Team den Besitzer gewechselt. Ein Konsortium von Investoren aus Dubai, Kuwait und der Schweiz hat den Rennstall vom malaysischen Geschäftsmann Tony Fernandes übernommen, dem nach umfangreichen Investitionen und langem Kampf die Lust an der Formel 1 verloren ging. Teamchef Cyril Abiteboul ging zurück zu Renault, Ex-Pilot Christijan Albers übernahm des Posten des Teamchefs. Der Niederländer wird von Colin Kolles beraten.

"Ich hatte nicht erwartet, auf diese Weise in die Formel 1 zurückzukehren. Wir haben eine ganze Weile lang an verschiedenen Projekten gearbeitet, dann nahm auf einmal der Plan Caterham Form an", schildert Kolles seine Rückkehr in die Formel 1 gegenüber 'Speedweek'. Der Ex-Force-India-Teamchef will sich bei Caterham im Hintergrund halten. Er sieht sich als Berater in einem Projekt, dass finanziell schwer angeschlagen scheint.

"Ohne uns wäre der Rennstall vor Silverstone kollabiert", stellt Kolles klar. "Wenn wir das Projekt für dieses Wochenende nicht gestemmt hätten, dann wäre Caterham in Silverstone nicht angetreten! Wir haben dieses Team gerettet, wir haben Tony Fernandes einen großen Gefallen getan. Wir haben dafür gesorgt, dass der Flugunternehmer erhobenen Hauptes aus der Formel 1 gehen kann", meint der Zahnarzt aus Ingolstadt, der auch als Berater beim neuen rumänischen Formel-1-Projekt auftritt.

Investoren ohne Motorsport-Hintergrund

Die Identitäten der neuen Investoren, die unter dem Banner eines schweizerischen Unternehmens Caterham übernommen haben, sind nicht bekannt. Und dies soll auch so bleiben. "Dieses Mal haben wir Leute, die sich an der Front um die Arbeit kümmern, und Investoren, die eben Investoren sind, aber im Hintergrund bleiben", sagt Kolles, der mit zu stark involvierten Geldgebern - wie der Carabante-Familie bei HRT - schlechte Erfahrungen gemacht hat.

"Die Investoren haben keinen motorsportlichen Hintergrund", verrät Teamchef Albers im Gespräch mit 'Sky Sports F1'. Der Niederländer muss sich schnell in seine neue Rolle einfinden. Bis vor wenigen Tagen war Albers noch als Einsatzpilot im neuen Lotus-LMP1 in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) genannt, nun ist er Teamboss in der Formel 1. "Ich bin erst seit zwei Tagen an Bord, muss erst einmal viel Arbeit leisten. Es ging nicht ganz so einfach los, denn in meinem Hotel hatte ich überhaupt keinen Handyempfang."

"Wir müssen jetzt eine Trendwende herbeiführen. Das ist möglich", meint der 46-malige Grand-Prix-Teilnehmer. "Man muss sich nur mal das Werk anschauen. Dort ist alles vorhanden, was man braucht. Das Team kann es besser. Ich schaue mir das genau an. Ich bringe meine Erfahrungen als Ex-Fahrer ein und jene, die ich in verschiedenen Bereich des Business gemacht habe. Ich hoffe, dass ich das Team gut auf den Weg bringen kann."

Man will sportlich nach vorn und gleichzeitig finanziell auf gesunde Füße kommen. Ein Umzug von Leafield in ein anderes Werk in Europa ist derzeit nicht angedacht. "Wir werden mindestens für ein paar Jahre in der Fabrik in Leafield bleiben", verspricht Albers. "Für mich stehen jetzt erst einmal die Familien im Vordergrund, die an den vielen Arbeitsplätzen hängen. Ich werde darum kämpfen, dass wir die Arbeitsplätze erhalten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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