Großer Preis von Großbritannien: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 05.07.2014

Alonso: Ferrari nicht nur auf der Strecke zu langsam

Fernando Alonso und Kimi Räikkönen stehen vor einem schwierigen Rennen: Der Spanier fordert ein Umdenken im Team und hat den WM-Titel abgeschrieben



Für Ferrari endete das Qualfiying zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone mit einem Debakel. Sowohl Fernando Alonso als auch Kimi Räikkönen scheiterten bereits in Q1 am Weiterkommen. Einzig für die beiden Caterham-Piloten lief es in der von Wetterkapriolen gezeichneten Zeitenjagd noch schlechter.

Im Falle von Alonso (im Qualifying Rang 19, nach Rückversetzung von Max Chilton, Esteban Gutierrez und Pastor Maldonado Startplatz 16) ist es das erste Mal seit dem Grand Prix von Monaco 2010, dass er nicht zumindest am zweiten Qualifying-Segment teilgenommen hat: "In schwierigen Momenten wie diesen muss man einfach zur richtigen Zeit die richtigen Reifen drauf haben."

"Das Glück spielt in diesem Zusammenhang ganz klar eine Rolle. Ich glaube, wenn wir die Medium-Reifen 30 Sekunden früher oder später aufgezogen hätten, hätte es auf einer trockenen Strecke anders ausgesehen", so der Spanier nach dem gründlich nach hinten losgegangenen Ferrari-Reifenpoker in Q1.

Alonso fordert Umdenken bei Ferrari

Alonso ist aber überzeugt, dass es nicht das fehlende Glück allein war, das für die desolate Vorstellung der Scuderia verantwortlich war: "Beide Williams und beide Ferrari sind in Q1 ausgeschieden. Es muss also im Vergleich zu den anderen Teams irgend etwas grundsätzlich nicht stimmen, wenn man zur falschen Zeit mit den falschen Reifen auf der Strecke ist."

"Das ist etwas, das wir uns anschauen müssen", fordert der zweimalige Weltmeister ein Umdenken im Lager der "Roten" und stellt heraus: "So etwas ist uns schon häufiger passiert, aber oftmals hat uns das Glück gerettet. Ich erinnere mich, wie ich hier 2012 auf die Pole-Position fuhr. Damals kam ich zehn Sekunden vor der Karierten Flagge über die Linie."

"Beim nächsten Mal müssen wir es besser machen. Ich glaube, die größeren Teams haben einfach langwierigere Abläufe als die kleinen Teams", sucht Alonso nach einer möglichen Ursache für die von außen betrachtet unflexibel aussehende Ferrari-Strategie und kommt zum Schluss: "Wir müssen unsere Kommunikationswege verbessern. Es muss schneller gehen."

Die kleinen Teams, die im Qualifying normalerweise auf die hinteren Startplätze fahren, "setzen bei solchen Bedingungen natürlich sofort auf Trockenreifen. Wenn es nicht gelingt, stehen sie wieder ganz hinten, wenn es aber gelingt stehen sie vielleicht auf Startplatz vier", sagt Alonso. So gesehen hätten es die kleinen Teams in einer solchen Situation "einfacher" als die großen.

Teamkollege Räikkönen merkt nach Rang 20 im Qualifying (Startplatz 18) an: "Wir wussten, dass die wechselhaften Witterungsbedingungen für ein unvorhersehbares Qualifying sorgen würden. Mit einem solchen Ergebnis hatte ich aber ganz sicher nicht gerechnet. Ich fuhr vier Runden auf Intermediates, denn die Strecke war noch nass. Als der Regen aufhörte, entschieden wir, auf Slicks zu wechseln. Im ersten Sektor waren die Bedingungen akzeptabel, aber im zweiten Sektor setzte erneut Regen ein. So schafften wir es nicht, ins Q2 einzuziehen."

Schwierige Aufgabe im Rennen

"Gemischte Verhältnisse würden sicherlich helfen", antwortet Alonso auf die Frage, was aus seiner Sicht die besten Ferrari-Bedingungen für den Rennsonntag wären. "Wenn es mehrere Boxenstopps mit Wechsel von Regen- auf Trockenreifen und zurück gibt, dann kann man mal eben in einer Runde 30 Sekunden aufholen - wenn man den richtigen Reifen drauf hat."

"Ein chaotisches Rennen wäre von Startplatz 19 (Startplatz 16 nach der Rückversetzung von Chilton, Gutierrez und Maldonado; Anm. d. Red.) sicherlich besser. Von dieser Position hat man ohnehin nichts zu verlieren. So gesehen, ist alles, was morgen passiert, positiv", so Alonso.

Die direkt vor ihm startenden Williams-Mercedes von Felipe Massa und Valtteri Bottas auf der Strecke zu überholen, bezeichnet der Ferrari-Star aber schon jetzt als "schwierig". So geht Alonso davon aus, dass "wir zunächst den Williams folgen werden".

"Wenn sie aggressiv zu Werke gehen und zügig überholen, werden wir das auch tun. Wenn sie aber einige Runden brauchen, um andere Autos zu überholen, dann stecken wir dahinter fest". Die Williams aus eigener Kraft zu überholen, fiel den Ferrari-Piloten in diesem Jahr noch nie leicht, weil man selbst "nicht mit übermäßig viel Leistung und nicht mit dem besten Topspeed" glänze könne, wie Alonso anmerkt.

WM-Titel 2014 kein Thema mehr für Alonso

"Wir können im Rennen sehr schnell sein, wenn wir aber hinter einer Gruppe von Fahrzeugen festhängen, kann es passieren, dass wir das gesamte Rennen dort verbringen", so der zweimalige Weltmeister und zweimalige Silverstone-Sieger. Auch Ferrari-Chefingenieur Pat Fry erwartet am Sonntag "eine schwierige Aufgabe. Wir wollen die frischen Reifen, die wir zur Verfügung haben, bestmöglich nutzen.Unser Ziel ist es, das Rennen in den Punkterängen zu beenden".

Was Alonso betrifft, so hat dieser im Kampf um den Fahrer-WM-Titel 2014 ohnehin bereits aufgegeben, wie er offen gesteht: "Ich denke, jeder außer Rosberg und Hamilton, der glaubt, in diesem Jahr Weltmeister werden zu können, lügt. Ich mag es nicht zu lügen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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