Großer Preis von Großbritannien: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 05.07.2014

Silverstone als Vorentscheidung im Mercedes-Titelduell?

Warum Nico Rosberg seine Pole-Position auch Michael Jordan zu verdanken hat und weshalb Lewis Hamilton mit einem schwierigeren Rennen als in Spielberg rechnet



Lust und Frust im Mercedes-Lager nach dem Qualifying zum Grand Prix von Großbritannien in Silverstone: Während sich WM-Spitzenreiter Nico Rosberg über eine auch vom Team nicht mehr für möglich gehaltene Pole-Position freut, ist Verfolger und Lokalmatador Lewis Hamilton nach seiner vorzeitig abgebrochenen letzten Quali-Runde und dem daraus resultierenden sechsten Startplatz bitter enttäuscht.

Rosberg, der seine letzte fliegende Runde direkt im Windschatten von Hamilton begann, berichtet: "Da dachte ich schon, dass es wohl nichts werden würde, weil so knapp hinter ihm wird mir bestimmt keine gute Runde gelingen. Wenn man einem anderen Auto dicht folgt, hat man nicht den Abtrieb, den man braucht."

"Doch dann entschied Lewis, seine Runde abzubrechen. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar: Selbst wenn ich in den ersten beiden Sektoren langsamer bin, kann es klappen. Ich wusste, dass der letzte Sektor in einem besseren Zustand ist als in der Runde zuvor", so Rosberg.

Rosberg erinnert sich an Michael Jordan

Doch es war eine knappe Entscheidung, in den Schlussminuten überhaupt noch einmal auf die Strecke zu gehen, wie der Polesitter offenbart: "Die Tendenz ging eigentlich eher dahin, in der Box zu bleiben. Doch dann erinnerte ich mich an ein Zitat von Michael Jordan, der einmal gesagt hat 'Du vergeigst 100 Prozent deiner Würfe, die du nicht versuchst'."

"Also sagte ich zum Team 'Wenn wir noch einmal auf die Strecke gehen, gibt es eine kleine Chance. Wenn wir in der Box bleiben, gibt es keine Chance'. Ich war also dafür, noch einmal rauszufahren. Daraufhin dachte das Team darüber nach und entschied für das Rausfahren. Es war großartiges Teamwork und unterm Strich die richtige Entscheidung", so Rosberg nach seiner vierten Pole-Position der laufenden Saison.

Wolff gesteht: Auch Mercedes war überrascht

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff stellt sich nach Hamiltons vorzeitigem Abbruch der Runde hinter den Lokalmatador: "Ich fand es in Ordnung, dass er vom Gas gegangen ist, denn es war derart nass im zweiten Sektor, sodass es niemand von uns für möglich gehalten hätte, dass das Klassement noch einmal komplett auf den Kopf gestellt wird."

"Was passierte, war so überraschend. Als Hülkenbergs Name auf Platz eins erschien, war das beinahe nicht zu glauben", erinnert sich Wolff und bedauert: "Leider hatte Lewis seine Runde zu diesen Zeitpunkt schon abgebrochen. Es war zu spät. Auch wir gingen davon aus, dass er sich nicht mehr würde verbessern können."

"Auch wenn der Regen im letzten Sektor nachgelassen hatte, hätte niemand damit rechnen können, dass die letzten Kurven komplett trocken sein würden. Doch genau das ist eingetreten. Niemand hätte vorhersagen können, dass man im letzten Sektor plötzlich 4,5 Sekunden schneller fahren kann. Damit war einfach nicht zu rechnen. Es war einfach eine unglückliche Situation", analysiert Wolff und vergisst dabei, dass der von Michael Jordan inspirierte Rosberg einer der wenigen im Team - wenn nicht sogar der einzige - war, der daran glaubte.

Hamilton erwartet schwierige Aufgabe

Hamilton erwartet vom sechsten Startplatz eine schwierige Aufgabe, um seinen Traum vom zweiten Heimsieg nach 2008 tatsächlich wahr werden zu lassen. "Ich habe recht viele Autos mit Mercedes-Antrieb vor mir. Diese zu überholen wird nicht einfach", spricht der Brite auf das McLaren-Duo Jenson Button und Kevin Magnussen sowie Force-India-Pilot Nico Hülkenberg an, die allesamt vor ihm starten.

Gegenwärtig hat Hamilton 29 Punkte Rückstand auf seinen in der Weltmeisterschaft führenden Teamkollegen Rosberg. Beim Heimspiel sollte der Abstand nach Möglichkeit nicht größer, sondern kleiner werden. Aber: "So einfach wie beim zurückliegenden Rennen wird es diesmal nicht", ist der Brite in Erinnerung an seine Spielberg-Fahrt von Startplatz neun bis auf Platz zwei schon jetzt überzeugt.

Rosberg erkennt Vorentscheidung, aber nicht in der WM

Von einer WM-entscheidenden Situation kann beim neunten Qualifying des Jahres freilich noch keine Rede sein. "Es war nur das Qualifying. Mit dem Auto, das wir zur Verfügung haben, gehe ich davon aus, dass sich Lewis schnell nach vorn kämpfen wird. Es ist immer noch ein Zweikampf zwischen uns beiden", ist Rosberg von Hamiltons Skepsis bezüglich des Überholens noch nicht so recht überzeugt.

Eine klitzekleine Vorentscheidung sieht der WM-Spitzenreiter im Silvestone-Samstag aber durchaus. "Natürlich bin ich jetzt einen Schritt näher dran, in Silverstone zu gewinnen. Das ist klar und das ist wichtig. Ganz einfach, weil jedes Rennen wichtig ist."

Motorsportchef Wolff hat Hamilton jedenfalls noch lange nicht abgeschrieben. "Ich finde, er ist einer guten Position. Das ist zumindest das, was wir aus dem Team heraus erkennen können", sagt der Österreicher und bezieht sich dabei nicht nur auf die Situation in der WM-Gesamtwertung, sondern auch auf Hamiltons Psyche.

Der Grand Prix von Großbritannien wird nicht nur in der Mercedes-Box mit Spannung erwartet.

Fotoquelle: xpbimages.com

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