Großer Preis von Großbritannien: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 06.07.2014

Nach Rosberg-Ausfall: Mercedes-Teamduell wird wieder eng

Der 29-Punkt-Vorsprung von Nico Rosberg auf Lewis Hamilton ist wieder auf vier Zähler geschmolzen - Das Pech war in Großbritannien mit dem Deutschen



Nico Rosberg hat zum ersten Mal nach 17 Rennen (Ungarn 2013) einen Ausfall zu verzeichnen. Lewis Hamilton schnappt sich nach vermasseltem Qualifying von Startplatz sechs aus den Sieg. Und schon sind die Mercedes-Teamkollegen im Kampf um die WM-Krone wieder ganz dicht beieinander. Pünktlich zum Heim-Grand-Prix des Briten haben sich dabei Glück und Pech bei den Silberpfeilen umverteilt.

"Das Team hat einen fantastischen Job gemacht", sagt Motorsportchef Toto Wolff nach dem Rennen gegenüber 'Sky Sports F1'. "Das ist halt Motosport, da kann man auch einmal einen Ausfall haben. Lewis hatte schon zwei Rennausfälle, jetzt hat es Nico erwischt. So etwas passiert halt mal."

"Wir reden immer über das Momentum und es schwingt von einer Seite zu anderen", so Wolff weiter. "Aber sie sind so professionell, das konnte man auch hören, nachdem Nico ausgeschieden war. Er war sehr ruhig und entspannt, auch nach dem Rennen, als klar war, dass Lewis gewonnen hat. Mit Lewis ist es das Gleiche. Heute Morgen in im Briefing war er sehr fokussiert und konzentriert, obwohl er so ein schlechtes Qualifying hatte. Beide sind also auf einem Level."

Hamilton wieder oben auf

Nach dem chaotischen Regen-Qualifying am Samstag schien das Glück noch auf Rosbergs Seite der Garage zu liegen. Er war es, der sich mit einer mutigen Entscheidung am Ende noch die Pole-Position schnappte, während Hamilton auf eine letzte schnelle Runde verzichtete und daher nur Sechster wurde.

"Wir mussten Lewis das ein oder andere Mal dran erinnern", verrät der Technische Direktor Paddy Lowe gegenüber 'Sky Sports F1'. "Er musste vom ersten Rennen an hinterherfahren. Ich sagte in dann einige Male 'Lewis, es ist eine lange Saison und die Dinge können auf beiden Seiten der Garage einmal gut und einmal schlecht ausgehen. Also gib einfach bei jedem Rennen dein Bestes". Und wir haben heute gesehen, dass das Glück diesmal auf seiner Seite war und Nico hatte das Problem."

"Wenn der Lewis in England gewinnen kann, dann ist das erst einmal ein emotionaler Befreiungsschlag für ihn selbst", analysiert auch der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda bei 'RTL'. "Gleichzeitig hat er fast den ganzen Punkterückstand, den er sich durch zwei Technikprobleme eingefangen hatte, nun mit einem Rennen wieder aufgeholt. Besser kann es für ihn nicht laufen. Für Nico tut es mir leid. Der ist wieder ein super Rennen gefahren. Ich bin überzeugt, es wäre wieder ein enger Kampf zwischen den beiden geworden. Der Getriebeschaden hat ihn leider komplett aus den Punkten gehauen."

Technik-Teufel schlägt diesmal bei Rosberg zu

Rosberg, der in der Einführungsrunde schon über Getriebeprobleme geklagt hatte, rollte in Runde 29 schließlich aus, versucht aber noch krampfhaft, die Gänge wieder reinzubekommen. Nach Kühlungs- und ERS-Problemen, die Mercedes in den vergangenen Rennen behinderten, ist damit eine neue Problematik aufgetreten.

"Formel-1-Autos sind immer sehr zerbrechlich, weil sie immer am Limit gebaut werden", erklärt Lowe. "Man braucht ultimative Performance und das bedeutet, dass die Teile immer leichter und kleiner gebaut werden. Es gibt einen Eindruck davon, wie komplex diese Autos sind. Und es ist nicht immer einfach, diese Autos so erfolgreich hinzubekommen."

Auch 'Sky'-Experte Marc Surer glaubt an einen alleinigen Materialschaden: "Ich glaube nicht, dass ein Getriebeproblem irgendetwas mit einem harten Fahrstil zu tun hat. Da hat einfach irgendetwas nicht gestimmt, das Timing vom Schalten oder vom Zwischengas und deswegen ging etwas kaputt. Das hat mit dem schnellen Fahren diesmal nichts zu tun gehabt. Die anderen Male mit den Bremsen schon eher."

Es wäre eng geworden

Dabei hätte es einmalmehr ein spannender Zweikampf an der Spitze werden können, nachdem sich Hamilton schon in Runde vier auf den zweiten Platz vorgekämpft hatte. "Wir haben uns die beste Strategie für das führende Auto vorbehalten", erklärt Lowe. "Nico sollte auf eine Option-Option-Prime-Strategie gehen. Wir dachten, dass wäre die schnellste Variante. Auf der anderen Seite wollten wir dem anderen Auto eine Chance geben, es anders zu machen."

"Wenn er von der Pace her schneller gewesen wäre, dann wäre eine andere Strategie vielleicht der Schlüssel zum Sieg gewesen", so Lowe weiter. "Also wollten wir mit Lewis auf Option-Prime-Option gehen. Am Ende sind wir auf Option-Prime-Prime gegangen. Lewis war in den ersten Runden etwas langsamer als Nico, aber dann drehte es sich herum und Lewis war sehr schnell. Die Strategie hätte ihm also wahrscheinlich geholfen. Wir hätten ein sehr Aufregendes Finale gehabt. Das ist uns also auch entgangen."

Was uns bevorsteht, ist eine weitere Runde im spannenden Teamduell, diesmal bei Rosberg zu Hause. "Hockenheim ist unser echtes Heimrennen, denn da kommt Mercedes Benz her", so Wolff gegenüber 'RTL'. "Also heißt es: Absoluter Angriff. Dort werden wir versuchen, eine Top-Leistung abzurufen und mit beiden Autos vorne zu sein. Aber man darf nicht so arrogant sein, dass man das immer als normal ansieht."

"Jetzt ist es wieder so wie vorher, sie sind vier Punkte auseinander", analysiert auch Lauda. "Das heißt, der Kampf wird härter. Sie belauern sich noch mehr, weil jetzt natürlich jeder versuchen wird, diesen kleinen Punktevorsprung zu überwinden. Die Rennen werden jetzt immer interessanter und aufregender."

Fotoquelle: xpbimages.com

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