Toto Wolff ist zufrieden mit der Arbeit, die bei Mercedes vor sich geht

Formel 1 2014

— 07.07.2014

Wolff lobt neue Gangart im Team: Ausgeglichenheit ist Trumpf

Motorsportchef Toto Wolff freut sich über die ruhige Arbeitsweise bei Mercedes, auch wenn der Ausfall von Rosberg zur Vorsicht mahnt: "Darf nicht zweimal passieren"



Halbe Gratulationen konnte Mercedes am gestrigen Tag in Silverstone empfangen. Zwar gewann Lewis Hamilton seinen Heim-Grand-Prix und sorgte damit für großen Jubel auf der Insel, doch das Aus von Nico Rosberg trübte die Stimmung im Lager der Silbernen ein wenig. "Ein Getriebeproblem zu haben, ist aber ein großer Schlag für uns, weil man 2014 nicht erwartet, ein Getriebeproblem zu haben", analysiert Motorsportchef Toto Wolff. "Das müssen wir analysieren. So ein Ausfall darf einmal passieren, aber nicht zweimal."

"Er hat schon in der ersten Runde des Rennens gemerkt, dass nicht alles in Ordnung war", so der Österreicher weiter. "Irgendwann hat es beim Herunterschalten angefangen, in Neutral zu gehen. Wir haben ihn ein paar Mal versucht, mit den Einstellungen zu helfen. Wir haben sogar dann versucht, das ganze Ding zu resetten." Doch es half nichts mehr. Der Wiesbadener rollte in Führung liegend aus und erlebte seinen ersten Ausfall in dieser Saison.

Rosbergs Pech war Hamiltons Glück. Der Brite erholte sich von seinem Patzer im Qualifying und fuhr überlegen zum Heimsieg. Tags zuvor verließ er noch mit gesenktem Haupt die Strecke, doch am Sonntag kehrte er mit frischem Geist zurück und krallte sich den zweiten Heimerfolg nach 2008. "Er ist mental sehr stark und kann mit den Kopfproblemen sehr gut umgehen", sagt Wolff über seinen Piloten. "Er hätte sich auch so aus dem Tief gezogen, aber den Sieg zuhause vor so einer Kulisse zu holen, wird ihm einen großen Schub geben."

Die Mentalität im Team scheint sich geändert zu haben. Nach den etwas überhitzten Diskussionen in Barcelona, Monaco oder Montreal scheint nun etwas Ruhe ins Team eingekehrt zu sein. Mit stoischer Gelassenheit gehen die Piloten zu Werk, was Wolff große Freude bereitet. Als lobendes Beispiel zieht er eine Kommunikation von Hamilton im Rennen heran: "Wir hatten wieder ein Problem beim Boxenstopp, aber das erste, was er am Radio gesagt hat, war: 'Macht euch keine Sorgen, Jungs. Beim nächsten Mal machen wir es besser.'"

"Es gibt keine Aufgeregtheit am Funk. Alles ist sehr ruhig", lobt der Österreicher. Auch bei Rosberg sei dies zu sehen gewesen: "Er hat dem Ausfall und einem Desaster entgegengeblickt, aber er war völlig ruhig und hat versucht, durch die Einstellungen zu gehen. Dasselbe bei Lewis: Wie er mit den Ingenieuren kommuniziert, verdient eine 10 von 10. Er hat eine sehr ruhige und gereifte Art, mit Problemen umzugehen. Man kann wirklich das Momentum im Team sehen."

Einen psychologischen Schub hat Hamilton an diesem Wochenende aber wohl auch durch die Fans bekommen, die ihn lautstark unterstützt haben. Der Brite war der gefeierte Held an diesem Wochenende und musste die britischen Kohlen nach den Debakeln um die britische Fußballmannschaft, Andy Murray in Wimbledon und Mark Cavendish bei der Tour de France aus dem Feuer holen.

Der Stimmung haben die jüngsten Misserfolge im Sport jedoch keinen Abbruch getan, was Hamilton letztlich zum Sieg gepeitscht hat. "Wenn man zuhause ist, dann spürt man das", ist Wolff überzeugt. "Das gibt dir einen Extra-Boost. Selbst wenn man die Fans im Auto nicht hört, glaube ich stark an Energie. Hinter Lewis steckte definitiv eine Menge Energie in Silverstone. Das Gleiche könnte mit Nico in Deutschland passieren. Die Energie könnte dann hinter ihm stehen."

Denn schon in zwei Wochen steht bereits das nächste Heimspiel für Mercedes an - eines von vielen in dieser Saison. Doch für Toto Wolff ist Hockenheim das Heimspiel der Heimspiele: "Wir hatten Malaysia, ein wenig Österreich, Silverstone - und jetzt kommt Hockenheim nahe Stuttgart, wo Mercedes sitzt. Das ist das wahre Heimrennen", sagt er und steckt die Ziele schon einmal klar ab. "Es ist wichtig, dort ein gutes Ergebnis einzufahren - wir wollen einen Doppelsieg."

Fotoquelle: xpbimages.com

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