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Formel 1 2014

— 18.07.2014

Susie Wolff: Respekt, Freude und Strafen

Williams-Entwicklungspilotin Susie Wolff genießt ihre Teilnahme am Freien Training in Hockenheim: Wieder technische Probleme nach wenigen Metern



Jetzt darf sich Susie Wolff endlich als "richtige Formel-1-Pilotin" fühlen. Nach dem großen Pech beim Einsatz am Freitag in Silverstone, wo der Williams nach nur vier Runden streikte, spulte die Schottin am heutigen ersten Tag des Hockenheim-Rennwochenendes satte 22 Runden ab. Die 31-Jährige, die mit der DTM bereits umfangreiche Erfahrung auf der deutschen Strecke sammeln durfte, absolvierte am Freitagmorgen ein solides Testprogramm und kam in 1:20.769 Minuten auf Rang 15.

"Es war fantastisch - richtig, richtig schön", berichtet Wolff nach ihrem Auftritt, mit dem sie sich zweifellos den Respekt vieler Beobachter erarbeitete. Allerdings hatte ihr Einsatz auch Schattenseiten. Nach nur wenigen Metern drohte der FW36 wieder auszufallen, die Britin rollte langsam um den Kurs. "Es passierte in meiner Installationsrunde, es war ähnlich wie in Silverstone. Ich hatte keinen Vortrieb. Diesmal war es elektronisch bedingt. Ich wusste, dass ich irgendwie zurück zur Box kommen musste. Mein Herz schlug ganz schön schnell", so Wolff. "In dem Moment dachte ich: 'Nein, nein, nein - so darf es nicht enden'."

"Es wurde schnell repariert, und ich konnte anschließend ein ordentliches Programm fahren. Beim ersten Versuch ging es darum, etwas Speed zu finden und mich an das Auto zu gewöhnen. Beim zweiten Durchgang ging es um Reifen und Veränderungen am Setup", sagt die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Die Blondine spulte zum Ende noch einen weiteren Run ab, bei dem die Aerodynamik des Williams im Fokus stand.

"Es war heute etwas anders, ohne das FRIC-System zu fahren. Wir hatten viel Arbeit zu erledigen. Weil es so heiß ist, mussten wir viele Daten bezüglich der Reifen sammeln", erklärt Wolff, die nicht nur auf ihrer schnellsten Runde ein achtbares Tempo zeigte. Um 10:26 Uhr und 10:28 Uhr fiel sie auch der Rennleitung auf. Der Williams mit der Startnummer 41 wurde mit Tempo 95 km/h und 94,3 km/h in der Boxengasse geblitzt: zweimal 1.000 Euro Strafe. "Das ist teuer. Sommerurlaub jetzt zwei Tage kürzer", lacht Wolff.

Nur knapp hinter Felipe Massa

"Meine Referenz war Felipe, das war klar", so die Entwicklungsfahrerin. Der Vergleich mit dem erfahrenen Brasilianer kann sich sehen lassen. Wolff fehlten nur 0,227 Sekunden auf Massa. Man habe zwar unterschiedliche Setups an den Autos gehabt, aber sei mit vergleichbaren Tankfüllungen unterwegs gewesen, betont die 31-Jährige. "Es haben sich so viele gefragt, ob ich das kann. Ich wusste, dass ich es kann. Und außerdem: Wenn ich den Helm aufhabe, dann bin ich nicht anders als alle anderen."

"Ich fahre bei Williams. Frank ist mein Chef, er würde niemals jemanden ins Auto setzen als PR- oder Marketinggag. Es sind echte Racer bei Williams. Wenn ich nicht bereit und schnell genug sein würde, dann säße ich nicht in diesem Auto", betont Wolff die Ernsthaftigkeit ihrer Fahrten. "In Silverstone gab es einen Medienhype, hier nicht so viel. Für mich ist nur wichtig, dass ich Leistung zeige. Egal, ob Mann oder Frau: Für ein Formel-1-Team ist nur wichtig, dass die Leistung gebracht wird. Ich habe heute gezeigt, dass die Leistung stimmt."

Die Britin möchte mehr als nur die wenigen Runden in Silverstone und Hockenheim. Weitere Freitagseinsätze 2014 sind vorerst nicht geplant, ein Renncockpit 2015 dennoch das große Ziel. "In diesem Umfeld ist es schwierig, ein Renncockpit zu bekommen - oder überhaupt etwas Zeit in einem Formel-1-Auto zu bekommen. Ich muss schauen, was möglich ist", sagt sie. "Das Wichtigste ist, dass ich einen guten Job für das Team gemacht habe. Hoffentlich gibt es mehr Möglichkeiten. Ich muss darum kämpfen."

Ob der Kampf um Grand-Prix-Einsätze innerhalb des Williams-Teams gewonnen werden kann, ist unklar. "Ich bin realistisch. Valtteri und Felipe machen einen tollen Job. Daher sind meine Chancen begrenzt", sagt Wolff über die Chancen auf ein Williams-Renncockpit. "Aber man weiß es nie. Es gibt immer wieder Überraschungen. Wichtig ist, dass ich bereit bin. Das habe ich dem Team gezeigt. Wenn ich gebraucht werde, dann bin ich zur Stelle."

Fotoquelle: xpbimages.com

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