Sebastian Vettel will die Grenzen einer Strecke selbst ausloten können

Formel 1 2014

— 21.07.2014

Fahren und fahren lassen: Vettel gefällt's

Sebastian Vettel freut sich, dass die Rennleitung in Zweikämpfen nicht mehr eingreift und man auch einmal eine Linie überfahren darf, ohne eine Strafe fürchten zu müssen



Mehr Racing, weniger Strafen - dieses Credo hatte sich die Rennleitung vor einigen Wochen selbst auf die Fahne geschrieben. Nach einem Appell von Niki Lauda an Bernie Ecclestone und Charlie Whiting, der forderte, dass die Fahrer auf der Strecke wieder mehr Selbstbestimmung haben sollten, kündigte die Rennleitung an, in Zukunft weniger Strafen auszusprechen und den Einfluss von außen somit zu minimieren.

Doch der Versuch blieb zunächst halbherzig: Während man bei Zweikämpfen zunächst nicht mehr so genau hinschaute, verfolgte man dafür in Spielberg und in Silverstone plötzlich eine Zero-Tolerance-Politik, was das Verlassen der Streckenbegrenzung betraf. Fahrern wurden Runden im Qualifying gestrichen und Verwarnungen im Rennen ausgesprochen, wenn sie mit vier Rädern abseits der Piste unterwegs waren und einen Vorteil aus der Sache zogen.

Besonders in Silverstone führte dies zu kontroversen Szenen. Im Zweikampf zwischen Fernando Alonso und Sebastian Vettel schwärzten sich die beiden Weltmeister über Funk regelmäßig gegenseitig an, die Strecke kurz verlassen zu haben - ohne dass Charlie Whiting letztlich etwas unternahm. In Hockenheim folgte nun an diesem Wochenende die Kehrtwende: Anders als beispielsweise in der DTM wurde das Verlassen der Strecke (zum Beispiel in Kurve 1) toleriert - angeblich weil man dadurch sowieso keinen Vorteil hätte.

Für Sebastian Vettel ist diese Vorgehensweise der richtige Weg, wie er sagt: "Ich denke, man muss uns Rennen fahren lassen", erklärt er gegenüber 'auto motor und sport'. "Wenn man mal einen halben Meter mehr oder weniger draußen ist, dann interessiert das keine Sau. Es ist wichtiger, dass wir unseren Spaß haben. Das gefällt auch den Leuten", so die Meinung des Heppenheimers. Zumal es auch manchmal schwierig zu beurteilen sei, ob ein Fahrer durch das Verlassen der Strecke einen Vorteil hat. "Dann ist es schwer, jemanden korrekt zu bestrafen."

Doch der Red-Bull-Pilot glaubt nicht, dass sich die Fahrer der Formel 1 nun durch die veränderten Vorzeichen anders verhalten werden. Er denke im Rennen sowieso nicht an die Stewards: "Wenn man Rennen fährt, weiß man, dass man auf der Strecke bleiben muss. Am Ende wollen aber wir überholen und die Fans wollen, dass wir überholen", so Vettel. In Hockenheim ließen es die Kommissare jedenfalls ruhig angehen: Die Startkollision zwischen Felipe Massa (Williams) und Kevin Magnussen (McLaren) wurde genauso als Rennunfall gewertet, wie die diversen Scharmützel in der Haarnadelkurve.

Einzig Toro-Rosso-Pilot Jean-Eric Vergne geriet in das Visier der Rennleitung: Der Franzose bekam eine Strafe aufgebrummt, weil er im Kampf mit Romain Grosjean (Lotus) in Kurve 6 von der Strecke fuhr und sich dadurch einen Vorteil verschafft haben soll, was auch zu einem Punkt in der Sünderkartei geführt hat. Doch nicht nur in Sachen Streckenbegrenzung wollte Charlie Whiting scheinbar nicht mehr so strikt von außen eingreifen, auch beim Dreher von Adrian Sutil verzichtete man zur Überraschung vieler auf ein Safety-Car, doch das ist wieder eine andere Geschichte...

Fotoquelle: xpbimages.com

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