Sergio Perez und Esteban Gutierrez bekommen endlich ihr Heimrennen

Formel 1 2014

— 24.07.2014

Mexiko: Vorfreude auf Comeback, aber noch offene Fragen

Die Mexikaner Esteban Gutierrez und Sergio Perez freuen sich, 2015 einen echten Heim-Grand-Prix zu haben: Layout der Strecke in Mexiko-Stadt noch nicht klar



Nach 23 Jahren Pause kehrt die Formel 1 in der kommenden Saison nach Mexiko zurück. Am Mittwoch wurde mit den Streckenbetreibern des Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-Stadt ein Fünfjahresvertrag unterzeichnet. Fahrer und Teams freuen sich auf das Comeback im Land der Azteken. Am meisten freuen sich naturgemäß die beiden Lokalmatadoren im Feld.

"Ein Traum wird wahr, das ist ein großartiger Schritt", sagt der mexikanische Sauber-Pilot Esteban Gutierrez und freut sich diebisch darauf, "mit unseren Fans das teilen zu können, was wir selbst so lieben". Landsmann Sergio Perez klingt ganz ähnlich: "Es wird großartig für das ganze Land. Ich bin wirklich stolz, dass wir das erleben werden. Alle werden überrascht sein, welch großartiges Rennen es wird", sagt der Force-India-Pilot und ist überzeugt, dass Mexiko "sehr bald ein sehr populärer Grand Prix" sein wird.

"Ich hatte einmal die Chance, in Mexiko-Stadt zu fahren. Das war im Jahr 2008 beim Weltfinale der Formel BMW", erinnert sich Perez und hält fest: "Das war schon eine großartige Erfahrung, aber natürlich kein Vergleich zu dem, was uns im kommenden Jahr bevorsteht."

Perez rechnet mit "Termin gegen Ende der Saison"

Der Grand Prix von Mexiko stand ursprünglich bereits für die laufende Saison 2014 im vorläufigen Kalender. Die Umbauarbeiten am Autodromo Hermanos Rodriguez, wo die Formel 1 in den Jahren 1963 bis 1970 sowie 1986 bis 1992 gastierte, verzögerten sich aber.

"Ich habe keinerlei Zweifel, dass wir im nächsten Jahr in Mexiko fahren und dass bis dahin alles komplett fertig sein wird", gibt Perez zu verstehen, dass die Baumaßnahmen nach wie vor andauern. Nicht zuletzt deshalb rechnet der Mexikaner mit "einem Renntermin gegen Ende der Saison".

Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang vor allem aus logistischer Sicht eine Rolle spielt: Der Grand Prix der USA in Austin, den die Mexikaner in den vergangenen Jahren als ihr "Heimspiel" herangezogen haben, findet traditionell im November statt. Gut möglich, dass der Mexiko-Grand-Prix im Formel-1-Kalender 2015 entweder direkt vor oder direkt nach dem US-Grand-Prix platziert wird.

Als Basis für das Mexiko-Comeback der Formel 1 dient die 4,421 Kilometer lange Streckenvariante, wie sie zuletzt genutzt wurde. Sieger des ersten Rennens auf diesem Layout war 1986 der Österreicher Gerhard Berger im Benetton-BMW. Für die Rückkehr stellt Perez nun aber genau wie Alejandro Soberon, Präsident der mexikanischen Unterhaltungsfirma CIE, die eine oder andere Veränderung an der Streckenführung in Aussicht.

Welche Streckenvariante wird gefahren?

"Ich weiß noch nicht, ob wir die Peraltada fahren werden", spricht Perez auf die ultraschnelle 180-Grad-Rechts vor Start/Ziel an. "Das ist eine geschichtsträchtige Kurve, auf die sich jeder freut. Ich weiß aber noch nicht, ob wir sie in der klassischen Form befahren werden. Ich rechne damit, dass es dort noch Veränderungen geben wird", so der Force-India-Pilot.

Die von der ChampCar-Serie in den Jahren 2002 bis 2005 vorgemachte und bei den Zuschauern äußerst beliebte Variante, die Peraltada mittels einer Links-Rechts-Links-Passage durch das im Innenbereich der 180-Grad-Kurve gelegene Baseball-Stadion zu entschärfen, kommt für die Formel 1 nicht in Frage. Als realistischer wird da schon die Variante eingestuft, wie sie die ChampCar-Serie in den Jahren 2006 und 2007 fuhr: Mit einer Schikane am Eingang der Peraltada. Womöglich lassen sich die Verantwortlichen für die Formel 1 aber auch eine ganz neue Variante einfallen.

Mexiko-Stadt besser als Cancun

Ganz gleich, wie das endgültige Layout für den Grand Prix von Mexiko 2015 aussehen wird: Perez freut sich angesichts der Rückkehr in den Kalender schon jetzt darauf, dass künftig "mehr Mexikaner die Formel 1 bereichern werden". Dabei bezieht sich der Force-India-Pilot nicht zwingend nur auf Fahrer, sondern auch auf Ingenieure, Mechaniker und Medienvertreter. "Das wird der gesamten Formel 1 guttun", ist Perez überzeugt.

Damit erfüllt sich für die Mexikaner jener Traum, der in der Saison 2006 platzte. Damals hatte Bernie Ecclestone den Grand Prix von Mexiko auf einem Stadtkurs im an der Ostküste des Landes gelegenen Urlaubsparadies Cancun festgezurrt. Noch Monate bevor die ersten Motoren heulten, wurde das Event aber abgeblasen.

"Mexiko-Stadt ist der bessere Ort als Cancun. Man kann die Menschen in nahezu jedem Land auf der Welt fragen, wo Mexiko-Stadt liegt und sie sagen dir 'in Mexiko'. Bei Cancun würden sie sagen 'keine Ahnung'", äußerste sich Ecclestone vor geraumer Zeit, als die Verhandlungen mit Mexiko-Stadt wieder Fahrt aufnahmen.

Doch der Bekanntheitsgrad war nicht der eigentliche Grund für das Scheitern des Cancun-Projekts, wie der inzwischen 83-jährige Formel-1-Zampano seinerzeit offenbarte: "Wir hatten ein Vertrag, doch sie haben die entsprechende Erlaubnis zur Austragung des Rennens nicht erhalten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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