Großer Preis von Ungarn: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 26.07.2014

Wolff: Würde ein Podium von Hamilton nicht ausschließen

Neues Chassis, Motor und Getriebe: Lewis Hamilton muss nach dem Brand aus der Boxengasse starten - Toto Wolff schließt einen Podestplatz aber nicht aus



Lewis Hamilton hatte auch auf einer seiner Paradestrecken kein Glück. Der Brite beherrschte die drei Freien Trainings auf dem Hungaroring und galt als Favorit für die Pole-Position. In Ungarn gewann Hamilton schon in den Jahren 2007, 2009, 2012 und 2013. Es wäre der perfekte Ort gewesen, um im WM-Duell gegen seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg wieder eine Trendwende zu schaffen. Das klappte aber zumindest im Qualifying nicht. Zu Beginn von Q1 brannte es im Heck des Silberpfeils und Hamilton konnte keine einzige schnelle Runde fahren.

Mercedes hat mittlerweile bestätigt, dass Hamilton ein neues Chassis, einen neuen Motor und ein neues Getriebe bekommen hat. Somit wird er am Sonntag aus der Boxengasse starten. Das Feuer wurde durch ein Benzinleck in der Hochdruckpumpe verursacht. "Der Wert für die Benzindurchflussmenge ist plötzlich weit über die erlaubten 100 Kilogramm pro Stunde gestiegen", berichtet Technikdirektor Paddy Lowe bei 'auto motor und sport'. "Trotzdem fuhr Lewis noch eine Rekord-Sektorzeit."

"Zuerst dachten wir, dass der Fehler im Messgerät liegt, doch dann ist der Benzindruck von 200 auf 100 bar gesunken. Dann war klar: Das muss ein Leck sein." Das Feuer bedeutete für Hamilton den nächsten Rückschlag im Titelkampf. Es hat nicht nur direkte Auswirkungen für das Rennen auf dem Hungaroring, sondern auch für den Rest der Saison. In diesem Jahr sind insgesamt nur fünf Antriebseinheiten erlaubt. Da die Belastungen auf dem Hungaroring nicht so extrem wie auf schnellen Strecken ist, hätte es das letzte Rennen für dieses Paket sein sollen.

Nun ist Hamilton bei seiner vierten Antriebseinheit angelangt. Das inkludiert den Motor, den Turbolader, die Batterie und die Energierückgewinnungs-Systeme MGU-K und MGU-H. Kommt es zum Einsatz einer sechsten Komponente, drohen Strafversetzungen in der Startaufstellung. Dagegen läuft es bei seinem Teamkollegen Rosberg nach Plan. Lediglich in Silverstone gab es einen technisch bedingten Ausfall.

Hamilton schied bereits in Melbourne und in Montreal aus. Dazu gab es in Hockenheim im Qualifying einen Bremsdefekt. Nun brannte der Silberpfeil. "So ist es eben manchmal", versucht der Weltmeister von 2008 die Fassung zu bewahren. "Ich glaube, dass ich Mühe haben werde, es in die Top 10 zu schaffen. Ich befürchte, dass ich morgen mehr als 20 WM-Punkte Rückstand haben werde. Gut ist nur, dass noch viele Rennen kommen."

Hamilton stellte sich noch im Laufe des Qualifyings den Fragen der Fernsehjournalisten. Anschließend verließ er die Strecke und es gab keine Medienrunde mit der schreibenden Zunft. "Er hat die Strecke verlassen, nachdem er die Fernsehinterviews gegeben hat", bestätigt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. "Er hat uns gefragt, ob er ins Hotel zurückkehren durfte. Natürlich durfte er das. Ich glaube, sein Physiotherapeut ist mit ihm gegangen."

Wolff glaubt an erfolgreiche Aufholjagd

Der Österreicher ist überzeugt, dass Hamilton am Sonntag topmotiviert seine Aufholjagd starten wird. "Er ist die ganze Saison sehr stark. Natürlich ist er ein sensibler Mensch und fühlt sich nicht gut. Er wird sich bis morgen aber erholen und guter Stimmung sein - so wie in Hockenheim. Er braucht keine große Hilfe", so Wolff. "Wir sprechen von Zeit zu Zeit, aber er hat diese Stärke entwickelt, dass er sich erholt."

Im Gegensatz zu Hamilton glaubt Wolff, dass ein Podestplatz möglich sein kann. "Es ist schwierig. Ich würde einen Podestplatz nicht ausschließen, denn er hatte heute einen guten Speed. Wenn wir die Strategie perfekt hinbekommen und es anders als die anderen Teams machen, dann würde ich einen Podestplatz nicht ausschließen." Damit deutet der Teamchef an, dass Mercedes Hamilton mit einer anderen Strategie fahren lassen könnte, da Überholen auf dem Hungaroring nicht einfach ist.

Dennoch stellen sich die Gegner darauf ein, dass der Silberpfeil irgendwann im Laufe des Rennens in ihrem Rückspiegel auftauchen wird. "Ich gebe ihm eine sehr gute Chance", sagt beispielsweise Jenson Button. Der heutige McLaren-Pilot feierte im Jahr 2006 mit einem Honda in Ungarn seinen ersten Grand-Prix-Sieg. "Mit meinem Auto von 2006 hätte ich im Trockenen nicht von Startplatz 14 gewonnen. Wenn es morgen trocken ist, dann ist Überholen natürlich schwierig. Er hat aber mit Abstand das beste Auto."

"In Silverstone waren sie am Anfang locker um zweieinhalb Sekunden schneller als alle anderen", rechnet Button den Vorsprung der Silberpfeile hoch. "So können sie fahren, wie sie wollen. Er kann seine Reifen auf eine bestimmte Art verwenden, um einen Vorteil zu erlangen, weil seine Pace so gut ist. Solange er keine Unfälle hat, kann er auf das Podest fahren. Es wird unterschiedliche Strategien geben. Für ihn war es wieder ein schwieriger Tag. Die vergangenen Qualifyings waren für ihn nicht einfach. Er wird sich aber durchkämpfen." In Hockenheim kämpfte sich Hamilton von Startplatz 20 bis auf Rang drei nach vorn.

Fotoquelle: xpbimages.com

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