Toto Wolff kann die Skepsis von Bernie Ecclestone nachvollziehen

Formel 1 2014

— 26.07.2014

Neue Medien: Wolff versteht Ecclestones Skepsis

Die Frage nach der Vermarktung der Formel 1 in den neuen Medien ist schwierig zu beantworten - Toto Wolff versteht Gegner Ecclestone, aber auch die Befürworter



Über die sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram und Co. wird auch in der Formel 1 diskutiert. Bernie Ecclestone zeigte sich bislang stur und will nicht auf diesen Zug aufspringen. "Ich glaube, die Veränderung, die gerade passiert, ist äußerst kurzlebig", meinte der 83-Jährige vor Kurzem. "Diese Social-Media-Leute beginnen gerade zu realisieren, dass das Ganze nicht so gut ist, wie sie gedacht haben." Die Meinungen gehen im Fahrerlager aber auseinander. Niki Lauda versteht die Skepsis Ecclestones nicht und fordert, dass sich die Formel 1 öffnet.

"Ich sehe, dass die jungen Leute immer häufiger das machen, worauf sie spontan Lust haben", so der Österreicher. "Die wollen mit dem Vater nicht zu Hause bleiben, wenn am Sonntagnachmittag draußen die Sonne scheint, nur um im Wohnzimmer zwei Stunden lang ein Formel-1-Rennen anzuschauen." Das Thema ist aber weit komplexer, als einfach nur einen Twitter-Account zu betreiben.

Die Formel 1 ist in erster Linie ein großes Geschäft. Wenn Ecclestone kein Geld verdienen kann, dann ist er bekanntermaßen nicht interessiert. Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat bereits einige Gespräche mit dem Formel-1-Zampano geführt. Es ist ein komplexes Thema und der Österreicher versucht, die beiden Seiten zu beleuchten. "Ich hatte mit ihm einige Gespräche über die sozialen Medien", so Wolff auf dem Hungaroring. "Man muss aber auch die Hintergründe verstehen."

"Die FOM generiert 50 Prozent oder mehr des Gewinns vom traditionellen Fernsehen. Man sieht aber eine gewisse Stagnation bei den Fernsehzusehern, oder sogar einen Rückgang. Diesen Rückgang sieht man auch beim Fußball und überall. Trotzdem ist der Marktanteil der traditionellen Fernsehstationen immer noch hoch. Ich weiß, dass der Marktanteil von 'RTL' in Deutschland über 30 Prozent liegt. Obwohl man einen Rückgang der Zahlen sieht, ist das einer der stärksten Marktanteile aller Fernsehformate."

"Man muss das mit dem allgemeinen Marktanteil von 'RTL' vergleichen, der unter zehn Prozent liegt. Die Formel 1 ist aber sehr erfolgreich." Die Erlöse an den Übertragungsrechten füllen die Geldtöpfe der FOM. Dagegen ist Geld verdienen im Internet und im Speziellen mit Facebook und Twitter eine schwierige Angelegenheit. "Wenn man auf der einen Seite einen Rückgang bei diesen Fernsehzahlen sieht, kann man gleichzeitig die Zahl in der digitalen Welt explodieren sehen", weiß Wolff.

"Am vergangenen Wochenende hatten wir mit unserem Publikum sechs Millionen Kontakte. Die Webseiten wachsen. Die Frage ist, was wir tun können, um diesen Teil zu Geld zu machen", spricht er den für Ecclestone entscheidenden Punkt an. "Es ist aber sehr schwierig, denn niemand scheint das zu schaffen."

"Ich verstehe die Frustrationen und Probleme, denn man kann seine Hauptkunden und Partner nicht verärgern und gleichzeitig von einem großen Publikum in den sozialen Medien träumen, wenn man in den sozialen Medien kein Geld verdienen kann. Wir müssen den gordischen Knoten lösen und herausfinden, wie es in Zukunft aussieht. Meiner Meinung nach wird die Situation in zehn Jahren komplett anders aussehen."

Fotoquelle: xpbimages.com

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