Großer Preis von Ungarn: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 27.07.2014

Horner: Warum der Ungarn-Sieg noch süßer schmeckt

Red-Bull-Teamchef Christian Horner lässt den Husarenritt von Daniel Ricciardo Revue passieren und erklärt, warum er in Ungarn zufriedener als in Kanada ist



Rechtzeitig vor Beginn der Sommerpause der Formel 1 hat sich Red Bull nach einer schwierigen ersten Saisonhälfte noch einmal einen kräftigen Schluck aus der Motivationsflasche gegönnt. Beim Großen Preis von Ungarn in Budapest meisterte Daniel Ricciardo die wechselhaften Bedingungen und mehrere Safety-Car-Phasen am besten, zeigte eine tadellose Leistung und feierte nach Montreal seinen zweiten Saisonsieg.

Doch der Erfolg auf dem Hungaroring schmeckt Teamchef Christian Horner noch süßer als Ricciardos Premierensieg in Montreal. "Dieser Sieg macht zufriedener als der in Montreal, denn hier haben wir Mercedes geschlagen, die keine Probleme hatten", sagt Horner. In Montreal hatte Ricciardo noch von den Bremsproblemen der Silberpfeile profitiert, doch heute siegte er aus eigener Kraft. "Wir hatten die richtige Strategie, Daniel hat eine herausragende Leistung gezeigt. Die Boxenstopps waren gut, seine Überholmanöver waren exzellent", fasst Horner zusammen.

Vor allem mit der richtigen Strategie arbeitete sich Riccardo von Platz sechs nach der ersten Runde sukzessive nach vorne. Das begann schon während der ersten Safety-Car-Phase, die in der neunten Runde nach dem Unfall von Marcus Ericsson ausgerufen wurde. Dort hatte Ricciardo das Glück, dass er nach dem Zeigen des Safety-Car-Schilds noch rechtzeitig in die Boxengasse abbiegen konnte, um von Intermediates auf weiche Reifen zu wechseln. "Der erste Stopp war ein kritischer Moment des Rennens", so Horner.

Ricciardos Taktik geht auf

In diesem Moment wollte das Team auch Sebastian Vettel an die Box holen, doch der Weltmeister war schon an der Boxeneinfahrt vorbeigefahren, als die Safety-Car-Schilder gezeigt wurden. "Aus Sicht des Team ist das die schnellste Lösung, beide auf einmal abzufertigen. Aber Seb war schon zu weit um die letzte Kurve gefahren", erklärt Horner.

Nachdem in Runde 23 nach dem Unfall von Sergio Perez erneut das Safety-Car auf die Strecke fuhr, rief Red Bull Ricciardo erneut an die Box, obwohl er zu diesem Zeitpunkt erst 14 Runden mit dem Reifensatz gefahren war. "Es fiel in unser Fenster, wenn auch auf der frühen Seite", erklärt Horner dazu. "Mit den nächsten beiden Stints konnten wir das verbleibende Rennen halbieren."

"Wir dachten daher: Was auch immer die Jungs hinter uns machen, ist irrelevant. Wir haben die Strategie daher aufgeteilt und haben Daniel an die Box gerufen und Seb draußen gelassen, weil er beim vorherigen Stint eine Runde später gestoppt hatte", so Horner. "Daniel war sehr intelligent, hat im Verkehr seine Reifen nicht verheizt und hatte noch genügend Gummi, als die anderen Jungs an die Box gingen."

Motorprobleme schnell behoben

Doch dieses Gummi hätte Ricciardo fast nichts mehr genützt, denn in Runde 44 herrschte auf einmal Alarm in der Red-Bull-Box. Der Australier meldete Probleme mit dem Auto. "Wir hatten dann im Mittelstint ein Problem mit einem Sensor an einem der Zylinder des Motors", erklärt Horner. Doch dies lies sich von der Box aus beheben. "Die Renault-Leute haben einen Weg gefunden, diesen Sensor auszuschalten."

Nach seinem dritten Boxenstopp war dann aber Ricciardos fahrerisches Können gefordert, denn nun musste er Fernando Alonso (Ferrari) und Lewis Hamilton (Mercedes) auf der Strecke überholen - was ihm mit frischen Reifen auf eindrucksvolle Weise gelang. "Seine Überholmanöver in den letzten fünf Runden waren die Krönung eines fantastischen Rennens", meint auch Horner. "Er fährt auf einer Welle des Selbstvertrauens. Er fährt das Auto derzeit so entspannt, und die Dinge fallen ihm zu", beschreibt der Teamchef

Völlig anders sah es wieder einmal auf der anderen Seite der Box bei Vettel aus. Von Platz zwei gestartet, auf Position sieben ins Ziel gekommen - wieder einmal erlebte der Heppenheimer ein enttäuschendes Rennen. "Es lief nicht für ihn", sagt Horner. Das fing schon beim Start an, wo Vettel nach guten ersten Metern nicht nach vorne kam. "Seb hatte ein Problem mit dem Energierückgewinnungssystem, was nicht vollständig aufgeladen hat", so der Teamchef.

Unglückliches Rennen für Vettel

Auch im weiteren Rennverlauf lief es für Vettel nicht nach Plan. "Er hatte beim ersten Safety-Car Pech, dann allerdings Glück, dass er nicht in der Mauer gelandet ist", spricht Horner Vettels Dreher auf der Start- und Zielgeraden in Runde 33 an. "Er hat sich dabei aber Bremsplatten eingefahren. Wir mussten ihn also in die Box holen."

Bei diesem Stopp zog Red Bull Medium-Reifen auf, mit denen Vettel anschließend 37 Runden lang fahren musste, wollte er einen weiteren Boxenstopp vermeiden. Eine andere Alternative sah Horner für den Deutschen nicht. "Was waren seine Optionen? Er musste mit dem Prime-Reifen bis ins Ziel fahren und hat Bottas, der pro Runde drei Sekunden schneller als er war, hinter sich gehalten. Er hat den Red Bull so breit wie möglich gemacht."

Fotoquelle: xpbimages.com

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