Groer Preis von Ungarn: Pre-Events

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Formel 1 2014

— 28.07.2014

Noch alles drin: Ricciardo hofft auf "Abu Double"

Dank der doppelten Punkte, die in diesem Jahr in Abu Dhabi vergeben werden, hat Daniel Ricciardo noch immer realistische Chancen auf den WM-Titel 2014



"Einer muss es ja machen", antwortet Daniel Ricciardo auf die Bemerkung eines Journalisten, dass er in dieser Formel-1-Saison der einzige echte Mercedes-Konkurrent sei. Was eigentlich eher ein flapsiger Kommentar ist, hat allerdings durchaus einen wahren Kern. Mit 131 Punkten liegt Ricciardo in der Weltmeisterschaft aktuell auf Rang drei - und hat damit zumindest rechnerisch noch realistische Chancen auf den Titel.

60 Zhler betrgt der Rckstand des Australiers auf Lewis Hamilton, Nico Rosberg liegt nach dem Ungarn-Grand-Prix nur noch 71 Punkte vor Ricciardo. Was auf dem ersten Blick nach einem ganzen Batzen aussieht, ist bei nherer Betrachtung allerdings gar nicht mehr so viel. Vor allem dank der doppelten Punkte, die 2014 beim Saisonfinale in Abu Dhabi vergeben werden.

"Ich denke, wir werden dieses Jahr definitiv weiterhin pushen. Es gibt noch immer eine Menge zu gewinnen", erklrt Ricciardo daher und ergnzt: "Auerdem knnen wir das, was wir in diesem Jahr lernen, mit in die nchste Saison nehmen, also wird das Team weiterhin Druck machen, und ich bin mir sicher, dass dieser zweite Sieg die Motivation im Team hoch halten wird."

Red Bull muss aufholen

Trotzdem will der 25-Jhrige seinen Ungarn-Sieg zunchst nicht berbewerten: "Ich denke, dass heute vor allem die wechselhaften Bedingungen und die Safety-Car-Phasen dafr gesorgt haben, dass drei verschiedene Hersteller ganz oben standen. Trotzdem wrde ich mir wnschen, dass es eine Bedeutung fr die zweite Saisonhlfte hat. Ich denke, dass Mercedes bei trockenen Bedingungen noch immer einen ziemlichen Vorteil vor allen anderen hat."

Dass Mercedes noch immer einen Vorteil hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenso ist es allerdings Fakt, dass noch immer acht Rennen zu fahren sind, in denen noch maximal 225 Punkte zu holen sind - und in denen eine Menge passieren kann. Hoffnung drfte Red Bull da vor allem die vergangene Saison machen, als Sebastian Vettel alle neun Rennen nach der Sommerpause gewinnen knnte.

In der ersten Saisonhlfte hatte der Heppenheimer damals zwar ebenfalls vier Siege geholt, Ricciardo steht mit seinen zwei Triumphen in Kanada und Ungarn und drei weiteren Pltzen auf dem Podium 2014 aber gar nicht so viel schlechter da als der Weltmeister im vergangenen Jahr. Die Frage lautet nun, ob Red Bull in der Sommerpause einen hnlichen Leistungssprung schaffen kann wie 2013.

Horner schreibt WM noch nicht ab

Sollte dies gelingen, bruchte Ricciardo nur ein bis zwei gute Ergebnisse und wre pltzlich mittendrin im Titelrennen - "Abu Double", wie das Saisonfinale liebevoll genannt wird, sei Dank. Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklrt daher gegenber 'Formula1.com' auf die Frage, ob die beiden Mercedes-Piloten den Titel 2014 unter sich ausmachen werden: "Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das so, aber wir werden nicht aufgeben. Jedes Rennen ist eine Gelegenheit."

"Ich denke, da gibt es mehrere Meinungen", antwortet Ricciardo auf die gleiche Frage und fgt hinzu: "Wenn einige von uns sagen, dass es vorbei ist, dann sehen sie sich vermutlich nur die Performance der Mercedes an. An einem normalen Wochenende mit normalen Bedingungen waren sie auf so ziemlich allen Strecken dominant. An Tagen wie heute, an denen sich die Bedingungen ndern, an denen es Safety-Cars gibt, knnen wir mit ihnen mithalten."

"Seb hat schon recht, wenn er sagt, dass es rechnerisch noch nicht vorbei ist. Ich habe heute den Rckstand in der WM verringert, aber realistisch gesehen ist es noch immer ein langer Weg. Daher ndert sich unsere Herangehensweise nicht. Ganz egal, ob wir noch darum (um den Titel; Anm. d. Red.) kmpfen knnen oder nicht, wir wollen immer die bestmgliche Position erreichen. Heute war der Sieg mglich und wir haben ihn uns geschnappt."

Abstauber Ricciardo

Generell ist es auffllig, dass Ricciardo 2014 immer als Erster zur Stelle ist, wenn die Mercedes schwcheln. Als die Silberpfeile in Kanada mit technischen Problemen zu kmpfen hatten, schnappte sich Ricciardo den Sieg, als die Bedingungen das Feld nun in Ungarn durcheinanderwirbelten, war es erneut der Australier, der am Ende ganz oben auf dem Podium stand.

"Ich denke, die Bedingungen und das Wetter haben heute eine groe Rolle gespielt", erklrt Ferrari-Pilot Fernando Alonso und ergnzt: "Die Streckencharakteristik ist auerdem den Antriebsstrngen entgegengekommen, die normalerweise nicht ganz vorne sind." Genau das drfte ein weiterer Knackpunkt in der zweiten Saisonhlfte sein, denn selbst wenn Red Bull sein Auto verbessern kann, hat Mercedes noch immer den Vorteil des besseres Motors.

Vor allem auf Hochgeschwindigkeitsstrecken wie Spa oder Monza drfte Red Bull daher kaum Land gegen die Silberpfeile sehen. "Spa ist ein guter Ort, um in die zweite Saisonhlfte zu starten", sagt Ricciardo trotzdem und ergnzt: "Vielleicht knnte das Wetter dort wieder fr etwas Aufregung sorgen. Aber vergessen wir mal all die Statistiken, heute war es einfach groartig, dass drei Teams und drei verschiedene Hersteller auf dem Podium standen. Das war sehr erfrischend."

Es ist erst vorbei, wenn...

"Ich denke, fr die Fans ist das groartig", findet auch Hamilton und ergnzt: "Ich bin mir sicher, dass die Leute sagen, dass es heute ein groartiges Rennen war. Das ist es, was die Fans sehen wollen, also hoffe ich, dass es in Zukunft so weitergeht." Noch hat Hamilton angesichts seines Vorsprungs auf Ricciardo gut reden, doch sptestens, wenn der Australier in Abu Dhabi noch immer rechnerische Chancen auf den Titel haben sollte, drfte man bei Mercedes etwas ins Schwitzen kommen.

Denn die Vergangenheit hat den geneigten Formel-1-Zuschauer bereits oft gelehrt, dass absolut gar nichts sicher ist, bis auch wirklich alle Fahrer die letzte Zielflagge der Saison gesehen haben. Man denke nur an die Saison 2010, als Vettel vor dem Saisonfinale lediglich auf WM-Platz drei lag und 15 Punkte Rckstand auf Alonso hatte - und sich am Ende trotzdem den Titel schnappte.

2007 sah es fr einen gewissen Kimi Rikknen zwei Rennen vor Schluss sogar noch hoffnungsloser aus: WM-Platz drei und 17 Punkte Rckstand, bei damals noch maximal 20 zu vergebenen Zhlern, auf Hamilton, der den Titel mit seinem damaligen McLaren-Teamkollegen Alonso scheinbar unter sich ausmachte. Weltmeister am Ende des Jahres: Kimi Rikknen.

Die doppelten Punkte und ihre Folgen

2014 kommen nun sogar noch die doppelten Punkte dazu, die noch verrcktere Aufholjagden ermglichen. Ein Blick in die jngere Vergangenheit zeigt, dass dieses System bereits die ein oder andere WM-Entscheidung massiv beeinflusst htte. So wre 2012 nicht Vettel zum dritten Mal Weltmeister geworden, sondern Alonso. 2008 htte der Weltmeister nicht Hamilton sondern Felipe Massa gehieen und sogar Rekordchampion Michael Schumacher htte 2003 einen seiner Titel an Rikknen abgeben mssen.

Ob man es also mag oder nicht, eines hat die FIA mit der Einfhrung der doppelten Punkte auf jeden Fall bewirkt: Das Saisonfinale 2014 knnte so offen und unvorhersehbar sein wie selten zuvor. "Ich denke, durch das Abu-Dhabi-System, das sie in diesem Jahr anwenden, wird es noch bis spt in der Saison ziemlich offen sein", wei auch Ricciardo, der seinen Fans verspricht: "Wir werden weiterhin unser Bestes geben."

Wer sich am Ende der Saison 2014 als erster "Abu-Double-Weltmeister" der Geschichte feiern lassen darf, steht noch in den Sternen. Fest steht nur, dass die Knigsklasse auch am Ende dieses Jahres wieder einen Champion krnen wird. Denn ganz egal, wie die Regeln aussehen: Einer muss es ja bekanntlich machen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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