Mercedes spürt die Konkurrenz schon langsam näherkommen

Formel 1 2014

— 29.07.2014

Mercedes-Dominanz schmilzt in der Sommersonne

Die Silberpfeile mussten sich in Budapest schon zum zweiten Mal in diesem Jahr geschlagen geben: Ist Mercedes nicht mehr so dominant wie zu Saisonbeginn?



Zu Saisonbeginn sah es fast so aus, als könnte Mercedes alle Rennen in dieser Saison gewinnen. Zumindest bis zur jetzt anstehenden Sommerpause sahen 40 Prozent der 'Motorsport-Total.com'-Leser kein Kraut gegen die Silberpfeile gewachsen. Doch von den elf bisherigen Rennen konnten Nico Rosberg und Lewis Hamilton "nur" neun für sich entscheiden - die anderen beiden Siege gingen auf das Konto von Red Bulls Daniel Ricciardo.

In den letzten Wochen haben sich die Mercedes-Boliden immer wieder verwundbar gezeigt. Zwar ist der F1 W05 Hybrid speedmäßig weiterhin das Maß aller Dinge, allerdings hat Mercedes die Zuverlässigkeit in jüngster Zeit immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht. "Zuverlässigkeit bleibt unser Hauptproblem. Das müssen wir analysieren", kündigt Motorsportchef Toto Wolff nach der aktuellen Pannenserie an.

Nach den Kinderkrankheiten zu Saisonbeginn ging es eigentlich in Kanada so richtig los, als beide Piloten über Bremsprobleme klagten. Während dies das Aus für Hamilton bedeutete, schleppte Rosberg seinen wunden Mercedes auf Rang zwei ins Ziel. In Silverstone büßte der Deutsche dann allerdings für einen Getriebeschaden am Fahrzeug, der ihm (wohl) 25 Zähler kostete. In Hockenheim und Budapest erwischte es dann wieder Hamilton im Qualifying mit einem Bremsdefekt und einem Benzinleck.

"Wir versuchen derzeit, Probleme zu beheben. Wir laufen ihnen nicht hinterher und kommen nach der Sommerpause hoffentlich mit einer Verbesserung zurück", zeigt sich Wolff aber zuversichtlich. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Niki Lauda ist die ständigen Probleme Leid und findet deutliche Worte: "Immer, wenn man einen Defekt hat, muss man seinen Job besser machen. Paddy und Andy (Lowe und Cowell, Anm. d. Red.) werden sich dessen annehmen, im nächsten Rennen wird alles beseitigt sein."

Das bleibt aus Mercedes-Sicht zu hoffen, denn in Sack und Tüten ist der WM-Titel zumindest bei den Fahrern noch nicht. Nach dem Sieg am Hungaroring hat Daniel Ricciardo zwar noch immer 71 Punkte Rückstand auf den WM-Führenden Rosberg, doch alleine beim Saisonfinale in Abu Dhabi kann man auf einen Schlag 50 Punkte gutmachen. Ricciardo hat bereits angekündigt, dass er bis zum Ende kämpfen will, und Mercedes sollte gewarnt sein.

In Ungarn wurde das Team erstmals geschlagen, obwohl beide Autos im Ziel waren und noch voll funktionstüchtig schienen. Bei den Silbernen will man den kleinen Rückschlag allerdings nicht überbewerten: "Wir wussten, dass die Strecke schwierig ist und dass die Bedingungen sehr schwierig waren. Ricciardo hat ein tolles Rennen gezeigt, und auch Alonso", erklärt Wolff, der sich um die Konkurrenzfähigkeit keine Sorgen macht.

"Unser Vorsprung war beim Training und im Qualifying gut, das war auch am Anfang des Rennens so. Da dürfen wir jetzt nicht panisch werden und sagen: Um Gottes Willen, wir haben unseren Vorsprung verloren. Wir haben immer noch einen soliden Vorsprung und den müssen wir weiter ausbauen für die nächsten Rennen." Die Sommerpause sollte zumindest ein wenig Zeit für die Fehleranalyse geben, die Mercedes gut gebrauchen könnte.

Fotoquelle: xpb.cc

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