Formel 1 zum Anfassen: Niki Lauda fordert mehr Rennen wie Spielberg

Formel 1 2014

— 30.07.2014

Lauda über Besucher-Rückgang: "Promoter sind das Problem"

Niki Lauda will die Formel 1 attraktiver machen: Was er den Veranstaltern vorwirft, woran man sich ein Beispiel nehmen sollte und wieso er Briatore überflüssig findet



Niki Lauda zieht nicht nur bei Mercedes als Aufsichtsratsvorsitzender die Fäden, sondern auch in Hinblick auf das zukünftige Gesicht der Formel 1. Der Österreicher nutzt seine hervorragenden Kontakte zu Boss Bernie Ecclestone, um die zuletzt zunehmend in der Kritik stehende Königsklasse des Motorsports wieder auf Kurs zu bringen.

Sowohl die Zahl der TV-Zuseher als auch die der Fans an der Strecke hat sich zurückentwickelt - nun hat Lauda angeregt, dass alle Regeländerungen des vergangenen Jahrzehnts unter die Lupe genommen werden, um zu überprüfen, ob sie der Show zuträglich waren oder nicht.

Weniger Strafen "ein großer Schritt"

Geht es nach Lauda, soll die Formel 1 weniger restriktiv werden - im Ansatz hat man Laudas Einfluss bereits in Hockenheim und in Ungarn gesehen, wo die Rennkommissare die Piloten an der langen Leine hielten und in strittigen Situationen deutlich weniger Strafen ausgesprochen wurden.

Und tatsächlich überzeugten die vergangenen zwei Rennen mit viel Action. Ob es einen Zusammenhang mit der neuen Herangehensweise gibt, ist jedoch schwer zu sagen. "Der große Schritt war es, dass die Kommissare nicht mehr so stark einschreiten wollen", ist Lauda von der Relevanz seiner Anregung überzeugt.

Das wirkt sich auch auf die Zuseherzahlen aus, glaubt die Formel-1-Legende: "'RTL' hatte in Hockenheim mehr Zuschauer als zuvor. Es ist ein Auf und Ab. Die Zuschauer kommen zurück, wenn die Rennen gut sind."

Vorbild Spielberg

Doch wie sieht es mit den Fans an der Rennstrecke aus? Kritiker bemängeln, dass die Ticketpreise zu hoch sind, die Veranstalter sind aber gezwungen, diese hoch anzusetzen, damit sie die Kosten für die Formel-1-Lizenzgebühr decken können - ein Teufelskreis.

Lauda glaubt aber, dass viele Veranstalter auch unter dem eigenen Unvermögen leiden, ihr Rennen ordentlich zu verkaufen und ein attraktives Programm anzubieten. "Die Promoter sind das Problem", übt er Kritik - und nennt den Grand Prix von Österreich als Beispiel mit Vorbildwirkung: "Schaut euch doch Spielberg an: Red Bull, das sind echte Profis. Sie haben in drei Tagen mit Radio- und Internetwerbung 80.000 Karten abgesetzt."

Lauda gegen Briatore

Die Veranstalter sollten laut Lauda darüber nachdenken, "was sie den Fans anbieten. In Spielberg gab es ein Legenden-Rennen und viel mehr Sport. Das ganze Wochenende war ganz anders." Das enorme Interesse in Österreich könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass der Grand Prix nach zehn Jahren Pause wieder im Kalender aufscheint. Ein wirklicher Gradmesser werden die Zuseherzahlen im kommenden Jahr sein.

Dann könnte übrigens auch Flavio Briatore wieder in der Formel 1 mitmischen. Der ehemalige Renault-Teamchef soll in Zukunft einer Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Show angehören, an der auch Ecclestone und die Teams beteiligt sind. Was Lauda davon hält? Nicht viel: "Wozu bräuchten wir Flavio? Bernie ist in der Verantwortung, das bleibt er. Ich habe davon nie gehört. Mit ihm müssen wir darüber nachdenken, was wir in Zukunft machen."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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