Christijan Albers will Caterham zu einer erfolgreichen Zukunft führen

Formel 1 2014

— 05.08.2014

Albers: Tschüss Renncockpit, hallo Kommandostand

Teamchef Christijan Albers zieht nach einem Monat bei Caterham Bilanz und ist vom kommenden Erfolg überzeugt - Eigene Rennfahrerkarriere im Grunde beendet



Seit rund einem Monat ist Christijan Albers nun am Ruder des strauchelnden Caterham-Teams. Nach dem Rückzug von Teambesitzer Tony Fernandes übernahm der Niederländer zusammen mit Colin Kolles und einigen Geldgebern den Rennstall aus Leafield und will ihn in ruhigere Fahrwasser führen. Doch der erste Monat verlief eher rau: Sportlich konnte das Team noch keine besseren Ergebnisse einfahren, dafür sorgte das Team mit zahlreichen Entlassungen inklusive möglicher Rechtsstreitigkeiten für Schlagzeilen.

Trotz aller Umstände ist Albers aber zunächst zufrieden mit seinem ersten Monat bei Caterham und schildert seine Eindrücke: "Ich war ziemlich beeindruckt von allem, was in der Fabrik in Leafield passiert ist", zieht er bei 'GPUpdate.net' ein erstes Fazit. "Ich war beeindruckt davon, wie die Fabrik aufgestellt war und von den Leuten, die dort gearbeitet haben." Doch natürlich war aufgrund der sportlichen Situation nicht alles eitel Sonnenschein bei den Grünen.

"Ich habe auch bemerkt, dass viele Leute ein wenig deprimiert waren, weil sie in vier Jahren nichts erreicht haben", so Albers weiter. "Die Leute hatten Schwierigkeiten mit der Motivation, aber jetzt versuchen wir, dem Team neues Leben einzuhauchen." Erste Umstrukturierungen hat es bereits gegeben. Einige Angestellte mussten wie angesprochen gehen, doch auch in den oberen Positionen hat sich einiges verschoben.

Das Entwicklungsrennen hat begonnen

Neben Teamchef Christijan Albers und Berater Colin Kolles bekleiden nun John Iley (Technikchef), Keith Barclay (Chefdesigner) und Miodrag Kotur (Teammanager) die wichtigsten Positionen bei Caterham. "Ich denke, das Team kann sehr erfolgreich sein, und das ist meiner Meinung nach das Wichtigste", erklärt der Niederländer. "Das wird nicht einfach werden, aber wir sind gewillt, hart zu kämpfen und alles zu tun, was nötig ist."

Derzeit arbeite man bereits mit Hochtouren am Auto für die kommende Saison, das man laut Albers schon bald im Windkanal ausprobieren werde. Parallel ist auch die Entwicklung des aktuellen Boliden noch nicht abgeschlossen, schon für den nächsten Grand Prix in Belgien sind neue Upgrades geplant - inklusive neuer Nase, wie zu hören ist. Da ist die zweiwöchige Sommerpause für Caterham natürlich ein Hindernis. "Es ist ein Rennen gegen die Zeit, aber wir werden so viel Zeit wie möglich damit verbringen, das Auto zu verbessern", so der ehemalige Formel-1-Pilot.

Wenn die Königsklasse am 24. August ihr nächstes Rennen fährt, dann sollen auch die Stammpiloten Marcus Ericsson und Kamui Kobayashi wieder im Auto sitzen. Zwar gab es zuletzt immer wieder Ablösegerüchte, doch Albers betont: "Es ist sehr einfach. Solange die Fahrer Leistung bringen, werden sie im Auto bleiben." Doch Leistung ist meistens subjektiv bewertbar, und an die Tür des Rennstalls klopfen mehrere Piloten mit dicken Geldbündeln.

Rennfahren: Nach 18 Jahren ist Schluss

Zuletzt nahm man die Nachwuchspiloten Nathanael Berthon und Kevin Giovesi unter Vertrag, zudem gibt es ja auch noch Robin Frijns im Team, der zwar kein Geld aber laut Experten viel Talent mit zum Team bringt - und nun einen Landsmann als Fürsprecher haben könnte. "Natürlich habe ich ein besseres Gefühl für niederländische Fahrer, aber ich habe ihn noch nicht genug im Auto gesehen, um mehr über ihn zu sagen", erklärt Albers. "Wir werden sehen, was die Zukunft bringt."

Seine eigenen professionellen Rennaktivitäten will der 35-Jährige für den Platz am Kommandostand aber an den Nagel hängen. Zwar wurde in diesem Jahr erst ein Deal mit Lotus in der Langstrecken-WM WEC verkündet, zudem zeigte Albers auch Interesse an einem Einstieg in die Formel E, doch das ist nun zu den Akten gelegt. "Ich konnte mir durch das Rennfahren ein gutes Leben verdienen, aber an einem gewissen Punkt muss man aufhören", bestätigt der Niederländer.

"Ich war als Fahrer sehr erfolgreich, aber ich wurde im Business-Bereich erfolgreicher als beim Rennfahren", so Albers, der in diversen Unternehmen auf der ganzen Erde involviert war. "Und nach 18 Jahren Rennsport war ich bereit für etwas Anderes. Das ist eine neue Herausforderung, ein komplett neues Leben. Das ist aufregend."

Fotoquelle: xpbimages.com

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