Die Erstellung der Prognosen ist nicht nur Kopfarbeit

Formel 1 2014

— 18.08.2014

Wetterdienst der Königsklasse: Ubimet im Formel-1-Einsatz

Das österreichische Unternehmen Ubimet ist seit dieser Saison offizieller Wetterdienst der Formel 1 - Hightech sorgt für noch genauere Vorhersagen



Elf von 19 Rennen der Formel-1-Saison sind bestritten. Nach einer kurzen Verschnaufpause starten die Fahrer am 24. August beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps in die zweite Saisonhälfte. Doch nicht nur die Teams und der Automobil-Weltverband FIA arbeiten an diesen Tagen mit Hochdruck, auch die Meteorologen und Techniker von Ubimet, einem unabhängigen und international agierenden Kompetenzzentrum für Meteorologie und Unwetterwarnungen, begleiten den Rennzirkus seit Beginn der Saison 2014.

Denn das Wetter hat nicht nur Auswirkungen auf das Fahrverhalten, sondern auch auf die Auswahl des Materials und die Strategie der Teams. So steht bereits am Mittwoch vor jedem Rennen eine Prognose für die gesamte Woche zur Verfügung, die laufend aktualisiert wird. Während eines Rennens werden die Daten und Prognosen - je nach Wetterlage - im Abstand weniger Minuten aktualisiert. Dazu werden 93 unterschiedliche Messwerte pro Minute verarbeitet.

Für höchste Genauigkeit verwendet Ubimet bei allen Prognosen eigens entwickelte Modelle und Algorithmen in Kombination mit manuell erstellten Prognosen. So kann - durch das Zusammenspiel von ausgefeilter Technik und Expertenwissen der Meteorologen - höchste Präzision garantiert werden. Berechnet werden die Modelle im Minutentakt, wodurch die Vorhersagen punktgenau und in Echtzeit erfolgen.

Wetterinformationen im Minutentakt

Eine große Neuerung stellt auch die Unterteilung der Rennstrecken in drei Abschnitte dar. Dieser Ansatz ermöglicht es, für jeden Streckenabschnitt eigene Daten und Prognosen zu liefern. Denn ist die Strecke in einem Abschnitt trocken, kann sie in einem anderen schon (oder noch) nass sein. "Bei Ubimet spielen Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle", erklärt Geschäftsführer Michael Fassnauer. "Unsere Modelle und Methoden werden ständig weiterentwickelt und verbessert, um sie an die Anforderungen unterschiedlicher Einsatzbereiche anzupassen - etwa für die Formel 1."

"Mit unseren eigenen Modellen, der Unterteilung der Strecke in Abschnitte und dem Zusammenspiel von gerechneten und manuell erstellten Prognosen, setzen wir neue Standards und können sehr tief ins Detail gehen. Denn in der Formel 1 hängt eine Vielzahl von Entscheidungen vom Wetter ab - und diese müssen in kürzester Zeit getroffen werden", so Fassnauer.

Zugriff auf die Prognosen und Daten haben die Rennteams sowohl über das interne Informationssystem der FIA als auch über das von Ubimet entwickelte Live-Wetterinformationssystem onTRACK, das auf allen gängigen Endgeräten funktioniert. So können etwa Streckentemperatur, Luftdruck, Windverhältnisse, Sonneneinstrahlung oder Niederschlagswahrscheinlichkeit problemlos von überall abgerufen werden.

Eine Tonne Ausrüstung und rund 800.000 Messwerte pro Rennen

Um die Rennställe mit Wetterprognosen zu versorgen zieht das Team von Ubimet mit der FIA von Rennen zu Rennen. Mit dabei rund 1.000 Kilogramm Ausrüstung. Neben Wetterstationen, Radar, Funkmodems und Antennen sind auch mehrere Server für die Berechnungen vor Ort notwendig - immerhin werden von Dienstag vor dem Rennwochenende bis Sonntag nach dem Rennen täglich 25GB an Wetterdaten - dies entspricht der Speicherkapazität von 36 CDs - verarbeitet und 1.440 Radarbilder erfasst. Seit Beginn der Saison wurden so bereits 1.391 Stunden an Messwerten verarbeitet, 13.745 Berechnungen durchgeführt und 336 Prognosen erstellt.

"Techniker und Meteorologen arbeiten bei jedem Rennen sehr eng zusammen. Wir haben einen dichten Zeitplan, denn die Technik wird von uns selbst aufgebaut und getestet", erklärt Meteorologe Steffen Dietz. "Zudem ist es für die meteorologische Arbeit sehr wichtig, das Wetter in der jeweiligen Region zu verstehen, um exakte Vorhersagen liefern zu können. Das Hand in Hand von Technik und Expertenwissen ist daher bei unserer Arbeit eine Grundvoraussetzung."

Fotoquelle: UBIMET

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