Jean-Eric Vergne blickt auf eine ungewisse Zukunft in der Formel 1

Formel 1 2014

— 19.08.2014

Nach Verstappen-Coup: Wie geht es mit Vergne weiter?

Nach der Verpflichtung von Max Verstappen verliert Jean-Eric Vergne sein Cockpit bei Toro Rosso - und möglicherweise seinen Platz in der Formel 1



Jean-Eric Vergne ist ab sofort ein Formel-1-Pilot auf Abruf. Nachdem gestern verkündet wurde, dass 2015 der dann erst 17-jährige Max Verstappen bei Toro Rosso Teamkollege von Daniil Kwjat werden wird steht fest, dass sich Vergne nach drei Jahren im Nachwuchsteam von Red Bull einen neuen Job suchen muss. Diese Entscheidung ist wenig überraschend, entspricht es doch der Philosophie des Ausbildungsteams. Bisher war noch keinem Toro-Rosso-Piloten eine vierte Saison bei den Jungbullen vergönnt.

"Ich möchte Jean-Eric Vergne für all seine harte Arbeit danken", sagt Teamchef Franz Tost. "Er hat starke Leistungen gezeigt, wurde aber leider, vor allem in der ersten Hälfte der laufenden Saison, durch mangelnde Zuverlässigkeit eingebremst." Der 24-Jährige Vergne war seit 2010 Mitglied der Red-Bull-Familie. Im gleichen Jahr sicherte er sich den Titel in der damals noch starken britischen Formel-3-Meisterschaft.

2011 ging er in der Formel Renault 3.5 an den Start und wurde hinter dem heutigen DTM-Piloten Robert Wickens und noch vor seinem späteren Teamkollegen Daniel Ricciardo Vize-Meister. Gemeinsam mit dem Australier wurde Vergne 2012 von Toro Rosso verpflichtet, doch in der Formel 1 kehrte sich das Kräfteverhältnis um. Ricciardo hatte Vergne meistens im Griff und machte schließlich das Rennen um die Nachfolge von Mark Webber bei Red Bull.

Bei Toro Rosso wurde Vergne in dieser Saison durch den jungen Kwjat unter Druck gesetzt. Mit 11:6 Punkten und 6:5 Qualifyingduellen liegt der Franzose nach elf Rennen nur knapp vor seinem weniger erfahrenen Teamkollegen. Der große Durchbruch gelang Vergne, dessen bestes Ergebnis in bisher 52 Formel-1-Grands-Prix ein sechster Platz in Kanada 2013 ist, nicht. Deshalb ereilte ihn nun das gleiche Schicksal anderer Red-Bull-Junioren wie Sebastien Buemi oder Jaime Alguersuari: Seine Lehrzeit bei Toro Rosso ist abgelaufen.

"Wir hoffen, dass wir die Probleme nun behoben haben, damit er die zweite Hälfte der Saison auf dem Höhepunkt beenden und so zeigen kann, dass er eine weitere Chance in der Formel 1 verdient", wünscht Tost seinem scheidenden Piloten. Ob Vergne diese Chance erhält, ist allerdings fraglich.

Bei den Spitzenteams dürfte der Franzose kaum in Frage kommen, lediglich Rennställen wie Lotus, Sauber, Caterham oder Marussia bieten eine realistische Chance auf ein Cockpit. Doch hier müsste Vergne auf jeden Fall Geld mitbringen. Da er bisher jedoch ganz von Red Bull gefördert wurde, müsste sich Vergne zunächst um eigene Sponsoren bemühen, was sich aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Frankreich schwierig gestalten dürfte. Stand jetzt ist es daher eher unwahrscheinlich, dass Vergne im März 2015 in Melbourne in der Startaufstellung der Formel 1 stehen wird.

Fotoquelle: xpbimages.com

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