Wer von den drei Piloten für Marussia (nicht) fährt, war bis vor kurzem nicht klar

Formel 1 2014

— 22.08.2014

Marussia betont: Rossi-Aus "keine sportliche Entscheidung"

Marussia hat mit dem Fahrer-wechsel-dich-Spiel in Spa für Aufregung gesorgt: Sportdirektor Graeme Lowdon betont, dass keine sportlichen Gründe dahinterstecken



Die Story klingt fast noch abstruser als der plötzliche Einsatz von Andre Lotterer bei Caterham. Eigentlich war Marussia-Pilot Max Chilton bereits auf dem Weg nach Spa-Francorchamps, wo das erste Formel-1-Rennen nach der Sommerpause abgehalten werden soll, doch plötzlich verkündete sein Team, dass der Brite aufgrund von "vertraglichen Problemen" nicht in Belgien am Steuer sitzen würde. Stattdessen sollte der Amerikaner Alexander Rossi zu einem unverhofften Debüt in der Königsklasse kommen.

Von Seiten Max Chiltons hieß es plötzlich, der Brite fahre freiwillig nicht auf einer der beliebtesten Strecken der Formel-1-Welt, damit sein Team für das Cockpit Geld sammeln könne. Doch keine 24 Stunden später nun die Rolle rückwärts: Chilton wird nun doch das Rennen in Spa-Francorchamps bestreiten und drängt Ersatzpilot Rossi wieder aus dem Cockpit - eine Posse, bei der keiner der Beteiligten wirklich glücklich aussieht.

"Wir haben vor dem Grand Prix ein Fahreraufgebot nominiert, das für die Umstände zu dieser Zeit angebracht war", erklärt Sportdirektor Graeme Lowdon im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Die Umstände haben sich geändert, wir haben das den Stewards mitgeteilt, und sie haben das akzeptiert und die Nominierung für den Rest des Grand Prix geändert", so die Aussagen des Briten.

Das ist die offizielle Version. Mehr Licht ins Dunkel bringen kann Lowdon damit aber auch nicht - und will es auch gar nicht: "Das ist an vertragliche Dinge gebunden, über die ich nicht im Detail sprechen kann", sagt er, möchte aber zumindest eine Sache betonen: "Man muss aber festhalten, dass die Entscheidung schon vor dem ersten Training gefallen ist, es hat daher nichts mit fahrerischen oder sportlichen Dingen zu tun - sondern mit vertraglichen Dingen."

"Das ist wichtig für die beiden Fahrer, die darin involviert sind. Sie sind beide Profis und haben einen Job zu tun." So durfte Alexander Rossi als Trostpflaster immerhin zu seinem ersten Freitagseinsatz für Marussia kommen. Mit einer Zeit von 1:57.232 Minuten lag er als 20. am Ende zwar vor beiden Caterham, aber mehr als 5,6 Sekunden hinter der Spitze und fast 1,5 Sekunden hinter Teamkollege Bianchi. Allerdings muss man ihm zugutehalten, dass er das erste Mal eine Ausfahrt im Marussia unternommen hat.

Ob der Amerikaner in dieser Saison noch einmal zu einem Freitagstraining kommen wird, ist laut Lowdon übrigens nicht sicher: "Wenn man ein Fahrerprogramm hat, ist es immer wichtig, Streckenzeit in einem Formel-1-Auto zu bekommen. Aber es gibt auch andere Faktoren, die dazugehören. Wir können keine Vorhersagen treffen", stellt er klar und lässt auch die Vertragssituation um Chilton für die Rennen ab Monza im Unklaren: "Es ist nicht an mir, solche Dinge nach außen hin zu kommunizieren."

Bleibt noch die Frage zu klären, was es mit der seltsamen Aussage der Agentur von Max Chilton auf sich hat, die von einem freiwilligen Verzicht sprach. "Ich weiß absolut gar nichts darüber, ihr müsst sie fragen", winkt Lowdon aber ab. Zumindest hat dies für unfreiwillige Komik in den sozialen Netzwerken und im Paddock gesorgt. PR, auf die Marussia bestimmt gerne verzichtet hätte.

Fotoquelle: xpbimages.com

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