Nico Hülkenberg lässt sich von Valtteri Bottas nicht verunsichern

Formel 1 2014

— 23.08.2014

Hülkenberg: Nicht eifersüchtig auf Bottas

Mit Valtteri Bottas hat Nico Hülkenberg einen neuen Konkurrenten im Kampf um die Top-Cockpits in der Formel 1 bekommen - Mit Max Verstappen lauert ein weiterer



Nico Hülkenberg gehört zu den Formel-1-Piloten, die sich ihren Platz in der Königsklasse nicht über schwerreiche Sponsoren im Hintergrund erkaufen. Als solcher hat man es heutzutage immer schwerer, denn viele Teams sind finanziell angeschlagen und greifen auf sogenannte Pay-Driver zurück. Alle anderen müssen durch Leistung überzeugen. Daher dürfte es Hülkenberg sicher gar nicht gerne gehört haben, dass sein Force-India-Teamchef Vijay Mallya jüngst Valtteri Bottas als den "Star der Saison" bezeichnete.

Gegenüber 'Formula1.com' erklärt Hülkenberg allerdings, dass er deshalb nun nicht neidisch oder eifersüchtig auf den jungen Finnen sei: "Nein, eigentlich nicht. Man muss realistisch sein und Valtteri Anerkennung für das zollen, was er geleistet hat. Aber Daniel (Ricciardo; Anm. d Red.) hat in seinem Red Bull sogar noch mehr erreicht. Also nein, überhaupt kein Neid."

Doch auf lange Sicht könnte Bottas für "Hülk" zu einer echten Bedrohungen werden. Seit seinem Formel-1-Einstieg 2010 muss der Emmericher Jahr für Jahr um ein Cockpit kämpfen. Da macht zusätzliche Konkurrenz die Situation nicht unbedingt einfacher. "Darüber mache ich mir keine Gedanken. Das ist ganz normal, so funktioniert der Sport eben", erklärt Hülkenberg allerdings.

"Er (Bottas) hat einen guten Job gemacht und war ein paar Mal auf dem Podium. Er hat ein konkurrenzfähiges Auto. Wenn du es auf das Podium schaffst, dann ist das schon etwas und alle sehen es: Das Fernsehen, die Medien - und die Teambosse. Dann ändern sie ihren Fokus möglicherweise. Aber ich mache mir keine großen Sorgen."

Viele verpasste Chancen

Für Hülkenberg wäre es nicht das erste Mal, dass ihm ein anderer Pilot eine große Chance vor der Nase wegschnappt. 2010 lieferte Hülkenberg für Williams eine gute Rookie-Saison ab, wurde allerdings im kommenden Jahr durch Pastor Maldonado ersetzt - und stand für 2011 ohne Cockpit da. Nach einem Jahr als Force-India-Testpilot stieg er dort zum Stammfahrer auf und wechselte 2013 zu Sauber.

Seine guten Leistungen brachten ihn sogar bei Ferrari als Ersatz für Felipe Massa ins Gespräch, letztendlich entschieden sich die Roten allerdings bekannterweise dafür, Kimi Räikkönen zurückzuholen. Hülkenberg warf daraufhin ein Auge auf das dadurch frei gewordene Lotus-Cockpit, allerdings scheiterte der Deal wieder einmal am Finanziellen - erneut schnappte Maldonado ihm den Platz weg.

In diesem Jahr sitzt Hülkenberg daher nun erneut im Force India und liefert seine bisher beste Saison in der Königsklasse ab. Trotzdem machen andere die Schlagzeilen, allen voran Bottas und Ricciardo. Und selbst innerhalb seines eigenen Teams sorgte Sergio Perez bisher für größere Freudensprünge. Zwar liegt der Deutsche mit 69 Zählern deutlich vor seinem Teamkollegen (29 Punkte), doch der Mexikaner bescherte dem Team in Bahrain das zweite Podium seiner Geschichte.

Dabei fuhr Hülkenberg bis zu seinem Aus in Ungarn in jedem Rennen in die Punkte und ist damit vielleicht der konstanteste Pilot im gesamten Fahrerfeld. Doch ohne die nötigen Highlights wird der mittlerweile 27-Jährige, der noch immer auf sein erstes Podium in der Königsklasse wartet, es auch weiterhin schwer haben, sich ein Cockpit bei einem echten Topteam zu sichern.

Verstappen rückt nach

Zumal auch von hinten immer mehr neue Talente nachrutschen. Für Schlagzeilen sorgte so zum Beispiel zuletzt Toro Rosso mit der Verpflichtung von Max Verstappen. "Alle suchen eben nach Sensationen. Vielleicht ist Max Verstappen das jetzt: etwas ganz Besonderes. Aber er wird die Ausnahme sein und nicht die Regel", prophezeit Hülkenberg und fügt mit einem Lachen hinzu: "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich über Nacht gealtert bin, weil er jetzt in die Formel 1 kommt. Ich bin momentan mit allem sehr glücklich."

Doch obwohl es für Hülkenberg 2014 ziemlich gut läuft, weiß der Emmericher, dass es wohl fast unmöglich sein wird, mit Force India um Siege und Meisterschaften zu kämpfen: "In der Formel 1 bist du in so einer Situation eigentlich nur Passagier. Du kannst alles tun, was in deiner Macht steht, aber es gibt so viele Dinge, auf die du keinen Einfluss hast: Wie sehr wir das Auto weiterentwickeln können, Budgetprobleme und viele andere Schwierigkeiten."

"Als Individuum kannst du also nur gewisse Dinge beeinflussen. Aber wir als Team tun alles, was wir können. Den Rest muss man eben akzeptieren", so Hülkenberg, der weiß, dass er mit dem aktuellen Material maximal um Plätze im vorderen Mittelfeld oder selten auch um eine Podiumsplatzierung kämpfen kann. Ob sich das in den kommenden Jahren ändern wird, liegt allerdings nicht in den Händen des Deutschen.

Fotoquelle: xpbimages.com

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