Toto Wolff will die teaminterne Philosophie noch einmal überdenken

Formel 1 2014

— 24.08.2014

Keine freie Fahrt mehr? Wolff kündigt Philosophie-Wandel an

Toto Wolff kündigt an, dass man die Freie-Fahrt-Philosophie nach der teaminternen Kollision ändern will - Nico Rosberg drohen interne Konsequenzen



Toto Wolff hat schon die ganze Saison über davor gewarnt, doch beim Großen Preis von Belgien ist der Worst-Case für Mercedes eingetreten: Nico Rosberg und Lewis Hamilton sind im teaminternen Kampf miteinander kollidiert und haben so einen möglichen Doppelerfolg weggeworfen und dem schärfsten WM-Konkurrenten, Daniel Ricciardo, einen weiteren Sieg geschenkt. Bei den Silberpfeilen diskutiert man nun über die möglichen Konsequenzen.

War es falsch, die Fahrer frei fahren zu lassen und so die Chancen auf eine solche Kollision unnötig zu erhöhen? "Wir sind alle Fans und schulden uns und allen anderen da draußen, dass wir sie fahren lassen", erklärt Motorsportchef Toto Wolff im Anschluss an das Rennen. "Heute hat diese Philosophie dazu geführt, dass Mercedes viele wertvolle Punkte verloren hat." Und daraus will und muss man seine Lehren ziehen.

Der Österreicher kündigt an, dass man ab sofort die Philosophie im Team ändern werde: "Leider, ja", bestätigt er. "Wir müssen sicherstellen, dass wir alle innerhalb der Grenzen bleiben, die wir am Anfang der Saison gesetzt haben. Jetzt ist vielleicht der Zeitpunkt gekommen, an dem man sein Verhalten ändert." Denn der Motorsportchef weiß, was auf dem Spiel steht: womöglich beide WM-Titel.

Es steht zu viel auf dem Spiel

"Wir wollen nicht in Abu Dhabi mit einer Saison dastehen, in der wir die Meisterschaften verloren haben, weil wir zu sehr Rennfans waren. Wir haben viel zu verlieren, und wenn man das jetzt nicht ordentlich managt, dann könnte es zu diesem Punkt kommen", so Wolff. "Es ist eine Sache, tolle Rennen zu genießen und sie hart kämpfen zu lassen, aber wenn man am Ende der Saison wie ein Depp aussieht, weil es zu hart wurde, dann hat man überhaupt nichts gewonnen."

Wie diese neuen Regularien im teaminternen Miteinander aussehen werden, das stehe so kurz nach dem Rennen aber noch nicht fest: "Das haben wir noch nicht entschieden. Es wäre falsch, das 45 Minuten nach dem Rennen zu entscheiden." Greift womöglich bald eine Teamorder wie bei McLaren, wo der Fahrer gewinnen durfte, der nach der ersten Kurve in Führung lag? Möglich erscheint es: "Das wäre für alle von uns enttäuschend, aber wir müssen die Situation in den Griff bekommen", gibt Wolff zu.

Jetzt ist das Krisenmanagement bei Mercedes gefragt, das in dieser Saison schon viele knifflige Situationen wie in Monaco bewältigen musste. Eine erste Sitzung hat es bereits um 16:45 Uhr gegeben, wo der Vorfall zwischen Hamilton und Rosberg noch einmal eingehend analysiert wurde. Mit einer Entscheidung, wie man im Verlauf des Jahres weiter verfahren will und ob man Rosberg, der von Mercedes als Alleinschuldiger ausgemacht wurde, intern bestrafen wird, möchte man allerdings abwarten, bis sich die Gemüter abgekühlt haben.

Drohen Rosberg Konsequenzen?

Fakt ist nur: Es wird Konsequenzen geben, auch wenn Lewis Hamilton befürchtet, dass die nur unzureichend ausfallen werden. Doch Wolff winkt ab: "Wenn Lewis gesagt hat, dass nur mal kurz auf die Finger geklopft wird und es keine Konsequenzen geben wird, dann weiß er wohl nicht, welche Konsequenzen wir anwenden können", so der Österreicher. "Es gibt viele Mittel, um da einzugreifen. Der richtige Weg muss sein, zusammenzusitzen und mit ihnen zu diskutieren, wie wir solche Situationen angehen wollen."

"Ich bin extrem verärgert über die Vorkommnisse heute", betont er noch einmal. "Ich bin nicht sauer, dass zwei Autos zusammengefahren sind, ich bin sauer, weil wir zusammen klare Regeln aufgestellt haben und diese gebrochen haben. Ich fühle mich im Stich gelassen. Wer auch immer es gemacht hätte, egal ob Nico oder Lewis, ich hätte mich im Stich gelassen gefühlt." Das soll in Zukunft nicht noch einmal vorkommen - mit welchen Mitteln auch immer.

Fotoquelle: xpbimages.com

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