Toto Wolff steht in den kommenden Tagen vor jeder Menge Arbeit

Formel 1 2014

— 24.08.2014

Wolff: "Die Emotionen sind nicht abgekühlt"

Laut Toto Wolff sind die Emotionen bei Mercedes auch nach dem Teammeeting noch nicht abgekühlt, ein absichtliches Manöver von Rosberg schließt er aber aus



Hitzig, hitziger, Mercedes! Nach der Kollision zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton beim Großen Preis von Belgien kochte die Stimmung bei den Silberpfeilen über. Das Team schäumte aufgrund des verpatzten Rennens und der unnötigen Kollision und wollte in einem eilig einberufenen Krisenmeeting über den Vorfall sprechen, doch anscheinend sind die Gemüter danach noch genauso erhitzt.

"Die Emotionen sind nicht abgekühlt - die sind sehr heiß und sehr hoch", bestätigt Motorsportchef Toto Wolff nach der ersten Analyse des Vorfalles dem 'ORF'. "Auch in dem Meeting sind sie hochgegangen, aber wir wollen jetzt keine Hüftschüsse machen, sondern müssen sauber analysieren. In der Hitze des Gefechts werden manchmal Sachen gesagt, die ein bisschen hart sind", gibt der Österreicher einen Einblick, dass das Treffen nicht ganz so ruhig geblieben sein könnte.

Laut Lewis Hamilton habe Nico Rosberg sogar zugegeben, dass er die Kollision absichtlich heraufbeschworen habe, doch das möchte Wolff relativieren: Er habe Hamilton nicht absichtlich den Reifen aufgeschlitzt, sondern habe absichtlich nicht zurückgezogen - zwei unterschiedliche Dinge: "Nico dachte, er müsse seine Linie beibehalten. Er wollte ein Zeichen setzen, aber Lewis ist nicht derjenige, der auf Rosberg hätte aufpassen müssen", so der Österreicher weiter.

Unfall keine Absicht: "Das ist Unsinn"

Aus Rosbergs Sicht spiele sich die Situation anders dar: "Nico hat nicht nachgegeben. Er dachte, dass Lewis ihm Platz lassen müsste und dass Lewis ihm letztendlich keinen Raum gegeben habe. Sie waren sich daher einig, sich nicht einig zu sein", spricht der Motorsportchef weiter von einer hitzigen Diskussion hinter verschlossenen Türen, betont aber: "Es war keine Absicht! Das ist Unsinn!"

Doch das mache am Ende auch keinen Unterschied, denn der Unfall ist nun einmal passiert, sollte aber nicht passieren. "Nico war nicht bereit, den Notausgang zu wählen, und das hat die Kollision ausgelöst. Er wollte nicht nachgeben. Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er es vermutlich nicht noch einmal so versuchen." Zurückbringen tut das die Punkte für die Silberpfeile aber auch nicht mehr. Aus dem möglichen Doppelerfolg wurde ein zweiter Platz und ein Ausfall.

Profitiert hat ausgerechnet wieder einmal Daniel Ricciardo, der als Dritter sowieso schon der größte Verfolger in der WM ist und am Ende des Jahres womöglich noch ein weiteres Mal der lachende Dritte sein könnte. Doch das will Mercedes um jeden Preis verhindern. Selbst das Thema Stallorder steht nun wieder auf dem Plan, nachdem das freie Fahren heute in die Hose ging: "Vielleicht sind wir mit schuld an der ganzen Geschichte. Wir haben freies Fahren erlaubt. Freies Fahren ist heute in einem Unfall geendet", seufzt Wolff.

Teamorder zur Diskussion

Der Österreicher hält eigentlich nicht viel von Teamorder, doch um die WM nicht zu gefährden, könnte das Team doch zu dem Mittel greifen, dass der Führende nicht mehr attackiert werden darf: "Leider kann das sein, ja", bestätigt er. "Wir hassen das Wort Teamorder. Aber das steht jetzt zur Diskussion." Ein anderer Ausweg erscheint ihm nicht sinnvoll zu sein: "Was können wir machen, damit das nicht mehr passiert, außer einen Klaps auf die Hand geben und sagen: 'Böse, böse Buben, ihr dürft euch nicht mehr ins Auto fahren!'"

"Wenn wir es so machen, wird es wieder passieren. Wir haben geglaubt, dass beide es verstehen, aber jetzt ist es passiert und wir brauchen eine neue Regelung", sagt Wolff. "Fakt ist, sie müssen sich Platz lassen, dürfen sich nicht stante pede ins Auto fahren, aber das ist heute passiert." Eine Wiederholung ist in diesem Fall ganz klar nicht erwünscht.

Fotoquelle: xpbimages.com

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