Adrian Newey macht sich Sorgen über die Bildung mancher junger Piloten

Formel 1 2014

— 25.08.2014

Newey: 16-Jährige müssen auch in die Schule gehen

Adrian Newey glaubt nicht, dass der Formel-1-Einstieg von Max Verstappen zu früh kommt, sorgt sich aber über die oftmals fehlende Ausbildung junger Fahrer



Ein großes Thema der vergangenen Woche war Max Verstappen. Nach seinem kometenhaften Aufstieg im Formelsport hat der erst 16-Jährige Holländer einen Vertrag bei Toro Rosso erhalten und wird nächste Saison als Stammfahrer an den Start gehen. Viele fragen sich, ob ein Einstiegsalter von dann 17 Jahren womöglich zu jung sei. Red-Bull-Chefdesigner Adrian Newey macht sich hingegen ganz andere Gedanken: Was ist mit der Schulbildung?

"Ich denke, dass das Alter per se nicht so eine große Rolle spielt", erklärt der Brite. "Wir haben über die vergangenen Jahre hinweg eine Ausdehnung des Fahreralters gesehen: Fernando Alonso ist immer noch einer der Besten, obwohl er schon eine ganze Weile dabei ist. Ich glaube, Nigel Mansell hat sogar mit 40 Jahren noch gewonnen." Daraus könne man schließen, dass das Einstiegsalter keine so große Rolle spielt. In Neweys Augen ist es vielmehr die Schulbildung, die bei jungen Fahrern auf der Strecke bleiben könnte.

"Viele Fahrer aus den Kart- oder Junior-Formelserien gehen einfach nicht zur Schule. Also gar nicht. Ich denke, die Eltern erklären sich oft mit Privatlehrern, doch in vielen Fällen ist das schlichtweg gelogen. Würdest du die Kinder nach ihrem Abitur oder ähnlichem fragen, wären die Ergebnisse wahrscheinlich eine traurige Geschichte." Besonders nach der Zeit im Motorsport warte eine große Herausforderung auf die Piloten, sofern sie keine Ausbildung genossen haben. "Darauf muss der Motorsport als Industrie unbedingt besser achtgeben."

Belgien-Sieger Daniel Ricciardo traut dem künftigen Red-Bull-Junior Verstappen einiges zu: "Es ist natürlich eine einmalige Gelegenheit für ihn. Jeder ist sehr gespannt, wie er sich anstellt. 17 Jahre - das ist jung, aber ist es zu jung? Ich denke, es wird interessant, das herauszufinden." Auch die Entwicklung des 20-Jährigen Daniil Kwjat, der seine Debütsaison bei Toro Rosso fährt, beeindruckt den Australier: "Dani hat meiner Meinung nach einen großartigen Job in seinen ersten sechs Monaten Formel 1 gemacht. Er ist noch sehr jung aber schon sehr reif. Er ist ein bisschen wie ich (lacht; Anm. d. Red.)."

'Sky'-Experte Marc Surer glaubt allerdings, dass Ricciardo mittelfristig weder Kwjat noch Verstappen fürchten muss: "Ganz sicher nicht. Da sind noch Jahre dazwischen, bis einer von denen soweit ist. Auch Kwjat ist in seinem ersten Jahr, der ist noch nicht reif. Bei Verstappen wird das ähnlich sein. Der muss alles lernen. Das ist bei Toro Rosso möglich, ohne großen Druck. Es dauert etwa drei Jahre, bis er einem Topteam zur Verfügung stehen kann."

Fotoquelle: xpbimages.com

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