Kann Ferrari 2015 unter der Führung von Marco Mattiacci an alte Erfolge anknüpfen?

Formel 1 2014

— 03.09.2014

Ferrari: Wird 2015 alles besser?

Neuer Teamchef, neues Fabrikgebäude, neue Antriebseinheit - Bei Ferrari tut sich eine Menge, doch ist das wirklich genug, um 2015 wieder um den Titel zu kämpfen?



Die Tifosi erleben kein einfaches Jahr. Erstmals seit mehr als 20 Jahren droht Ferrari, eine Formel-1-Saison ohne einen einzigen Sieg abzuschließen. Zuletzt passierte den Roten das in der Saison 1993. Grund zur Hoffnung geben allerdings die Umstrukturierungen, die bei Ferrari derzeit stattfinden. Dass Marco Mattiacci Stefano Domenicali vor einigen Monaten als Teamchef abgelöst hat, bildet dabei nur die Spitze des Eisbergs.

So trennte man sich im Sommer unter anderem auch von Motorenchef Luca Marmorini. Für 2015 soll nun eine fast komplett neue Antriebseinheit entstehen. "Es stimmt, dass man nicht alles am Antrieb verändern kann, aber die Regeln besagen, dass die Mehrheit der Komponenten, die im Hinblick auf die Performance einen Unterschied machen können, frei sind", erklärt Technikchef James Allison.

Die Aussage, dass im kommenden Winter lediglich 48 Prozent des Antriebsstrangs geändert werden dürften, relativiert Allison daher: "Die 48 Prozent sind keine eindeutige Zahl und können falsch verstanden werden, wenn es um die echten Möglichkeiten geht, die Leistung des Antriebsstrangs zu verbessern." Tatsächlich dürfen für die kommende Saison 61 der 66 Komponenten modifiziert werden.

Alles eine Frage der Zeit

"Tatsächlich sind unser Problem nicht die Regeln, es ist die Zeit, die man benötigt, um so eine große Lücke zu schließen", erklärt Ferraris Technikchef daher und ergänzt: "Also müssen wir ab jetzt bis zum Zeitpunkt der Homologisierung, dem 28. Februar 2015, jede Minute nutzen." Denn klar ist auch: Obwohl Ferrari vermutlich deutlich mehr Luft nach oben hat als Mercedes, werden auch die Silberpfeile ihre Einheit weiterentwickeln.

"Ich weiß nicht, ob wir die Lücke in nur einem Jahr schließen können", sagt Allison und fügt hinzu: "Wir versuchen es, aber Mattiacci hat bereits gesagt, dass wir auch die mittel- bis längerfristige Zukunft im Blick haben. Er will das Team wieder an die Spitze bringen und sicherstellen, dass es dort für viele Jahre bleibt."

Überhaupt werde man sich 2015 nicht nur auf die Antriebseinheit konzentrieren. Viel mehr soll das neue Auto "in jedem Bereich anders sein." Allison erklärt: "Die meisten Schlüsselentscheidungen im Hinblick auf das Design haben wir bereits getroffen. Außerdem haben wir uns für einen Weg entschieden, auf dem wir in den kommenden Monaten Performance finden wollen."

"Zu Beginn des Projekts haben wir uns entschieden, in welchen Bereichen wir arbeiten müssen, um am Ende konkurrenzfähig zu sein. Wir haben die Architektur des Autos festgelegt und in den kommenden Monaten werden wir, basierend auf diesen Entscheidungen, an der Performance arbeiten."

Dabei helfen soll dann auch das neue Fabrikgebäude, das sich bereits seit einiger Zeit im Bau befindet und 2015 nicht nur fertiggestellt, sondern auch erste Früchte tragen soll. In Auftrag gegeben wurde es seiner Zeit noch von Domenicali, nun könnten allerdings Mattiacci und Co. davon profitieren. Was die Fahrer angeht, hat man ebenfalls bereits Sicherheit: Fernando Alonso und Kimi Räikkönen werden auch 2015 wieder ins Lenkrad greifen.

Alonso glaubt an Fortschritte

Der Spanier zeigt sich dabei durchaus Optimistisch: "Die Fortschritte sind sichtbar, in den letzten drei oder vier Rennen waren wir konkurrenzfähiger. In Ungarn standen wir auf dem Podium, in Spa waren wir dicht dran, und selbst in Hockenheim und Silverstone lief es recht gut. Wir haben uns in den vergangenen Rennen gefangen und fühlen uns besser."

"Wir kämpfen seit elf Rennen darum, unserer Probleme auszusortieren, um konkurrenzfähiger zu werden, und das ist uns meiner Meinung nach gelungen", so Alonsos Fazit. Doch auch für den zweimaligen Weltmeister selbst ist es weiterhin eine schwierige Zeit. Abgesehen von seiner Debüt-Saison 2001, als er in einem Minardi an den Start ging, blieb er lediglich in den Jahren 2004 und 2009 (jeweils mit Renault) ohne Grand-Prix-Sieg.

"Stand jetzt im September 2014 erwarten wir ein Auto, mit dem wir vorne fahren und um den Titel kämpfen können", gibt sich der 33-Jährige allerdings gewohnt kämpferisch und ergänzt: "Es steht fest, dass wir im Winter eine größere Lücke denn je schließen müssen, denn unser Rückstand beträgt eineinhalb Sekunden. Ich weiß nicht, ob das innerhalb von sechs Monaten möglich ist."

"Das ist für das gesamte Team eine große Herausforderung. Ich glaube aber, dass wir über die dafür notwendigen Fähigkeiten und Strukturen verfügen, also liegt es nur an uns selbst, hart daran zu arbeiten." Fakt ist allerdings auch, dass der Druck auf Alonso und Co. nicht kleiner wird. Mit jedem Rennen wird die Sehnsucht der Tifosi nach einem Sieg größer. Sollte es 2015 daher trotz allen Umstrukturierungen keine deutlichen Fortschritte geben, erwartet Ferrari eine schwere Zeit.

Fotoquelle: xpbimages.com

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