Neues Chassis, neues Glück? Sebastian Vettel bekommt in Monza anderes Material

Formel 1 2014

— 04.09.2014

"Jung und gebraucht": Neues Chassis soll Vettel helfen

Weil zuletzt "der Wurm drin" war, bekommt Sebastian Vettel in Monza ein neues Chassis, doch er selbst erwartet deshalb keine Wundertaten von Red Bull



Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Sebastian Vettel wieder ganz vorn mitfährt. Das glaubt zumindest der ehemalige Formel-1-Champion Mika Häkkinen. Er sagt beim 'SID': "Sebastian ist viermaliger Weltmeister, hat Erfahrung und großartiges Talent. Mit der Zeit wird er das Auto dahin bekommen, wo er es haben will. Und dann kann er wieder Gas geben." Vielleicht schon in Monza. Denn dort erhält Vettel ein neues Chassis.

Ein "neues altes" Chassis, um genau zu sein. Vettel erklärt: "Es ist ein älteres Chassis, jung und gebraucht. Und es war schon immer der Plan, es an einem gewissen Punkt zu wechseln. Das ist ja nicht unüblich", so der aktuelle Formel-1-Weltmeister. "Da das vergangene Rennen nicht besonders gut für uns lief, haben wir uns dazu entschlossen, die Gelegenheit beim Schopfe zu packen und alles zu überprüfen."

Der Abstand nach vorn, vor allem zu Red-Bull-Teamkollege Daniel Ricciardo, sei "zu groß" gewesen, meint Vettel. "Irgendwas hat nicht gepasst, was bei ihm sehr gut gepasst hat. Irgendwo war der Wurm drin." Und so habe man sich auf der Suche nach der Fehlerquelle gemacht. Mit Erfolg, laut Vettel: "Wir haben ein, zwei Sachen gefunden, die uns hier in Monza helfen könnten." Was also ist drin für Red Bull?

Wenn die Technik mal mitspielen würde...

Dazu will Vettel keine genaue Prognose anstellen, nennt aber zwei aus seiner Sicht denkbare Szenarien: "Monza ist nicht unsere Spezialstrecke, aber ich sehe eine 50:50-Chance. In den vergangenen Jahren war es entweder sehr gut oder sehr schwierig. Wir werden die Flügel einfach noch flacher stellen und auf das Beste hoffen." Also auch darauf, dass die Technik mitspielt.

Das war in diesem Jahr bei Vettel nicht immer der Fall. Und das ärgert den Titelverteidiger. Daraus macht er keinen Hehl: "Im ersten halben Jahr ist auf meiner Seite sicherlich vieles schiefgegangen." Deshalb äußerst Vettel auch leise Kritik an seinem Red-Bull-Rennstall: "Ich denke, man hätte da teilweise etwas anders damit umgehen können, als man damit umgegangen ist. Ich bin aber kein nachtragender Mensch."

Vielmehr habe man sich zusammengesetzt, um Ursachenforschung zu betreiben. "Wir hatten genug Zeit, um über all diese Dinge zu sprechen. Ich glaube ja nicht, dass da ein Teufel sitzt, der uns jedes Mal die Suppe versalzt", sagt Vettel. Vielmehr habe 2014 bislang einfach nicht alles so funktioniert, wie man es geplant hatte. Und unter dem Zeitdruck des Entwicklungsrennens seien Fehler passiert.

Red Bull war nicht immer auf dem richtigen Kurs

Vettel erklärt: "Die Lektionen, die wir gelernt haben, waren teilweise richtig, teilweise falsch - weil einfach nicht die Zeit da war. Wenn man testen könnte, wäre es ideal. Da kann man eben in Ruhe aussortieren. Aber mit der Zeit, die an der Strecke zur Verfügung steht, ist es ein bisschen schwierig, denn sie ist begrenzt." Fehler seien so vorprogrammiert. "Und wo gehobelt wird, da fallen Späne."

Mehrheitlich vielen diese in der Formel-1-Saison 2014 bisher in der Garage von Vettel. Er nimmt's offenbar gelassen. Auch die Kritik an seiner Person, wo ihn sein Teamkollege Ricciardo sowohl in Qualifying und Rennen überflügelt. Vor dem Großen Preis von Italien sagt Vettel schlicht: "Wir befinden uns 2014 in einer etwas anderen Position als in den vergangenen Jahren. Damit muss man umgehen."

"Ich habe mich aber nie zu sehr mit dem beschäftigt, was draußen im Fahrerlager vor sich geht. Wichtig ist, was intern im Team passiert. Ja, wir haben Probleme, aber wir arbeiten daran", meint der deutsche Rennfahrer und fügt hinzu: "Es war bisher nicht das einfachste Jahr für uns. Deshalb versuchen wir, in der zweiten Hälfte zurückzuschlagen." Und man werde weiter den Red-Bull-Weg beschreiten.

"Ich denke, es ist wichtig, dass man die Schritte geht, von denen man das Gefühl hat, sie gehen zu müssen. So haben wir es bisher gemacht, wie auch in den vergangenen Jahren", sagt Vettel. "Da hat sich nichts verändert. Wir sind allerdings noch nicht da, wo wir sein wollen. Vor allem nicht auf meiner Seite. Deshalb liegt noch viel Arbeit vor uns. Und darauf konzentriere ich mich vorrangig."

Fotoquelle: xpbimages.com

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