Fans in Monza wurden deutlich, als es um die Quaiiät der Königsklasse ging

Formel 1 2014

— 09.09.2014

Kritik an der "neuen Formel 1": Fans klagen, Teamchefs witzeln

Ein serienkritisches Transparent in Monza lässt Christian Horner und Co. kalt: Zufriedenheit mit der Action und eine Aufforderung an die lokalen Promoter



Am vergangenen Freitag erhielt die Fankritik an der Formel 1 in Monza ein Gesicht: Auf der Haupttribüne hatten Kritiker ein Plakat angebracht, auf dem zu lesen war: "Ugly new circuits, ugly cars, no engine sound. F1 is dead." Zu deutsch: Hässliche neue Kurse, hässliche Autos, kein Motorensound. Die Formel 1 ist tot. Das Mahnmal dürfte allen voran den Bossen der Serie und der Teams gegolten haben, die gegen die ungeliebte Motorenformel und hohe Ticketpreise scheinbar nichts unternehmen.

Auch der Warnschuss in roten, blauen und schwarzen Lettern verpuffte anscheinend. Schließlich begegnen die Verantwortlichen der Teams begegnen der Sache mehr mit Humor als mit ernsthafter Besorgnis: "Gegenüber wessen Box war das? McLaren?", witzelt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Federico Gastaldi, Co-Verantwortlicher bei Lotus und immer für einen flapsigen Spruch zu haben, stimmt mit ein: "Ich habe beobachtet, wie die Formel-E-Leute es aufgehängt haben."

Marussias John Booth wundert sich über das Timing der verärgerten Fans, die sich ausgerechnet das Autodromo Nazionale ausgesucht hatten: "Es ist schon merkwürdig, von hässlichen Strecken zu sprechen, wenn wir auf einer der geschichtsträchtigsten sind", erklärt der Brite. Marco Mattiacci geht das Thema sachlich an: "Ich denke nicht, dass ein Banner alle Meinungen über die Formel 1 ausdrückt. Ich halte sie immer noch für einen phänomenalen Sport", so der Ferrari-Teamchef.

Mangelt es an Verständnis für die komplexe Formel 1?

Spannende Grands Prix in Ungarn und Belgien haben bewirkt, dass Mattiacci die Entwicklung der Serie goutiert: "In den jüngsten Rennen gab es genug Action. Ich sehe ein so negatives, düsteres Szenario nicht", erklärt der Italiener. Toto Wolff glaubt, nur einen Ausschnitt an Bewertungen der Königsklasse erlebt zu haben und auf ein Extrem unter vielen Meinungen gestoßen zu sein: "Hätte ich in den vergangenen zwei Wochen alles gelesen, hätte ich Drogen gebraucht, um zu überleben."

Wolffs Anspielung auf den "Krieg der Sterne" ist nicht der einzige Kommentar, der als Stärkung der "neuen" Formel 1 gedacht ist. Auch Zampano Bernie Ecclestone, der wegen der hohen Gebühren für die Streckenbetreiber besonders in der Kritik steht, glaubt, dass es der Masse am Verständnis für die Novellen der vergangenen Monate mangelt. "Vielleicht ist sie besser, aber viele Leute verstehen es nicht. So einfach ist es", erklärt der 83-Jährige. Paul Hembery kann der Theorie einer komplexen Materie etwas abgewinnen.

Der Pirelli-Sportchef will keine Quervergleiche: "Die Menschen führen oft das Beispiel Fußball an, aber Fußball ein trivialer Sport und etwas ganz anders als die Formel 1." Für Horner ist der Erfolg des von Red Bull mit einer Marketingmaschinerie inszenierten Österreich-Grand-Prix das beste Beispiel dafür, dass die Serie nicht tot ist - sondern quicklebendig. "Es war ausverkauft und mehr als 100.000 Menschen an der Strecke." Der Red-Bull-Teamchef nimmt die Streckenbetreiber in die Pflicht: "Wir müssen die beste Show liefern, die Promoter das Event bewerben und ihre Preise nach ihrem Geschäftsmodell gestalten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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