Nico Rosberg und Lewis Hamilton: Wird einer Weltmeister nach Mercedes' Gnaden?

Formel 1 2014

— 11.09.2014

Mansell sicher: Mercedes entscheidet, wer Weltmeister wird

Nigel Mansell ist sich sicher, dass am Ende der Fahrer Weltmeister werden wird, der von Mercedes bevorzugt wird: Der Brite glaubt an baldige Stallorder



Im Grunde stellt sich seit Beginn in Sachen WM-Titel nur eine Frage: Welcher der beiden Mercedes-Piloten nimmt am Ende die Krone mit nach Hause. Nico Rosberg und Lewis Hamilton scheinen mit ihrem berlegenen Silberpfeil die deutlich besten Karten zu haben, Daniel Ricciardo liest immerhin stets die Brotkrumen auf, die Mercedes ihm hinwirft.

Sechs Rennen vor dem Ende hat Rosberg 22 Punkte Vorsprung vor Hamilton, der in Monza allerdings wieder etwas vom Rckstand abknabbern konnte. 72 Punkte fehlen Ricciardo hingegen schon. Ex-Weltmeister Nigel Mansell glaubt daher nicht, dass der Australier noch einmal in den WM-Kampf wird eingreifen knnen: "Nico und Lewis haben es im Sack zwischen sich. Ricciardo hat mit Red Bull einen fantastischen Job gemacht, aber es gibt diesen enormen Power-Unterschied zwischen Mercedes und Renault", urteilt er im Gesprch mit 'talkSPORT'.

Und so wird es am Ende auf einen Mercedes-internen Zweikampf herauslaufen, meint er. Wer gewinnen wird, das ist fr ihn offen - und hngt vor allem am Team: "Ich denke, dass Mercedes alles in der Hand hat. Es wird derjenige Weltmeister, den Mercedes bevorzugt", glaubt der Englnder. Die Silberpfeile werden es so managen, wie sie es haben wollen: "Es gibt so viel, von dem die Leute keine Ahnung haben und von dem auch wir keine Ahnung haben", so sein Kommentar dazu.

Spa-Vorfall "bermanagt"

Zwar sei das Credo des Teams bis jetzt immer freie Fahrt gewesen, doch fr Mansell steht nicht erst seit dem Vorfall von Belgien fest, dass Mercedes in den kommenden Rennen eine Teamorder einfhren wird. Gespannt darf man allerdings sein, ob sich berhaupt ein Pilot mit dem WM-Titel vor Augen an eine etwaige Abmachung halten wrde. Schon in Spa-Francorchamps hat man gesehen, dass selbst die goldene Regel, nicht mit dem Teamkollegen zu kollidieren, verletzt wurde.

Mansell selbst findet den Vorfall brigens nicht so tragisch: "Mercedes ist der beeindruckendste Hersteller, aber sie haben das Team ein wenig bermanagt, als sie dachten, dass sie wegen Spa irgendetwas unternehmen mussten", analysiert er. Der Weltmeister von 1992 fand den Umgang mit dem Thema allerdings interessant, besonders vor dem Hintergrund, dass die Rennstewards den Vorfall als Rennunfall eingestuft haben.

Zwar war er bei diesem Rennen nicht als dritter Steward anwesend, doch natrlich kennt er die Arbeit aus eigener Erfahrung und findet, dass es die Arbeit erleichtert hat, dass dabei zwei Teamkollegen kollidiert sind - "weil sich dann keiner aus dem Management bei den Stewards oder dem Renndirektor beschwert", lacht er. Doch sptestens seit diesem Vorfall drfte die Atmosphre bei den Silberpfeilen angespannt sein.

Wie lange geht die Fahrerpaarung gut?

Das Verhltnis zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg scheint sich gegen Ende des Jahres zu verschlechtern, auch wenn man sich in Monza mit einer kurzen Umarmung auf dem Podest freundlich gesinnt prsentierte. Angesichts dessen und der Drohung von Motorsportchef Toto Wolff, man knnte sich bei weiteren Vergehen nach einem anderen Fahreraufgebot umsehen, bleibt abzuwarten, wie lange es die beiden Piloten nebeneinander aushalten.

Mit Fernando Alonso bei McLaren hat es nur ein Jahr geklappt, deswegen glaubt McLaren-Boss Ron Dennis auch an eine kurze gemeinsame Zeit, doch Ex-Weltmeister Alain Prost, der bei McLaren das wohl legendrste Duell mit Ayrton Senna hatte, kann sich durchaus eine weitere Zusammenarbeit vorstellen: "Ich denke nicht, dass es fnf oder sechs Jahre halten kann, aber zwei oder drei wren kein Problem", sagt der Franzose zu 'BBC'.

Damit sich ein hnliches Szenario wie bei McLaren allerdings nicht wiederholt, msse das Management gute Arbeit verrichten: "Das ist der Job des Teams. Man darf einem Fahrer niemals zeigen, dass er einen technischen oder psychologischen Vorteil haben knnte. Wenn man diese Situation in den Griff bekommt, dann kann man die Dinge auch fr lngere Zeit beisammen halten."

Fotoquelle: xpbimages.com

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