Singapur bedeutet für die Piloten höchste körperliche Belastung

Formel 1 2014

— 23.09.2014

Hassliebe Singapur: Grosjean will ein Jahr nicht dran denken

Für Romain Grosjean ist der Große Preis von Singapur in jedem Jahr Spektakel und Tortur in einem: Er mag die Herausforderung, ist aber glücklich, dass es vorbei ist



Singapur zählt eindeutig zu den härtesten Rennen im Formel-1-Kalender. Zwei Stunden lang müssen die Piloten wachsam sein und dürfen sich keinen Fehler erlauben, denn sonst hängt man unweigerlich in der Mauer. Hinzu kommen die harten Rahmenbedingungen durch die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit, die das Stadtrennen zu einer wahren Tortur machen.

"Es gibt etwas Gutes an diesem Morgen: Singapur ist vorbei", schreibt Romain Grosjean bei 'L'Equipe'. Der Lotus-Pilot hat alle 60 Runden des Rennens mitgefahren und weiß um die Besonderheit des Grand Prix. "Das Rennen ist magisch, außerhalb jedes Standards - aber es hat seinen Preis. Das Layout ist sehr anspruchsvoll und wir versuchen, vor dem Rennen nicht daran zu denken."

Der Franzose vergleicht die "Hassliebe" Singapur mit einer anderen sportlichen Herausforderung: "Es ist wie ein Marathon, man weiß, dass man leiden wird. Aber gleichzeitig macht es auch Spaß", sagt er. "Darum mögen wir es auch alle so sehr. Wir Fahrer gehen komplett an unsere Grenzen." Physisch sei der Grand Prix richtig hart, weil es einen richtig auslaugt. Kann man dann noch nichts trinken, wie Kevin Magnussen, wird das Rennen zur Qual. Grosjean habe am Sonntag in den zwei Stunden rund zwei Kilogramm verloren. "Für ein Federgewicht von 66 Kilogramm ist das nicht nichts", sagt er.

Und doch sei das in Singapur nicht das Schlimmste: Denn mental gehe das Rennen bis an die Schmerzgrenze. Man muss 120 Minuten komplett fokussiert sein. "Mental ist das echt schmerzhaft - und es hört nie auf", so Grosjean. Denn auf dem tückischen Stadtkurs gibt es keine echten Ruhephasen. "Es wiederholt sich ständig. Die Augen suchen konstant einen Bremspunkt, einen Scheitelpunkt, einen Kurvenausgang", beschreibt der Franzose, der sich selbst mit kleinen Tricks behilft, um sich Ruhephasen zu gönnen.

Auf der längsten Gerade nach Kurve 5 zwingt sich der Lotus-Pilot zum Durchatmen. "Pieptöne helfen mir beim Hochschalten, das mache ich automatisch. Das ist der einzige Zeitpunkt, an dem ich mal kurz an mich denken kann." Und so geht es (im Normalfall) 61 Runden lang, bis die Spannung nach dem Fallen der Zielflagge komplett abfällt: "Wenn man aus dem Auto steigt, ist man häufig blass, der Blick geht ins Leere, man hat schwache Beine und schlottert ein wenig."

Doch nun müssen die Piloten ein Jahr nicht an Singapur denken, was Grosjean auch nicht vorhat: "Ein Jahr lang werde ich nicht über Singapur sprechen, aber wenn die Zeit reif ist, dann werde ich immer noch gespannt sein, wo meine Grenzen liegen. Wir werden in einem Jahr mit dem gleichen Verlangen zurückkommen - wohlwissend, dass es uns weh tun wird."

Fotoquelle: xpbimages.com

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