Jacques Villeneuve hat sich sein Bild vom Mercedes-Stallduell gemacht

Formel 1 2014

— 24.09.2014

Villeneuve sieht Rosbergs Stern sinken: "Psychologisch hart"

Der Kanadier ist überzeugt von Lewis Hamilton und dessen Nervenkostüm - Er glaubt trotzdem, dass das Technikpech die WM jederzeit entscheiden kann



Wenn es um den WM-Titel geht, werden Teamduelle immer mit harten Bandagen und Kleinholz geführt - stimmt nicht ganz, wie sich in der Saison 1996 am Beispiel von Damon Hill und Jacques Villeneuve bei Williams zeigte. Trotzdem weiß der Kanadier genau, worauf es im Finale der Auseinandersetzung zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg ankommt. "Man kann nie ahnen, wie die Leute in diesen Situationen reagieren. Jeder ist anders", erklärt Villeneuve dem 'Mirror'.

Er spricht über Hamilton, der sich in Singapur die Führung in der Gesamtwertung zurückeroberte und fünf Rennen vor Schluss drei Zähler vor Rosberg rangiert. "Das kann sich negativ auswirken, weil er mental in die Ferien fährt. Es kann aber auch sein, dass er härter arbeitet, weil die Dinge sich gut entwickeln", schildert Villeneuve, der mittlerweile als TV-Experte im Formel-1-Paddock unterwegs ist und Hamilton für abgeklärt hält: "Lewis scheint mir ein Typ zu sein, der ruhig bleibt."

Auch unter sportlichen Gesichtspunkten ist der 43-Jährige überzeugt und voll des Lobes für den Auftritt am vergangenen Sonntag: "Es war eine Triumphfahrt", sagt Villeneuve über den Grand-Prix-Sieg Hamiltons in Singapur. "Der richtige Moment, nachdem er das ganze Jahr über mit einem Rückstand kämpfte. Es war hörbar, dass er die Strategie ruhig erklärte und die Zügel in der Hand hatte. Er sieht sehr stark aus." Das hindert allerdings nicht die Defekthexe am Zuschlagen.

Villeneuve hat selbst seine Erfahrungen gemacht. In der besagten Saison 1996 erlitt sein Williams beim Auftaktrennen in Melbourne ein Ölleck, was ihn bei seiner Formel-1-Premiere um den Sieg brachte. Auch Hamilton folgte in diesem Jahr das Pech nach Australien, als er einen Schaden am Hybridantrieb zu beklagen hatte. Die Punkte, die ich damals verloren haben, entschieden die Meisterschaft. Solche Situationen gibt es immer", erinnert sich Villeneuve.

Trotzdem sieht er die Gunst der Stunde bei Hamilton und nicht bei Rosberg, der in Monza zwei Fahrfehler beging und in Singapur keinen funktioniereden Silberpfeil am Volant hatte: "Seit Spa-Francorchamps ist für ihn alles mögliche Schlechte passiert. Da war diese negative Stimmung und es ging bergab, jetzt der unglückliche Defekt Das ist psychologisch eine harte Nummer", weiß Villeneuve, hält eine neuerliche Wendung aber für möglich: "Lewis könnte schon im nächsten Rennen betroffen sein, wer weiß."

Fotoquelle: GEPA/Red Bull

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