Die Crashgate-Affäre ist der große Schönheitsfehler in Pat Symonds Karriere

Formel 1 2014

— 26.09.2014

Symonds über Crashgate: "Eigentlich nicht meine Art"

Wie sich Williams-Technikchef Pat Symonds durch die Crashgate-Affäre veränderte, wieso er es in der Formel 1 noch einmal wissen wollte und was nach Williams kommt



Es war einer der größten Skanale in der Geschichte der Formel 1: die Crashgate-Affäre in Singapur 2008, als Nelson Piquet jun. auf Anweisung seines Renault-Teams in die Mauer krachte, um eine Safety-Car-Phase herauszufordern und damit seinem Teamkollegen Fernando Alonso einen strategischen Vorteil zu verschaffen - mit Erfolg, denn der Spanier feierte einen sensationellen Triumph.

In den entscheidenden Sekunden glaubten nur die kühnsten Verschwörungstheoretiker an ein abgekartetes Spiel, das im Vorfeld genau geplant wurde. Doch als Piquet jun. im Jahr darauf mit dem Rauswurf konfrontiert wurde, entschied dieser sich, die kuriosen Ereignisse ans Tageslicht zu bringen.

Drahtzieher der Aktion war damals neben Flavio Briatore, der von der FIA lebenslang gesperrt wurde, das Urteil aber vor einem ordentlichen Gericht erfolgreich anfocht, auch Chefingenieur Pat Symonds. Das britische Formel-1-Urgestein erhielt ein fünfjähriges Arbeitsverbot für die Formel 1, und sein Lebenswerk bekam einige Kratzer ab: Der Ingenieur hatte bis dahin 28 Jahre lang in Enstone gearbeitet, war schon zu Toleman-Zeiten dabei, als das Team nur aus 29 Leuten bestand.

Symonds hat die Dämonen hinter sich gelassen

Auch wenn Symonds seine Strafe nur bedingt absaß und bereits zwei Jahre später bei Marussia wieder in die Formel 1 einstieg - wegen des Urteils aber nur als externer Berater des Hinterbänklerteams -, musste er noch einmal neu beginnen und sich von ganz unten hinaufarbeiten. Seit nicht einmal einem Jahr arbeitet der inzwischen 61-Jährige nun bei Williams als Technikchef und kämpft mit seinem Team endlich wieder um Spitzenplätze.

Dennoch haben die Ereignisse des 28. September 2008 bei Symonds Spuren hinterlassen. Ein Weggefährte des ehemaligen Renault-Masterminds behauptet gegenüber 'Motorsport-Total.com', dass dieser im Vergleich zur Vergangenheit deutlich umgänglicher geworden ist.

Für Symonds ist die Sache "erledigt, es handelt sich um ein geschlossenes Kapitel", sagt er gegenüber 'RichlandF1'. Heute denke er nicht mehr darüber nach: "Ich habe das auf jeden Fall hinter mir gelassen, und wo ich jetzt bin, ist es viel besser. Jeder, der mich kennt, weiß, dass das eigentlich nicht meine Art ist, sondern einfach so eine Sache..."

Die Motivation hinter dem Comeback

Dass er seine Qualitäten nicht verloren hat, beweist er dieser Tage bei Williams: In nur einem Jahr hat er die Kommunikation und die Arbeitsweise beim einstigen Weltmeisterteam so verändert, dass man von einem Platz im hinteren Mittelfeld an die Spitze zurückgekehrt ist.

Wollte er sich mit seinem Engagement bei Williams in der Formel 1 rehabilitieren? "Nein, nicht wirklich", sagt er. "Ich brauche einfach die Konkurrenz und will erfolgreich sein." Die Zeit bei Marussia, wo er ebenfalls das Team umstrukturierte, habe er zwar genossen, "aber ich konnte dort nicht das erreichen, was ich wollte - und das sind mehr Siege und wenn möglich ein weiterer WM-Titel."

Bei Williams hatte er diesbezüglich zwar auch seine Zweifel, doch dieses Szenario war nicht von vornherein ausgeschlossen. Gelingt das Unterfangen tatsächlich, "dann suche ich mir eine neue Herausforderung", kündigt Symonds an. "So bin ich einfach." Allerdings nimmt er den anderen Teams die Hoffnung, sie könnten ihn von Williams abwerben: In der Formel 1 sei das Team aus Grove "wahrscheinlich" die letzte Herausforderung.

Fotoquelle: xpbimages.com

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