Lewis Hamilton musste in Singapur ohne Fahranweisung über die Runden kommen

Formel 1 2014

— 27.09.2014

Fahrschule adé: Hamilton muss Limit alleine finden

Lewis Hamilton erklärt, an welcher Stelle ihn das Funkverbot am härtesten trifft und was er nun verändern muss - Mercedes hätte auch mit striktem Verbot kein Problem



Die Zeit der Fahrschule ist schon lange vorbei, findet die FIA und schob Fahranweisungen via Funk vor dem Rennen in Singapur einen Riegel vor. Die Außendarstellung sei einfach nicht richtig, wenn den angeblich besten Piloten der Welt wie bei Fahranfängern von außen mitgeteilt werden muss, wie sie fahren sollen. Selbstständigkeit heißt das neue Stichwort in der Formel 1, auch wenn das ursprünglich angedachte Verbot noch vor Ort etwas gelockert wurde.

Dennoch waren gewisse Anweisungen im Rennen verboten, was dem einen Fahrer mehr und dem anderen Fahrer weniger geschadet hat. Kimi Räikkönen beispielsweise dürfte sich über die Ruhe am Funk gefreut haben, doch Piloten wie Lewis Hamilton haben eine wichtige Unterstützung verloren: "Ich darf zum Beispiel nicht mehr fragen, in welchem Sektor ich am schwächsten bin", erklärt der Brite gegenüber 'Sky Sports F1'.

Um noch mehr Zeit herauszuholen, fragt der Brite im Normalfall über Funk nach, wo er Zeit verliert. Die Ingenieure, die das natürlich in der Telemetrie alles erfassen können, geben ihre Antwort dann ins Auto weiter. "Das Team sagt dann: 'In Kurve 10 und Kurve 14 verlierst du ein bisschen was beim Bremsen.' Dann versuche ich, die Zeit dort zu finden, indem ich ein bisschen später bremse", so Hamilton.

Und so tastet sich der Mercedes-Pilot Stück für Stück ans Limit. Dass er diese Möglichkeit nun aber nicht mehr bekommt, findet er schade: "Die Leute finden wohl, dass wir nicht mehr selbst fahren, aber wir müssen die Zeit letztendlich immer noch selbst finden", hält sich der Ex-Weltmeister nicht für einen fremdgesteuerten Piloten. In Singapur am vergangenen Wochenende hat ihn das Verbot anscheinend nicht gestört, denn gewonnen hat er das Rennen trotzdem souverän.

Und während einige Kollegen am Boxenfunk noch ein paar Probleme hatten und beinahe verbotene Anweisungen gegeben hätten, bevor sie das drohende Missgeschick bemerkten, ging bei Mercedes alles ganz sauber über die Bühne. "Wir hätten es sogar mit dem eigentlich vorgeschlagenen Plan hinbekommen", betont Geschäftsführer Technik Paddy Lowe gegenüber 'f1news.ru'. Denn im Gegensatz zu Konkurrenten wie Red Bull besitzen die Silberpfeile ein Lenkrad mit großem Display, auf dem man gegebenenfalls Informationen hätte transportieren können.

Da dies bei einigen Teams jedoch nicht möglich ist, beschloss man, das Verbot ein wenig zu lockern, um Problemen vorzubeugen. Bis zum Ende der Saison müssen die Teams nun mit dem halbgaren Verbot zurechtkommen, doch Mercedes sieht sich gerüstet: "Mehr Zeit zu haben, macht das Leben einfacher, dem Fahrer alle nötigen Informationen in besserer und praktischerer Form zu übermitteln", so Lowe. Mal schauen, welche Nachrichten im kommenden Jahr auf Hamiltons Display aufleuchten.

Fotoquelle: xpbimages.com

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