David Coulthard ist ein Gentleman der alten Schule, aber auch Technikfan

Formel 1 2014

— 30.09.2014

Coulthard ärgert Funkdebatte: "Macht die Autos schneller!"

Der Ex-Pilot sieht keinen Sinn in den Einschränkungen, weil sie an der Hackordnung nichts ändern, Technologie ignorieren und ohnehin mühelos umgangen werden



Die Meinungen über das Verbot von Fahrtipps im Funk sind unter den Piloten geteilt. Genau das wertet David Coulthard als Beweis für seine These, dass sich infolge der verschärften Auslegung des Artikels 20.1 des Sportlichen Reglements kaum etwas ändern wird. "Ich halte es für eine Nebelkerze", schreibt der Schotte in seinem 'UBS-Blog'. Ein Mittel gegen den Zuschauerschund auf den Tribünen und vor den Fernsehern? "Es sieht aus wie die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat."

Während etwa Jenson Button damit rechnet, dass die erfahreneren Piloten von der Novelle profitieren, erkennt Coulthard wenn überhaupt nur einen marginalen Vorteil: "Das Verbot wird an der Hackordnung gar nichts ändern", mutmaßt er und glaubt, dass die Könner der Szene auf den Informationsfluss gar nicht angewiesen sind: "Ein guter Pokerspieler sieht nur wenige Karten vor sich, kann auf Basis dessen aber eine qualifizierte Entscheidung treffen. So ist das auch mit einem guten Rennfahrer."

Als Mittel der Wahl empfiehlt der 43-Jährige, den Boliden mehr PS zu spendieren: "Wenn man will, dass die Autos schwieriger zu fahren sind, dann sollte man sie schneller machen. Es ist doch eine Ironie", erklärt Coulthard mit Verweis auf die Tatsache, dass die Rundenzeiten im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen sind. Er selbst fuhr in seinen Anfangszeiten noch ohne Funk, Traktionskontrolle, ABS und weitere technische Spielereien, wünscht sich diese Ära aber gar nicht zurück.

Im Gegenteil: Coulthard unterstreicht, dass die Formel 1 selbst an ihrem Nimbus kratzt, technisch ein Aushängeschild für die Automobil-Branche zu sein: "Wenn man Onlinebanking loswerden und es auf die alte Art am Schalter machen könnte, würde man das tun? Natürlich würde man das nicht, das wäre ein Rückschritt und würde bewusst Technologie ignorieren, die schon existiert."

Sinnlos sei es noch dazu: "Die Teams haben immer Wege gefunden, mit ihren Piloten zu kommunizieren. Es wäre naiv zu glauben, dass das nicht wieder passiert", erinnert Coulthard an Zeiten des Stallorder-Verbots, das ein heiteres Rätselraten bei der Interpretation von codierten Funksprüchen nach sich zog. Er wittert mehr Bürokratie, wenn die Rennleitung künftig allem auf den Zahn fühlen muss.

Fotoquelle: Red Bull

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