Das neue Gesicht bei Red Bull 2015: Daniil Kwjat steigt schnell weiter auf

Formel 1 2014

— 04.10.2014

Red Bull setzt auf Kwjat: Alonso war kein Thema

Zwischen Kaffee und Cornflakes: Wie Daniil Kwjat von seinem Aufstieg erfuhr und warum Fernando Alonso als Vettel-Nachfolger für Red Bull kein Thema war



Sebastian Vettel und Red Bull haben am Vormittag (Ortszeit) in Japan eine Bombe platzen lassen. Der viermalige Champion und das Weltmeisterteam gehen ab 2015 getrennte Wege. Vettel wird voraussichtlich bei Ferrari andocken, wo sich die Hinweise auf einen bevorstehenden Alonso-Abschied immer weiter verdichten. Red Bull setzt künftig auf die Dienste des jungen Russen Daniil Kwjat. Eine Verpflichtung von Alonso als Vettel-Nachfolger war offenbar nie ein Thema.

"Daniil ist ein großes Talent. Er hat unglaublichen Speed, eine tolle Fahrzeugkontrolle und eine riesige Motivation", lobt Red-Bull-Teamchef Christian Horner seinen Neuzugang. Vom Formel-1-Rookie zum Star im Topteam innerhalb weniger Monate - ein traumhafter Aufstieg des aktuellen Toro-Rosso-Youngsters. Kwjat hat am heutigen Tage gerade mal 17 Grand-Prix-Teilnahmen in der Vita, als beste Einzelergebnisse stehen drei neunte Plätze zu Buche.

"Als wir Daniil heute Morgen informiert haben, war er überrascht", sagt Horner. Laut Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko sei der Russe "kurz etwas blass" geworden. "Es war natürlich nicht das, was er als Information während des Essens seiner Cornflakes erwartet hatte", schmunzelt Horner. "Das kommende Jahr wird bestimmt aufregend, auch wenn es im Team mit den ähnlichen Vornamen Daniel und Daniil vielleicht manchmal etwas verwirrend sein könnte."

Man bleibt auf dem Red-Bull-Weg

"Dass wir Daniil holen, entspricht genau dem Red-Bull-Weg. Wir fördern junge Talente und geben ihnen Möglichkeiten. So haben wir es bei Sebastian gemacht, den wir seit seinem zwölften Lebensjahr im Programm hatten. Ohne uns hätte er die Erfolge vielleicht nicht erreichen können", stellt der Red-Bull-Teamchef klar. Die Mannschaft aus Milton Keynes hatte aus eigenen Reihen Vettel und Ricciardo bekommen und beide zu Toppiloten gemacht. Man setzt auf eigene Talente und nicht auf "fertige" Formel-1-Stars.

Aus diesem Grund war Alonso als möglicher Vettel-Ersatz nie in der Diskussion. "Um ehrlich zu sein: nein", bestätigt Horner. "Fernando ist ein wunderbarer Rennfahrer, aber unsere Philosophie ist es, in junge Talente zu investieren und diese an die Spitze zu bringen. Es gab damals bei der Verpflichtung von Sebastian einige Fragezeichen, auch beim Aufstieg von Daniel, aber die Ergebnisse haben uns immer bestätigt. Daniil ist hoch talentiert. Außerdem kann uns diese Entwicklung nicht ins Schlingern bringen. Wir haben ja Daniel."

"Alonso würde unser Junior-Programm ad absurdum führen. Es war immer die Politik von Red Bull, sich die Weltmeister von morgen selbst heranzuzüchten. Wir haben in unserem Kader genügend gute Leute, um unsere vier Cockpits zu besetzen", betont Marko gegenüber 'auto motor und sport'. "Es ist spät am gestrigen Abend entschieden worden. Auch wenn offenbar viele überrascht waren, so sind sie dennoch sofort zu Kwjat gegangen", ist Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle aufgefallen.

Kwjat hat in seinen ersten Grands Prix teils starke Leistungen angeboten. Der Toro-Rosso-Pilot hat so manchen Beobachter überrascht. Die große Frage ist derzeit: Wer übernimmt das Cockpit des Russen beim Team aus Faenza? Von Jean-Eric Vergne hatte man sich im Zuge der Verpflichtung von Max Verstappen für 2015 offiziell verabschiedet. Als mögliche Nachrücker gelten Carlos Sainz jun. und Antonio Felix da Costa, die seit Jahren im Förderprogramm von Red Bull sind.

Fotoquelle: xpbimages.com

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