"JEV" versteht die Welt nicht mehr: Wieder kein Aufstieg ins Red-Bull-Team

Formel 1 2014

— 04.10.2014

Vergne sauer: "Vielleicht fahre ich bei der Tour de France mit"

Nach Daniel Ricciardo ist es nun Daniil Kwjat, der Jean-Eric Vergne ein freies Red-Bull-Cockpit vor der Nase wegschnappt: Wie geht es mit dem Franzosen weiter?



Jean-Eric Vergne ist sauer. Nachdem er im vergangenen Jahr im Kampf um das von Mark Webber geräumte Red-Bull-Cockpit von Toro-Rosso-Teamkollege Daniel Ricciardo ausgestochen wurde, muss er nun erneut mit ansehen, wie sein Kollege aus der Mannschaft von Franz Tost ihm gegenüber den Vorzug erhält: Daniil Kwjat wurde am Samstagmorgen für die Saison 2015 als neuer Ricciardo-Teamkollege bei Red Bull vorgestellt, nachdem Sebastian Vettel Teamchef Christian Horner am Freitagabend darüber unterrichtet
hatte, das Team zum Saisonende zu verlassen.

Jetzt, da der Weg ins Red-Bull-Team für ihn einmal mehr versperrt ist, stellt sich die Frage, ob Vergne entgegen der ursprünglichen Vermutung doch bei Toro Rosso bleiben und im nächsten Jahr gemeinsam mit Max Verstappen fahren wird. "Diese Frage dürft ihr nicht mir stellen. Ich habe keine Ahnung und im Moment auch keine Erwartungen", winkt Vergne bei 'Sky Sports F1' sichtlich enttäuscht ab. Angesprochen auf die Kwjat-Bekanntgabe seitens Red Bull gibt der Franzose ebenso enttäuscht zu Protokoll: "Ich brauche jetzt etwas Zeit, um das Ganze zu analysieren und die Entscheidung zu verstehen."

Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle kann Vergnes Enttäuschung sehr gut nachvollziehen. "Ich verstehe, dass er sauer ist. Im vergangenen Jahr war Ricciardo in den Qualifyings etwas schneller als er. In den Rennen aber war Vergne schneller als Ricciardo. Dennoch entschied man sich bei Red Bull für Ricciardo. Jetzt wird er zum zweiten Mal von einem jungen Kerl übergangen. Klar, dass er sich jetzt fragt 'Was zum Teufel muss ich noch tun, um diese Leute zu überzeugen?'", so Brundle gegenüber 'Sky Sports F1'.

Brundles langjähriger Formel-1-Weggefährte Johnny Herbert vermutet, dass Vergnes Leistungen wie zuletzt Platz sechs in Singapur für Red Bull zu spät kamen. "Solche Leistungen hatte man zu Saisonbeginn von ihm erwartet. Jetzt kommen die Ergebnisse sporadisch. Das ist schön zu sehen, aber es kann gut sein, dass es zu spät ist", reagiert Herbert auf Brundles Aussagen.

Wie sich Red Bull mit Ricciardo und Kwjat im nächsten Jahr schlagen wird, bleibt abzuwarten. Niki Lauda jedenfalls hat Zweifel, dass die Rechnung der Horner-Truppe aufgeht. "Dass Kwjat, der noch nicht viel Erfahrung hat, bei Red Bull auf Anhieb in Vettels Fußstapfen treten kann, möchte ich bezweifeln", sagt der Aufsichtsratschef des Mercedes-Teams gegenüber 'Sky Sports F1'.

Derweil ist Vergnes Zukunft komplett offen. Eddie Jordan sieht den Franzosen in der kommenden Saison bei Force India, sollte Nico Hülkenberg die Formel 1 in Richtung der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) verlassen. Brundle kann sich für Vergne auch eine Zukunft in der IndyCar-Serie vorstellen. Der Franzose selbst schließt ironisch ab: "Vielleicht fahre ich ja im nächsten Jahr bei der Tour de France mit."

Fotoquelle: xpbimages.com

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